mini|Gedenktafel im Innenhof des ehemaligen Hotels Schiff in Linz, wo der Aufstand seinen Ausgang nahm Diese Liste von Denkmälern für den Februaraufstand 1934 enthält Denkmäler (Gedenktafeln, Mahnmale, Grabstätten, aber auch weitere Erinnerungszeichen wie Straßenbenennungen), die mit dem Februaraufstand 1934 in Österreich in Verbindung stehen.

Kontext

Der Februaraufstand war ein bürgerkriegsähnlicher Konflikt zwischen der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) bzw. ihrem bewaffneten Arm, dem Republikanischen Schutzbund, einerseits und der oft mit dem Begriff „austrofaschistisch“ bezeichneten, seit der Selbstausschaltung des Parlaments 1933 diktatorisch agierenden Bundesregierung Dollfuß II und ihren staatlichen Organen (Polizei, Gendarmerie, Bundesheer) sowie paramilitärischen Einheiten aus Heimwehr und Freiwilligem Schutzkorps andererseits. Der Aufstand brach am 12. Februar 1934 los und beschränkte sich im Wesentlichen auf Wien und einige bedeutende Industriestandorte mit entsprechend großer, organisierter Arbeiterschaft. Er war schlecht koordiniert und wurde innerhalb weniger Tage niedergeschlagen. Neun Teilnehmer wurden nach Standgerichtsprozessen hingerichtet, und die Sozialdemokratische Partei wurde verboten. Zweieinhalb Monate später formte Bundeskanzler Engelbert Dollfuß mit der Maiverfassung das bis dahin zumindest de jure noch parlamentarische Regierungssystem der Ersten Republik in den sogenannten Ständestaat um. Die in dieser Verfassung angedachte politische Organisation des „christlichen, deutschen Bundesstaates auf ständischer Grundlage“So die Präambel der kam jedoch nie voll zum Tragen, de facto regierten Dollfuß und sein Nachfolger Kurt Schuschnigg auf Basis sogenannter „Übergangsgesetze“, die die Staatsgewalt auf die Regierung konzentrierten, bis zum Anschluss Österreichs diktatorisch.

Über die genauen Opferzahlen – insbesondere unter den Aufständischen, aber auch auf Seite der Zivilbevölkerung – herrschte lange Unklarheit. Ein Projekt am Ludwig-Boltzmann-Institut für Historische Sozialwissenschaft in Wien kam 2014 zu dem Ergebnis, dass bei den Kämpfen zwischen 350 und 360 Personen umkamen. Die relative Mehrheit davon (38 %) waren unbeteiligte Zivilisten, die restlichen 62 % verteilen sich zu quasi gleichen Teilen auf die beiden Kampfparteien. Andere Schätzungen liegen teilweise weit darüber, auch die genaue Zahl der Verletzten ist schwer zu ermitteln. Verwundete Aufständische hielten sich versteckt, gleichzeitig kam es auf Polizeistationen zu schweren Misshandlungen an Gefangenen.

Die Erinnerungskultur rund um die Ereignisse des Februar 1934 war und ist stark von den jeweiligen politischen Umständen geprägt. Der Ständestaat gedachte bis zum Anschluss Österreichs 1938 „seiner“ Opfer, wohingegen das Gedenken an gefallene Kämpfer der unterlegenen Seite als Akt des Widerstands gelten konnte. Im Dritten Reich wurden Denkmäler des Ständestaates häufig aktiv entfernt oder sie fielen Kriegszerstörungen zum Opfer und wurden nach 1945 nicht wiedererrichtet. Erst in der Zweiten Republik konnten offiziell Denkmäler für gefallene Aufständische errichtet werden, die nun – unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges und auch des Stalinismus – häufig als „Kämpfer für ein freies Österreich“, „Kämpfer gegen den Faschismus“ oder „Kämpfer für Demokratie“ bezeichnet wurden, wenngleich diese Zuschreibungen 1934 nicht immer alle zutreffend gewesen sein mögen.

Treibende Kraft hinter diesen jüngeren Denkmälern sind häufig sozialdemokratische (Partei)-Organisationen, bis in jüngste Zeit besonders der „Bund Sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen, Opfer des Faschismus und aktiver AntifaschistInnen“. Das Gedenken an die Ereignisse des Februar 1934 wirkt für die SPÖ bis heute identitätsstiftend. Nach den Worten des Historikers Gerhard Jagschitz waren die Ereignisse 1934 „eben immer die Rute im Fenster der Roten gegen die Schwarzen“ – die 1945 gegründete ÖVP ist über Umwege politische Erbin von Dollfuß' Christlichsozialer Partei. Eine gemeinsame Aufarbeitung der Ereignisse blieb aus, stattdessen wurden die Erfahrungen des blutigen Konfliktes zwischen den beiden großen politischen Lagern nach 1945 in eine wichtige ideologische Stütze für die Proporzdemokratie und die Bildung Großer Koalitionen in Österreich uminterpretiert. Gerade um des großkoalitionären, sogenannten „Burgfriedens“ willen wurde der Februaraufstand noch Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg nicht thematisiert, sodass bereits 1984 laut einer Umfrage 85 Prozent der unter 29-Jährigen kein Wissen über die Ereignisse des Jahres 1934 hatten. Bis heute sind gemeinsame Gedenkveranstaltungen der beiden Parteien die absolute Ausnahme. Ein symbolischer Handschlag von Bundeskanzler Alfons Gorbach (ÖVP) und Vizekanzler Bruno Pittermann (SPÖ) am Mahnmal für die Opfer für ein freies Österreich galt 1964 als Sensation und sollte sich in ähnlicher Form erst 2014 zwischen Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) wiederholen.

Liste Die Liste basiert auf den Ergebnissen des genannten Forschungsprojekts am Ludwig-Boltzmann-Institut. Im Rahmen des Projektes wurde eine möglichst vollständige namentliche Erfassung aller Opfer versucht und dabei auch eine Übersicht möglichst aller bekannten Gedenktafeln, Denkmäler etc. mit Bezug zu den Februarkämpfen erstellt. Diese erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie wurde jedoch vom Historiker Kurt Bauer noch über das Projektende 2014 hinaus erweitert. Hier wiedergegeben wird der aktuell letzte Stand 2021 mit wenigen weiteren Ergänzungen.

Alle nicht einzeln durch Fußnoten belegten Angaben stammen aus der genannten Liste von Kurt Bauer (Download siehe unter „Weblinks“). Oft wird der Opfer des Februaraufstands in einem größeren Kontext (z. B. „Widerstand gegen den Faschismus 1934 bis 1945“) gedacht. In solchen Fällen wird der Widmungstext in der Tabelle zur besseren Lesbarkeit nur auszugsweise wiedergegeben, insbesondere werden aus Listen von Personen nur jene genannt, die mit dem Februaraufstand in Verbindung stehen. Um der Lesbarkeit im Tabellenformat den Vorzug zu geben, wird das ursprüngliche Layout der Inschriften (das in der Regel den Bildern entnommen werden kann) nur in Ansätzen berücksichtigt und ggf. um Interpunktion ergänzt.

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