mini|Humāyūn stellt sein Können unter Beweis. Feier zum Fastenbrechen im November 1555. Das Dritte Akbar-nāma war eine illustrierte Handschrift des Akbar-nāma, die um 1595Schmitz und Desai, Mughal and Persian Paintings, 2006, S. 31, Fol. 8a. am Hof des Mogulherrschers Akbar in Lahore entstanden ist. Darin wird das Leben der ersten drei Mogulherrscher Bābur, Humāyūn und Akbar illustriert. Das Manuskript selbst ist verlorengegangen, es existieren nur noch einige losgelöste Illustrationen, von denen eine erstmals 1947 bei einer Ausstellung in London zu sehen war. Dass diese Seite zu einer bis dahin unbekannten Kopie des Akbar-nāma gehörte, vermutete man jedoch erst seit 1991, als weitere Blätter daraus im Kunsthandel auftauchten.Sotheby's: Oriental Manuscripts and Miniatures. London, Friday 26th April 1991, S. 27. Besonderes Kennzeichen der Handschrift ist der auf manchen Bildern erhaltene Text in Nasʾchī-Schrift, der sich deutlich vom Nastaʿlīq der beiden anderen illustrierten Akbar-nāmas unterscheidet. Weil das Manuskript nach dem Victoria-and-Albert-Akbar-nāma und dem Chester-Beatty Akbar-nāma entdeckt wurde, ist es unter dem Namen Drittes Akbar-nāma bekannt.

Die Illustrationen sind mit durchschnittlich 32 × 19 cm etwas schmaler als die des Ersten Akbar-nāma,Die Bilder des Victoria-and-Albert-Akbar-nāma messen durchschnittlich 37,5 × 25 cm. lassen sich stilistisch aber kaum von diesen unterscheiden.Leach, Pages from an Akbarnama, 2004, S. 44. Nach Einschätzung von Losty waren sie schon Teil eines Albums, bevor sie im Laufe des 18. Jahrhunderts in ein anderes Sammelbuch geklebt wurden. Ihre jetzigen, rötlich-braunen Rahmen stammen aus dieser Zeit.Der Katalogeintrag in Simon Ray: Indian and Islamic Works of Art. London, 1 November 2018 to 30 November 2018. Nr. 2. Nr. 2, S. 15 stützt sich auf Informationen von Jerry Losty. Viele Bilder tragen am Rand Vermerke zu den Malern, die offenbar von den Originalseiten übertragen wurden. Außerdem findet sich dort zumeist auch eine kurze Zusammenfassung des Bildinhalts.

Ein Buch für Akbars Mutter? mini|Hochzeit von Hamīda und Humāyūn im August 1541. Die Anfertigung von mehreren illustrierten Kopien desselben Textes lässt darauf schließen, dass diese Bücher nicht nur für die kaiserliche Bibliothek gedacht waren. Von Dschahāngīr wissen wir, dass er seine eigenen Memoiren in mehreren Ausführungen hat anfertigen lassen, um sie seinen Söhnen und anderen wichtigen Persönlichkeiten zu schenken.Tūzuk-i-Jahāngīrī or Memoirs of Jahāngīr. From the thirteenth to the beginning of the nineteenth year of his reign. Translated by Alexander Rogers. Royal Asiatic Society, London 1914, S. 26, 37 und 70. Milo Beach nimmt an, dass auch die diversen, von Akbar in Auftrag gegebenen Kopien des Bābur-nāma an Familienmitglieder oder führende Adlige verteilt werden sollten.Milo C. Beach: Mughal and Rajput Painting. The New Cambridge History of India I: 3. Cambridge University Press, 1992. ISBN 0-521-40027-9. S. 60 Hinsichtlich des Dritten Akbar-nāma hat Linda Leach die These vertreten, dass diese Handschrift für Akbars Mutter Hamīda Bānū Begam angefertigt worden ist. Für diese Annahme nennt sie zwei Gründe: Erstens, die Verwendung des Nas'chī, von dem sie glaubt, dass Hamīda eine besondere Vorliebe dafür hatte. Das schließt sie daraus, dass eines ihrer Bücher, das kurz vor ihrem Tod speziell für sie kopiert worden sein dürfte, in dieser Schrift abgefasst ist.Es handelt sich um ein Rauẓat al-Aḥbāb von Dschamāl ad-Dīn ʿAtāʾullāh in der Bibliothèque Nationale, Supplément persan 140C (Gentil). John Seyller, The Inspection and Valuation of Manuscripts, S. 341. Als zweiten Grund führt Leach an, dass es eine Anzahl von Szenen gibt, bei denen Frauen im Mittelpunkt stehen und diese „mit ungewöhnlicher Lebendigkeit und Vertrautheit dargestellt“ seien. Hierzu gehöre insbesondere die Illustration der Hochzeitsfeier von Humāyūn und Hamīda, deren Porträts bemerkenswerte Sorgfalt erkennen ließen und diesem Ereignis eine herausgehobene Bedeutung innerhalb der Handschrift verliehen hätten.Leach, Pages from an Akbarnama, 2004, S. 44. Auf S. 54, Fußnote 11 erwähnt Leach, dass die These, es handele sich um eine Handschrift für Akbars Mutter, ursprünglich von Robert Skelton stammt.

John Seyller hält die Annahme, dass das Dritte Akbar-nāma für Akbars Mutter gemacht wurde, für unhaltbar. Er weist darauf hin, dass diese Zuordnung sich nahezu ausschließlich auf ein hypothetisches Herausragen von Frauen in den noch erhaltenen Illustrationen stützt sowie auf die unbewiesene Annahme, dass ein weiblicher Auftraggeber automatisch speziell interessiert an solchen Szenen ist.John Seyller: Painting Workshops in Mughal India. In: Karkhana. A Contemporary Collaboration. The Aldrich Contemporary Art Museum, Ridgefield 2005. ISBN 1-888332-26-3. S. 12–17, S. 17, Fußnote 6. Überdies liegt kein Beleg dafür vor, dass Hamīda, wie von Leach behauptet, eine Vorliebe für die Nas'chī-Schrift gehabt hat. Es gibt lediglich ein Werk in dieser Schriftart, das ihr Siegel trägt, und auf Papier kopiert wurde, das aus ihrem Besitz stammte. Dass Hamīda dieses Werk tatsächlich in Auftrag gegeben hat und genau dieses Schrift angefordert hat, lässt sich daraus nicht unmittelbar ableiten.Es handelt sich um ein Rauẓat al-Aḥbāb von Dschamāl ad-Dīn ʿAtāʾullāh in der Bibliothèque Nationale, Supplément persan 140C (Gentil). John Seyller, The Inspection and Valuation of Manuscripts, S. 341. Von den heute noch bekannten insgesamt dreizehn Büchern in Hamīdas BesitzUrsula Sims-Williams, Lead Curator Persian: The Queen’s poetry book: Hamidah Banu’s Divan-i Hijri British Library Asian and African studies blog. 24 September 2018. wurden zwei von ihren eigenen Künstlern angefertigt. Sie sind in Nastaʿlīq geschrieben.John Seyller: The Ramayana of Hamida Banu Begam, Queen Mother of Mughal India. Museum of Islamic Art, Doha (Qatar). Silvana Editoriale, Milano 2020, S. 179. ISBN 978-88-366-4546-6. Weitere Argumente von Seyller gegen Leach in Prahlad Bubbar: Indian paintings and Photographs. 1590–1900. November 2012. S. 8. ISBN 978-0-9563958-1-8.

Die Maler Die Bilder wurden, wie bei den meisten Handschriften mit über hundert Illustrationen, von einem Team aus Malern erstellt. Dabei war einer für die Komposition (ṭarḥ), einer für die farbliche Ausgestaltung (ʿamal) und eventuell ein weiterer für die Porträts (čihra) zuständig. Anders als bei Hamīdas Ramāyana waren hier ausschließlich Maler aus Akbars Atelier am Werk, die auch aus anderen Projekten bekannt sind: Basāwan, Laʿl, Dhanū, Banwārī, Jagjīvan, Miskīn, Laʿl, Dhanrāj, Narsingh, und andere.

Die einzelnen Illustrationen Bild-Nr.Diese Nummer ist nur der Übersichtlichkeit halber in diesem Artikel eingefügt. Es handelt sich nicht um eine in der Forschung etablierte Nummerierung. BildDargestelltes EreignisFundstelle beiBeveridgeGemeint ist hier die englische Übersetzung des Akbar-nāma von Henry Beveridge: Abu-l-Fazl: The Akbar Nāma. Translated from the Persian by Henry Beveridge. 3 Bände. Asiatic Society of Bengal 1897–1921. (B),in der pers. EditionAbul-Fazl i Mubarak i 'Allámí: The Akbarnámah. Ediert von Agha Ahmad Alī und ʿAbd ar-Rahīm. 3 Bände. Calcutta 1877–1886. (P)und bei Thackson (Th)Gemeint ist hier die englische Übersetzung des Akbar-nāma von Wheeler Thackston: Abu'l-Fazl: The History of Akbar. Edited and Translated by Wheeler M. Thackston. Bände 1-8. London u. a. 2015–2022. Römische Zahlen geben die Bandnummer an, danach folgt die Seitenzahl.Maler Aufbewahrungsort180pxTīmūr empfängt Gesandte. – Der Maler präsentiert die Audienz in einer Form, die ihm selbst bekannt war: Der Herrscher thront in einem Pavillon hinter Mauern aus rotem Sandstein, wie er in Bauwerken der Mogulhauptstädte verwendet wurde. Dass es sich hier um den Dynastiegründer handelt, offenbart sich nur durch eine Inschrift auf der Bildrückseite: šabīh-i amīr Tīmūr va nuǧūm-i darbār („Bild von Amīr Tīmūr und den Leuchten des Hofes“). Zur Audienz haben sich Besucher aus verschiedenen Weltgegenden eingefunden. Ihre Herkunft lässt sich an ihren Kopfbedeckungen erkennen: Ein Mann ganz links mit rotem Mantel und einen konischen Kalpak dürfte ein Türke aus der Region des heutigen Kirgisistan sein. Zwei Personen weiter vorn, der eine mit einem Hut in Orange mit gelbem Rand, der andere mit einer schwarzen Mütze, kommen aus Europa. Die diversen Turbanformen deuten möglicherweise auf verschiedene Regionen in Indien hin. Die Botschaft ist eindeutig: Es handelt sich bei Tīmūr um nichts weniger als einen Weltherrscher. – Bildgröße 32,1 × 19,4 cm.Andrew Butler-Wheelhouse in: Christie’s: A Private Collection Donated To Benefit The University Of Oxford – Islamic and Indian Works of Art on Paper. London 26 April 2012, Lot 9 B I: 208P I: 79 Th I: 260–261Alle drei Seitenangaben sind nur geschätzt, da sich die Illustration nicht punktgenau im Text platzieren lässt.k. A.Keine Angabe.Privatbesitz280pxBābur betraut Humāyūn mit der Verwaltung von Kabul und Badachschan. Am 11. April 1527 schickt er seinen Sohn von Alwar aus dorthin. Bildgröße 32,2 × 17,7 cm. B I: 267 P I: 111 Th I: 358–359 k. A. PrivatbesitzSimon Ray: Indian and Islamic Works of Art. London,