mini|Hedwig Brecher-Eibuschitz, porträtiert von Malva Schalek (Veröffentlichung 1933)|hochkant Hedwig (Hedy) Brecher-Eibuschitz, geb. Brecher (* 12. November 1880 in Wien; † 29. Juni 1959 in Kapstadt) war eine österreichische Malerin und Grafikerin.
Familie Hedwig Brecher war eine Tochter des Bankiers Adolf Brecher und dessen Ehefrau Ludwika, geb. Tauber. 1904 heiratete sie den Chemiker Leopold Eibuschitz. Mit ihm bekam sie zwei Töchter (* 1905 und 1910).Eibuschitz, Hedwig. In: Paul Emödi, Robert Teichl (Hrsg.): Wer ist wer: Lexikon österreichischer Zeitgenossen. Wien 1937, S. 82.
Leben Hedwig Brecher-Eibuschitz studierte an der Wiener Kunstschule für Frauen und Mädchen (später Frauenakademie) bei Ludwig Michalek und Christian Ludwig Martin. Danach setzte sie ihre Studien bei Walter Püttner in München fort.
Nach ihrer Ausbildung wirkte Brecher-Eibuschitz als Malerin und Grafikerin in Wien. Sie beschickte unter anderem regelmäßig die Ausstellungen der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs (VBKÖ), in deren Hängekommissionen und Jurys sie sich zudem engagierteBrecher-Eibuschitz, Hedwig. In: Julie M. Johnson: The Memory Factory: The Forgotten Women Artists of Vienna 1900. Purdue University Press, West Lafayette 2012, ISBN 978-1-55753-613-6, S. 376 (online).. Sie gehörte zu den Künstlerinnen der Freien Vereinigung, einem losen Zusammenschluss innerhalb der VBKÖ, der mehr Demokratie und künstlerische Freiheit im Ausstellungswesen forderte.Freie Vereinigung. In: fraueninbewegung.onb.ac.at. Abgerufen am 17. September 2023. Die Freie Vereinigung wurde 1919 aus Anlass der 54. Ausstellung der Wiener Sezession gegründet, an der sie als Gast teilnahm. Dort präsentierte Hedwig Brecher-Eibuschitz eine Skizze mit dem Titel Trauer und eine Bildnisstudie.LIV. Ausstellung der Wiener Secession – II. Teil. Künstlerbund Hagen Freie Vereinigung als Gäste. Kollektionen: Eduard Stella. Christ. L. Martin. Georg Merkel. Oskar Laske. Hugo Henneberg; Juni - Juli 1919. In: digitale-bibliothek.belvedere.at. Abgerufen am 17. September 2023.
1926 zeigte Brecher-Eibuschitz bei einer Kollektivausstellung mit Malva Schalek eine Reihe von Radierungen im Wiener Kunstsalon Pawra. Schalek malte ein Porträt von ihr, das 1937 ausgestellt wurde. Neben ihrer Ausstellungstätigkeit in Wien nahm Brecher-Eibuschitz auch an internationalen Expositionen teil (u. a. München, Berlin, London, Prag, New York City, Los Angeles, Toronto, Buenos Aires).
Brecher-Eibuschitz bereiste Belgien, Böhmen und Italien, wo sie Skizzen anfertigte. In Wien wohnte sie in der Nußdorferstraße 26 im 9. Bezirk. Sie war jüdischen Glaubens und daher nach dem „Anschluss“ Österreichs in Gefahr. Am 26. Oktober 1938 meldete sie sich nach Glasgow ab. Später emigrierte sie wohl nach Südafrika, wo sie 1959 starb.Hedwig Brecher-Eibuschitz. In: annexgalleries.com. Abgerufen am 17. September 2023. Vgl. auch Totenschein in South Africa, Civil Death Registration, 1955–1966
Werk Hedwig Brecher-Eibuschitz malte Figürliches, Tierstücke, Architekturstudien, Landschaften und Porträts. Sie arbeitete in Öl, Aquarell, Tempera und Pastell. Auch Zeichnungen stammen aus ihrer Hand. Weiters schuf sie Radierungen mit Wiener und venezianischen Motiven sowie Exlibris.
Als Tiermalerin war Brecher-Eibuschitz insbesondere für ihre Hundebildnisse bekannt, sie stellte aber auch Pferde und andere Tiere dar. Der zeitgenössische Kunstkritiker Wolfgang Born lobte ihre „Fähigkeit, den Charakter von Tieren sicher darzustellen“ anlässlich „einer Fülle hübscher Hundeporträts“, die sie 1933 bei einer Ausstellung der Kunstgemeinschaft im Glaspalast des Wiener Burggartens zeigte.
Werke von Brecher-Eibuschitz befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Historischen Museums Wien und des Museums Niederösterreich.
Werke (Auswahl) Das Weib und der Krieg, 1916 Ausstellung VBKÖLeopoldine Kulka: Frauenkunst. In: Frauenleben. Mai 1916, S. 113. Mutter und Kind, Öl, 1917 Ausstellung VBKÖVII. Ausstellung Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs. In: digitale-bibliothek.belvedere.at. Abgerufen am 17. September 2023. Sonnige Höhe und Atelierinterieur, Öl, 1917 Ausstellung Österreichischer KünstlerbundKatalog der XI. Jahresausstellung des Österreichischen Künstlerbundes in den Ausstellungsräumen bei C. J. Wawra. In: digitale-bibliothek.belvedere.at. Abgerufen am 17. September 2023. Bauer und Weib und Bauer mit Krug, Tempera, 1918 Ausstellung Österreichischer KünstlerbundKatalog der XIII. Jahresausstellung des Österreichischen Künstlerbundes in den Ausstellungsräumen bei C. J. Wawra. In: digitale-bibliothek.belvedere.at. Abgerufen am 17. September 2023. Der Blinde, Öl, 1920 Ausstellung VBKÖ Technik in Wien (Darstellung der Technischen Hochschule Wien), ca. 1925Brecher-Eibuschitz Hedwig. In: Ilse Korotin (Hrsg.): biografiA. Lexikon österreichischer Frauen. Band 1. Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2016, S. 412. Markt im Liechtental und Hof in der Thurygasse 17, Teil der aus 10 Radierungen bestehenden Serie Liechtenthal, die bei Artaria erschienDas unbekannte Wien. Im Liechtenthal. In: Die Bühne. Jahrgang 1926, Heft 82, S. 23. Kaffeemaschinen-Stilleben, 1928 Ausstellung VBKÖ Struppi und Dr. L. Sch. mit seinem Hund, 1934 Abdruck in Österreichische KunstDie Malerin Hedwig Brecher-Eibuschitz. In: Österreichische Kunst. Jg. 1934, Heft 9, S. 18. Wiener Oper, Karlskirche, Goethes Geburtshaus, Frankfurt am Main, Fürstengruft in Weimar und Badgasse, Radierungen, 1935 Preise bei der Hörer-Prämierung der Radio-Verkehrs-AG
Ausstellungen (Auswahl) 1916, 1917, 1920, 1923, 1924, 1926, 1927, 1928, 1929, 1930, 1932, 1934, 1936: Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs 1917, 1918: Österreichischer Künstlerbund 1919: Freie Vereinigung zu Gast bei der Wiener Sezession 1922: Kollektivausstellung mit Luise und Walter Fraenkel, Johanna Freund, Rudolf Hirschenhauser, Arthur Paunzen und Alice Reischer, Kunstsalon Pawra, Wien 1925: Wiener Heimatkunst, Pawra, Wien 1926: Kollektivausstellung mit Malva Schalek, Kunstsalon Pawra, Wien 1927: Donauländische Künstler, Theseustempel, Wien 1933: Kunstgemeinschaft, Glaspalast des Burggartens, Wien
Literatur
Brecher-Eibuschitz Hedwig. In: Ilse Korotin (Hrsg.): biografiA. Lexikon österreichischer Frauen. Band 1. Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2016, ISBN 978-3-205-79590-2, S. 412.
Weblinks Beispiele für Hundebildnisse von Hedwig Brecher-Eibuschitz in Österreichische Kunst
Einzelnachweise
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