Die Liste der Stolpersteine in Rheinbreitbach enthält die Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projekts von Gunter Demnig in Rheinbreitbach verlegt wurden. Mit ihnen soll an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert werden, die in Rheinbreitbach lebten und wirkten. Liste der Stolpersteine Adresse Verlegedatum Name Bild / AnmerkungHauptstraße 15 2021 zentriert|mini|Stolpersteine Sophie und Jette Moses Jenny (auch Jette oder Henny) Moses (geb. 15. November 1886 in Rheinbreitbach; gest. nach dem 18. Oktober 1944 im KZ Auschwitz-Birkenau) und Sophie Moses (geb. 15. August 1889 in Rheinbreitbach, gest. nach dem 30. April 1942) waren die Töchter des jüdischen Ehepaars David Moses (1844–1931) und Adele Glasser (1859–1928). Ihr Großvater Salomon Moses (auch Moises) lässt sich seit den 1830er Jahren als Händler in Rheinbreitbach nachweisen. Ihr Bruder Salomon Moses (1883–1917) starb als Soldat im Infanterieregiment 145 im Ersten Weltkrieg.

Jenny Moses verzog bereits 1901 nach Neuwied und lässt sich von 1914 bis 1934 als Verkäuferin in Iserlohn, Weststraße 18, nachweisen. Sie wurde am 29. Juli 1942 mit dem Transport X/1, Zug Da 72 (Personentransportnummer 624) von Dortmund ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Als letzte Wohnadresse ist in der Transportliste für sie Iserlohn, Schützenhof 14, vermerkt. Am 19. Oktober 1944 erfolgte ihre weitere Deportation mit dem Transport ES (Personentransportnummer 728). Der Zug erreichte am nächsten Tag das Vernichtungslager Auschwitz, wo sie wahrscheinlich noch am selben Tag ermordet wurde. zentriert|mini|Stolpersteine Sophie und Jette Moses Sophie Moses war als Modistin tätig. Sie hielt sich kurzzeitig in Bonn und ebenfalls in Iserlohn auf, lebte dann aber durchweg in Rheinbreitbach, wo sie sich vermutlich um ihre Eltern gekümmert hatte. In ihrem Haus in der Hauptstraße 85 (heutige Nr. 15) befand sich eine jüdische Betstube und eine Mikwe. 1941 wurde Sophie gezwungen, ihr Elternhaus in Rheinbreitbach zu veräußern. Bei späteren Renovierungsarbeiten des Gebäudes fand man Gebetsriemen, die dort mutmaßlich von ihr vor dem Auszug in einem Türrahmen versteckt worden waren. Sophie Moses wurde am 30. April 1942 mit dem Transportzug Da 76 vom Bahnhof Koblenz-Lützel ins damals vom Deutschen Reich besetzten Polen deportiert. Der Zug erreichte am 3. Mai den Bahnhof Krasnystaw. Die Insassen mussten zu Fuß weiter ins Durchgangsghetto Kraśniczyn, das bereits im Juni 1942 aufgelöst wurde. Die SS-Wachmannschaften töteten dabei etwa 200 Personen noch vor Ort, die verbliebenen Ghettobewohner wurden wenig später im Vernichtungslager Sobibor ermordet. Hauptstraße 20140px2021 zentriert|mini|Stolperstein Helena Salm Helena Salm, geborene Baer (geb. 7. April 1854 in Erpel, gest. 21. März 1943 im Ghetto Theresienstadt), war die Tochter des jüdischen Ehepaars Jakob Baer (1826–1886) und Sybilla Franken (1827–1882). Ihr Vater war Fleischer in Rheinbreitbach und Mitbegründer der Synagogengemeinde in Linz gewesen. 1887 heiratete sie den Fleischer Simon Salm (1857–1932) aus Erpel. Die Familie Salm lebte zunächst in Rheinbreitbach, später in Erpel und Heister (Stadtteil von Unkel). Nach dem Tod ihres Mannes kehrte Helena etwa 1933 zurück nach Erpel, wo sie später im sogenannten Judenhaus in der Breitenstraße eingewiesen wurde. Im Alter von 85 Jahren wurde Helena Salm am 27. Juli 1942 mit dem Transport III/2, Zug Da 76 (Personentransportnummer 341), ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Als letzter Wohnort ist in der Transportliste für sie Erpel vermerkt. Am 21. März 1943 wurde sie in Theresienstadt ermordet.

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