Rainer Rosenberg (* 25. April 1936; † 30. November 2021)https://trauer.tagesspiegel.de/traueranzeige/rainer-rosenberg war ein deutscher Germanist und Literaturwissenschaftler.
Leben Ab 1953 studierte er an der Universität Jena Germanistik. Mit einer Arbeit über Die Struktur von Gerhart Hauptmanns Atriden-Tetralogie wurde er 1959 bei Joachim Müller promoviert. Die weitere wissenschaftliche Laufbahn blieb Rosenberg zunächst aus politischen Gründen verwehrt: seine Eltern und jüngeren Geschwister waren aus der DDR geflohen und auch er selbst stand dem SED-System fern. Nach der Promotion arbeitete er daher als Redakteur bei der National-Zeitung, dann als Lektor im Verlag der Nation, die beide zur Blockpartei NDPD gehörten, und übersetzte Romane aus dem Russischen.Petra Boden: AMBIVALENZEN DES ZWISCHENRAUMS. Ein Nachruf auf Rainer Rosenberg.
Ab 1965 war Rosenberg wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin (Ost), zunächst in der Arbeitsstelle Georg Herwegh des Instituts für deutsche Sprache und Literatur. Ab 1969 arbeitete er am Zentralinstitut für Literaturgeschichte (ZIL) der Akademie, die sich ab 1972 Akademie der Wissenschaft der DDR nannte. Mit der Schrift Literaturverhältnisse im deutschen Vormärz schloss er dort 1974 die Dissertation B zum Dr. sc. phil. ab (entspricht einer Habilitation). Anschließend leitete er am ZIL eine Forschungsgruppe zur Literatur zwischen 1830 und 1870. Von 1980 bis zur Auflösung der Akademie 1991 war Rosenberg Professor am ZIL.
Nach der deutschen Wiedervereinigung war Rosenberg ab 1991 am Forschungsschwerpunkt Literaturforschung bzw. von 1996 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2001 am daraus hervorgegangenen Zentrum für Literaturforschung (ZfL) tätig. Dort leitete er von 1996 bis 2000 das Forschungsprojekt „Geschichte der deutschen Literaturwissenschaft seit 1945“. Gastprofessuren führten ihn nach Siegen, Pavia und Tokio. Seine Arbeitsschwerpunkte waren deutsche Literatur des 19. Jahrhunderts, insbesondere des Vormärz und Wissenschaftsgeschichte der Literaturwissenschaft.
mini|hochkant=0.5|Grabstätte auf dem Waldfriedhof Dahlem Seine letzte Ruhestätte fand Rainer Rosenberg auf dem Waldfriedhof Dahlem.
Herausgeberschaft Rosenberg war von 1980 bis 2001 Mitglied des Herausgebergremiums der Zeitschrift für Germanistik. Er blieb weiterhin in diesem Gremium, als die Zeitschrift nach 1991 Verlag und Ausrichtung nach der Wende änderte.
Schriften (Auswahl) Literaturverhältnisse im deutschen Vormärz. Berlin 1975, . Zehn Kapitel zur Geschichte der Germanistik. Literaturgeschichtsschreibung. Berlin 1981, . Literaturwissenschaftliche Germanistik. Zur Geschichte ihrer Probleme und Begriffe. Berlin 1989, ISBN 3-05-000877-6. Verhandlungen des Literaturbegriffs. Studien zu Geschichte und Theorie der Literaturwissenschaft. Berlin 2003, ISBN 978-3-05-003793-6. Innenansichten zur Wissenschaftsgeschichte. Vorläufige Bilanz eines Literaturwissenschaftlers. Frankfurt am Main 2014, ISBN 3-631-64929-0.
Weblinks
zfl-berlin.org Petra Boden: Nachruf auf zflprojekte.de
Einzelnachweise
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