Helmut Rudolph (auch Rudolph-Freiberg; * 24. Februar 1906 in Dresden; † 15. Mai 1981 in Freiberg) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben und Werk Rudolph war der Sohn des Oberpostassistenten Paul Hermann Rudolph. Die Familie zog 1908 nach Freiberg. Dort absolvierte Rudolph das Städtische Realgymnasium. Er wollte eigentlich Bergmann werden, und er behielt das Interesse am Bergbau ein Leben lang. Aber sein Zeichenlehrer erkannte Rudolphs künstlerisches Talent, und Rudolph studierte von 1925 bis 1930 in Dresden bei Georg Erler und Jorg Klemm (1888–1933) Malerei an der Staatlichen Akademie für Kunstgewerbe und an der Technischen Hochschule. 1926 und 1927 unternahm er Studienreisen nach Finnland, Lappland, Norwegen, Malta, Griechenland und Kreta. Er erschloss sich auch wandernd und zeichnend seine erzgebirgische Heimat. Nach der Zeichenlehrerprüfung und dem großen Staatsexamen war Rudolph in Freiberg Lehrer, zunächst als Referendar an der Städtischen Höheren Mädchenschule, dann als Studienassessor am Gymnasium Albertinum, dem heutigen Geschwister-Scholl-Gymnasium. 1938 wurde er zum Studienrat ernannt. Einer seiner Schüler war Horst Morgenstern.

In einer Aktion des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz trug er 1932 die Verantwortung für die Freilegung der KassettendeckeOrgel.jpg (922×518) der Wehrkirche Dörnthal.

Das Adressbuch nennt Rudolph u. a. 1932 und 1940 in der Schlossstraße 4.

Von 1940 bis 1945 nahm Rudolph als Oberleutnant der Wehrmacht am Zweiten Weltkrieg teil. Er wurde nach dem Ende des Kriegs von der sowjetischen Besatzungsmacht zehn Monate im Speziallager Nr. 1 Mühlberg inhaftiert. Seit der Entlassung arbeitete er in Freiberg freischaffend als Maler und Grafiker und betrieb er in ein Atelier für Bild/Werbung/Entwurf. Daneben betätigte er sich als freier Maler und Grafiker.

Er war als Mitbegründer von 1948 bis zu dessen Auflösung 1962 Mitglied des Freiberger Künstlerkreises Die Kaue und gehörte ab 1952 dem Verband Bildender Künstler der DDR an.

Rudolph schuf Aquarelle, Feder- und Rohrfederzeichnungen, Kreidezeichnungen und Arbeiten in Pastell, vor allem Darstellungen mit Motiven seiner Heimat und deren Technik-, vor allem Bergbaugeschichte. Einer seiner wichtigen Auftraggeber war die Bergakademie Freiberg. U. a. schuf er für diese etwa 20 Jahresplaketten in Metallguss mit dem Text „Glückauf fürs neue Jahr“ und Motiven der Stadt, des Bergbaus und des Hüttenwesens und für die 1987 von der Akademie edierte Bildmappe Historische Anlagen im Bergbau und Hüttenwesen. 48 Rohrfederzeichnungen.

Die Verbreitung des christlichen Glaubens war Rudolph ein wichtiges Anliegen. Er arbeitete vorwiegend für die Evangelische Kirche und Christliche Verlage. So entwarf er für mehr als 100 Kirchgemeinden in Sachsen und Schleswig-Holstein Kirchgemeindesiegel. Für Gemeinden der Freiberger Region entwarf oder fertige er Grabsteine und Gefallenengedenkstätten für Opfer des Zweiten Weltkrieges. Für den Weimarer Wartburg-Verlag schuf Rudolph die Bilder für 27 Adventskalender, die von 1966 bis 1983 in Auflagen zwischen 25.000 und 50.000 Stück erschienen und die zum Teil auch nach der deutschen Wiedervereinigung nachgedruckt wurden. Die Kalender „zeigen oft gut wiedererkennbare Architektur und sprachen daher auch die Erwachsenen an. Eine Besonderheit seiner Entwürfe sind die geschwungenen Spruchbänder, oft sind es Liedanfänge.“Tina Peschel: Adventskalender. Geschichte und Geschichten aus 100 Jahren. Verlag der Kunst, Husum, 2009, S. 119 Rudolph entwarf auch die Postkartenserien „Zeugen des Freiberger Bergbaus, Teil 1 und 2“ und „Alt-Freiberger Gassen“. Aus seinem Atelier stammen die Entwürfe für eine Anzahl von Gedenktafeln. Er entwarf Plakate für Feste und Ausstellungen in Freiberg. 1956 gestaltete er mit weiteren Freiberger Künstlern die neu errichtete Grund- und Mittelschule in Halsbrücke künstlerisch aus.

1957 unternahm er mit Gottfried Kohl und Werner Küttner eine Studienreise nach Italien. Weitere Reisen führten ihn nach Ungarn und Rumänien.

Kohl starb nach langer schwerer Krankheit.

Der Theologe und Volkskundler Ebermut Rudolph (* 1931) ist Rudolphs Sohn.

Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Rudolphs

Berlin: Museum Europäischer Kulturenhttps://nat.museum-digital.de/search?q=Helmut+Rudolph Freiberg: Saxonia-Freiberg-Stiftung

Weitere Werkbeispiele Gimmlitztal am Burgberg (1947, Aquarell) Blauer Hafen (1948/49 auf der Ausstellung „Die Kaue. 1. Ausstellung des Freiberger Künstlerkreises“)

Südlicher Hafen (Rohrfeder; 1957 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung)Abbildung im Katalog Trullidorf Locorotondo (Pastell; 1957 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung)

Alter Hüttenhof (Rohrfeder; 1958 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung) Bleihütte Halsbrücke baut auf ! (Pinselzeichnung; 1958 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung)

Alt-Freiberger Gassen (1979, 10 Rohrfederzeichnungen, 15 × 10 cm; verlegt vom Kulturbund als Postkarten in einer Mappe mit Text von Heinrich Douffet) Zeugen des Freiberger Bergbaus (10 Rohrfederzeichnungen, 11 × 15 cm; publiziert 1981 vom Verlag Bild und Heimat, Freiberg; unter Mitwirkung von Douffet und Gunther Galinsky)

Ausstellungen (unvollständig) 1948/1949: Freiberg, Naturkundliches Museum Freiberg („Die Kaue. 1. Ausstellung des Freiberger Künstlerkreises“) 1948: Freiberg, Stadt- und Bergbaumuseum („3. Ausstellung Erzgebirgischer Künstler“) 1956: Freiberg, Stadt- und Bergbaumuseum („Freiberger Künstler schaffen für die neue Schule in Halsbrücke“) 1957 und 1958: Karl-Marx-Stadt („Mittelsächsische Kunstausstellung“) 1979: Karl-Marx-Stadt, Bezirkskunstausstellung 1980: Freiberg, Stadt- und Bergbaumuseum (Einzelausstellung) 1984/1985: Karl-Marx-Stadt, Städtisches Museum am Theaterplatz („Retrospektive 1945 – 1984. Bildende Kunst im Bezirk Karl-Marx-Stadt“)

Literatur

Helmut Rudolph. In: Tina Peschel: Adventskalender. Geschichte und Geschichten aus 100 Jahren. Verlag der Kunst, Husum, 2009, S. 118–120 Helmut Rudoph. In: Mitteilungen des Freiberger Altertumsvereins. 92. Heft, 2003, S. 152–155 Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin, 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 797

Einzelnachweise

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