mini|Marktplatz (Shared Space) und Marktbrunnen mini|Schönebecker Elbauenbrücke Schönebeck (Elbe) ist eine Stadt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Geographie Lage Die Stadt Schönebeck (Elbe) liegt östlich der Magdeburger Börde an der Elbe, etwa 15 km südlich der Landeshauptstadt Magdeburg. Das Stadtzentrum liegt auf einer Höhe von etwa 50–52 m, das Stadtgebiet steigt nach Westen leicht an. Die östlich der Elbe gelegenen Ortsteile liegen niedriger, auf einer Höhe von etwa 47–48 m. Die höchsten Erhebungen sind der Hummelberg (94,4 m) und die Frohser Berge (115,5 m). Südwestlich der Stadt liegt der Bierer Berg.

An der Schönebecker Elbbrücke befindet sich der Pegel Schönebeck der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. Der Pegelnullpunkt liegt bei . Der mittlere Wasserstand der Elbe liegt bei einer Höhe von 45,10 m (Pegelstand 2,40 m), der höchste überlieferte Wasserstand lag bei 50,32 m (Pegelstand 7,62 m) und wurde beim Elbehochwasser 2013 erreicht. Aus diesem Grund müssen die östlichen Stadtteile von Deichen und die Altstadt von einer Schutzmauer geschützt werden. Der niedrigste Wasserstand der Elbe lag bei 43,28 m (Pegelstand 0,58 m, 2018).

Auf einem Acker, etwa 450 m südsüdöstlich des Hummelberg-Turms, liegt der physikalische Schwerpunkt („Mittelpunkt“) von Sachsen-Anhalt. Er wurde vom Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt ermittelt.Vermessung: Mittelpunkt des Landes liegt im Rapsfeld. Mitteldeutsche Zeitung, 6. Mai 2010Neues Werbeschild: Mittelpunkt des Landes. volksstimme.de, 6. Juli 2017

Geologie Schönebeck liegt auf der östlichen Weferlingen-Schönebecker Triasplatte. Über einem Sockel aus Rotliegendem wurden Salzsteinschichten des Zechsteinmeeres abgelagert. Der Salzstock reicht hinauf bis in bergmännisch erschließbare Tiefen. In Störungszonen in der Nähe des Stadtteils Bad Salzelmen kann Oberflächenwasser einsickern und die Salze lösen, die dann als Solequellen zu Tage treten. Über der Triasplatte liegen tertiäre Deckschichten, gebildet aus Sand- und Tonschichten mit zwischengelagerten Braunkohleschichten (z. B. am ehemaligen Sprengstoffwerk rund 6 bis 23 m unter GOK). Die Elbe verläuft im mehrere Kilometer breiten Urstromtal der letzten Eiszeit. Infolge der Geschiebebewegungen der Eiszeit gibt es terrassenförmige Schichtungen von Kiesen und Sanden. Die oberen Bodenschichten sind überwiegend bestimmt von angewehten Lössschichten. Die ostelbischen Ortsteile Grünewalde, Elbenau und Ranies befinden sich im Bereich von Aueböden des Überschwemmungsgebietes der Elbe, an die sich in den ebenfalls ostelbischen Ortsteilen Plötzky und Pretzien Höhenlagen mit mehrere Meter dicken Sandschichten über Quarzit-Lagen anschließen. In diesem Gebiet befinden sich zahlreiche offen gelassene und inzwischen mit Wasser gefüllte ehemalige Steinbrüche, mit Tiefen von bis zu 30 m.

Stadtgliederung Die Stadt Schönebeck gliedert sich in sechs Stadtteile und drei Ortsteile (Ortschaften). Diese setzen sich aus den im 20. und 21. Jahrhundert eingemeindeten Orten der Umgebung zusammen. In der folgenden Tabelle sind die Stadtteile und Ortschaften dargestellt.

Stadtteile: Bad Salzelmen Elbenau Felgeleben (mit Siedlung Sachsenland) Frohse Grünewalde Schönebeck Ortsteile: Plötzky Pretzien Ranies

Die Stadtteile und Ortsteile von Schönebeck (anklickbare Karte):

Nachbargemeinden Schönebeck grenzt (im Uhrzeigersinn von Norden beginnend) an Magdeburg, Gommern, Barby und Bördeland.

Geschichte Etwa 2 km südöstlich der Altstadt wurde 1991 die Kreisgrabenanlage Schönebeck entdeckt, die aus der Zeit der frühbronzezeitlichen Aunjetitzer Kultur stammt. 2006 wurden in Schönebeck drei neolithische Röhrenbrunnen entdeckt. Mittelalter Im Jahr 936 wurde Frohse erstmals urkundlich erwähnt und ist somit der älteste Teil der heutigen Stadt Schönebeck. Auf Grund einer Überschwemmung änderte sich 1020 der Flusslauf der Elbe und führt seitdem in seinem heutigen Flussbett auch an Schönebeck vorbei. 150 Jahre später (1170) wurde „Elmen“ („Siedlung am Ulmenbach“) erstmals in einer Schenkungsurkunde des Magdeburger Erzbischofs Wichmann (1152–1192) erwähnt. Bei Schriftstücken früherer Zeit soll es sich um Fälschungen handeln. Erst 1223 wurde Schönebeck mit seinem ursprünglichen Namen „Sconebeke“ (vielleicht „Siedlung am schmalen Bach“, vielleicht aber auch altsächsisch „Sciene Beke“, ausgesprochen „Scoine Beke“ = „Schöner Bach“ oder „Schönbach“) erstmals urkundlich erwähnt. 1470 trat die „Groß Salzer Willkür“ in Kraft, 1490 dann die „Schönebecker Willkür“. Im Jahr 1582 wurde diese dann novelliert.

Frühe Neuzeit mini|Karte von Schönebeck (um 1750) Das Stadtarchiv Schönebeck verfügt über die in Sachsen-Anhalt umfangreichsten Aktenbestände aus der Zeit der Hexenprozesse. Zwischen 1576 und 1664 lassen sich auf diese Weise über 30 Hinrichtungen belegen. Insbesondere in den Jahren 1619 und 1655 häuften sich die Verurteilungen wegen angeblicher magischer Kräfte. Die Opfer aus Schönebeck und Groß Salze – wie die „Schnittegallische“ (1576) oder die „Heringsche“ (1660) – fanden vielfach auf dem Scheiterhaufen den Tod. Lediglich bei Anna Körbitz und Lene Jahn beschränkte sich die weltliche Gerichtsbarkeit 1632 darauf, sie des Landes zu verweisen. Dem ebenfalls Beschuldigten Andreas Böttcher gelang 1655 die Flucht. Trotz der guten Quellenlage bleibt die genaue Todesursache in vielen Fällen aber bis heute unklar. Auch in den Ortsteilen Elbenau, Felgeleben, Pretzien und Ranies fanden Hexenverfolgungen statt.Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 505, 461f., 504 und 506.

Von 1663 bis 1745 war Groß Salze im Besitz des Adelsgeschlechts von Pfuel, welche ab 1664 auch in dem Besitz des Amts Oberamt Eisleben waren, bis sie dieses 1798 an den kursächsischen Staat verkauften.

1680 gingen die drei Städte Groß Salze, Frohse und Schönebeck an das brandenburg-preußische Herzogtum Magdeburg und lagen im Holzkreis. Von den drei Städten war nur Groß Salze als sogenannte Immediatstadt der Regierung des Herzogtums direkt unterstellt, Schönebeck und Frohse blieben weiterhin Mediatstädte. Eine der ersten Dampfmaschinen wurde 1792 am Soleturm in Alt Salze (Elmen) zur Soleförderung errichtet.

Neuzeit Am 21. Oktober 1806 geriet Schönebeck unter französische Besetzung. Im Zuge der Befreiungskriege schlugen alliierte Truppen unter dem Kommando von Levin August von Bennigsen am 8. November 1813 im „Gefecht von Schönebeck“ die französischen Truppen, die nach der Völkerschlacht bei Leipzig nach Westen flohen, und rückten in Schönebeck ein.Johann Sporschil: Geschichte des Krieges des verbündeten Europas gegen Napoleon Bonaparte in den Jahren 1813, 1814 und 1815, Bd. 1: Der Feldzug von 1813, Teilband 3. Westermann, Braunschweig 1841, S. 1076–1077: Kapitel Gefecht von Schönebeck.

Am 29. Juni 1839 verkehrte die erste Eisenbahn zwischen Magdeburg und Schönebeck. Am 18. April 1894 wurde die Gemeinde Alt Salze (Elmen) in die damals noch selbstständige Stadt Groß Salze eingemeindet. Sie hieß zunächst weiter Groß Salze, wurde aber 1926 in Bad Salzelmen umbenannt. Es sollte auf das Solbad aufmerksam gemacht werden. Die Schönebeck-Elmener Straßenbahn verband als Pferdebahn von 1886 bis 1917 den Bahnhof Schönebeck mit Groß Salze.

Die am 30. April 1901 in Berlin gegründete Nationale Radiator Gesellschaft m.b.H. – ein Tochterunternehmen der American Radiator Corporation New York – begann 1902 mit der Produktion von Radiatoren und Heizkesseln aus Gusseisen für den Wohnungsbau in Schönebeck. Bereits 1903 ging die Verwaltung nach Berlin, wo das Unternehmen seitdem unter der Kurzbezeichnung NARAG firmierte.IKZ-Haustechnik: Ideal Standard feiert 100-jähriges Firmenjubiläum.

Am 30. November 1912 wurde die Straßenbrücke über die Elbe eingeweiht. Elbenau und Grünewalde, die ostseits der Elbe liegen und zum Landkreis Jerichow I gehörten, wurden am 1. April 1913 (als Voraussetzung für die Genehmigung zum Bau der Elbebrücke) aus diesem Landkreis ausgegliedert und von Schönebeck eingemeindet. Am 1. Juli 1923 erfolgte die Eingemeindung der Gemeinde Felgeleben. Am 1. Februar 1932 vereinigten sich das 1926 umbenannte Bad Salzelmen (ehemals „Groß Salze“), Frohse und Schönebeck zu Schönebeck-Bad Salzelmen, doch schon im Folgejahr am 22. März 1933 wurde dieser Anfangsname der Stadt in „Schönebeck“ wieder abgeändert. Die drei Städte traten gleichberechtigt auf, wobei im Laufe der Zeit nur noch von „Schönebeck (Elbe)“ gesprochen wurde.

In der von NSDAP und SA organisierten Reichspogromnacht am 9./10. November 1938 wurden die Synagoge (heute: Schalom-Haus), das Kaufhaus Conitzer & Co. in der Salzer Straße und zahlreiche kleinere Geschäfte und Wohnungen verwüstet und zehn Juden ins KZ Buchenwald deportiert. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurden 43 Schönebecker Juden ermordet.

Zweiter Weltkrieg Vom 19. März 1943 bis zur Befreiung Schönebecks durch amerikanische Truppen am 11. April 1945 bestand das Konzentrationslager Julius oder Schönebeck I an der Barbyer Straße. Das Lager war ein Außenlager des KZ Buchenwald. Die etwa 1500 bis 1800 Häftlinge mussten im Junkers-Werk in der Rüstungsproduktion arbeiten. Unter anderem wurden hier die Federbeine für die Junkersflugzeuge gefertigt. Das Schicksal der letzten Häftlinge ist nicht vollständig geklärt. Vor dem Einmarsch der Amerikaner wurden am 11. April 1945 1536 Häftlinge auf einen Todesmarsch in das KZ Sachsenhausen und dann weiter nach Schwerin geschickt. Bei der Elbüberquerung bei Barby soll etwa 300 Häftlingen die Flucht gelungen sein. Nur noch 300 bis 400 Häftlinge wurden im Mueßer Holz nahe Schwerin durch US-Soldaten befreit. In Schönebeck bestand außerdem einige Wochen im Frühjahr 1945 bei der NARAG ein Außenlager des KZ Buchenwald für 400 Häftlinge, die elektronische Bauteile für die V2-Waffen fertigen mussten.

Im März 1945 verlagerte das von Konteradmiral a. D. Hermann Lorey geleitete Zeughaus in Berlin die Geschützmodelle und die bis dahin noch im Zeughaus verbliebenen Bestände der Bibliothek nach Schönebeck an der Elbe.

Die Stadt Schönebeck wurde im Zweiten Weltkrieg von Kriegsschäden weitgehend verschont. Erst kurz vor dem Einmarsch amerikanischer Truppen im April 1945 wurde im Breitenweg ein Haus durch eine verirrte Artilleriegranate zerstört. Die Bogenbrücke über die Elbe wurde Ende April 1945 von deutschen Truppen gesprengt. Die Hallen der Junkerswerke überstanden den Krieg unversehrt; sie wurden gemäß dem Potsdamer Abkommen demontiert und gesprengt. Auf den Fundamenten dieser Hallen wurden in den 1960er Jahren die Hallen der IFA-Traktorenwerke neu errichtet.

Das Außenlager Julius und das Arbeitslager wurden nach 1945 unter der Bezeichnung „Lager Ost“ und „Lager West“ zur Aufnahme der Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Gebieten genutzt. Im Laufe der Jahre durchliefen etwa 35.000 Menschen das Lager. Es wird geschätzt, dass rund 17.000 von ihnen in der Region Schönebeck blieben.

Nachkriegszeit Am 1. Februar 1946 wurde Schönebeck aus dem Kreis Calbe (Saale) herausgelöst und zur kreisfreien Stadt erklärt. Diesen Titel behielt die Stadt nur vier Jahre, da am 1. Juli 1950 der Kreis Schönebeck mit der Kreisstadt Schönebeck (Elbe) neu gebildet wurde. In der DDR war Schönebeck von 1952 bis 1990 Kreisstadt des gleichnamigen Kreises im Bezirk Magdeburg (ab 1990 im Land Sachsen-Anhalt).

Am 13. April 2005 erhielt der Stadtteil Bad Salzelmen endgültig den Status eines Heilbades.

Nach umfangreichen Bauarbeiten konnte die neue Elbebrücke am 20. Mai 1952 dem Verkehr übergeben werden. Die „Ernst-Thälmann-Brücke“ verband nun die Ortsteile Grünewalde und Elbenau wieder mit Schönebeck. Übergangsweise war bis zur Einweihung der neuen Brücke ein Fährverkehr eingerichtet worden; zu diesem Zweck war das Schiff Stadt Schönebeck gebaut worden.Stadt Schönebeck - FGS - 05802140 (P-218) auf www.binnenschifferforum.de