Das Amt Millingen war bis 1975 ein Amt im Kreis Rees in Nordrhein-Westfalen. Es ging aus der Bürgermeisterei Millingen und der Bürgermeisterei Isselburg hervor. Sein Gebiet gehört heute zur Stadt Rees im rheinischen Kreis Kleve und zur Stadt Isselburg im westfälischen Kreis Borken.
Bürgermeisterei Isselburg
Isselburg und seine nähere Umgebung gehörten vor der Franzosenzeit zum Herzogtum Kleve, das seit dem 17. Jahrhundert zu Preußen gehörte. Durch den Frieden von Tilsit musste Preußen 1807 auf seine Besitzungen westlich der Elbe verzichten. Der rechtsrheinische Teil des Herzogtums Kleve fiel dadurch im Januar 1808 an den französischen Satellitenstaat Großherzogtum Berg und gehörte dort zum Arrondissement Essen. Das Gebiet war nach französischem Muster in die drei Kantone Emmerich, Rees und Ringenberg gegliedert. In den Kantonen wurden als unterste Verwaltungsebene Mairien (Bürgermeistereien) eingerichtet, darunter auch die Mairie Isselburg im Kanton Rees.GenWiki: Kanton Rees Ende 1810 wurde das Gebiet von Frankreich annektiert und gehörte nun zum Arrondissement Rees des Départements Lippe.
Nachdem 1814 das Gebiet des alten Herzogtums Kleve wieder an Preußen gefallen war, wurde aus der Mairie Rees die preußische Bürgermeisterei Rees, die 1816 zum neuen Kreis Rees in der Provinz Jülich-Kleve-Berg, der späteren Rheinprovinz kam.
Die Bürgermeisterei Isselburg umfasste zunächst die Stadt Isselburg sowie die Gemeinden Heelden, Hurl, Millingen, Vehlingen.
Bürgermeisterei Millingen
Am 10. Mai 1858 wurde der Stadt Isselburg die Rheinische Städteordnung verliehen. Die Bürgermeisterei wurde in eine Bürgermeisterei für die Stadt Isselburg und die Bürgermeisterei Millingen geteilt, die die vier Landgemeinden verwaltete.Otto v. Mülmann: Statistik des Regierungsbezirks Düsseldorf , 1867, S. 1026 In der Folgezeit stand meistens der Bürgermeister von Isselburg beiden Bürgermeistereien in Personalunion vor.
Amt Millingen
Am Ende des Jahres 1927 wurde die Bezeichnung aller rheinischen Landbürgermeistereien in „Amt“ geändert.Gesetz über die Regelung verschiedener Punkte des Gemeindeverfassungsrechts vom 27. Dezember 1927: „Die Landbürgermeisterei in der Rheinprovinz führt hinfort die Bezeichnung Amt.“ Die Bürgermeisterei Millingen hieß seitdem Amt Millingen.
Der Name der Gemeinde Hurl wurde 1963 in Empel geändert.Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1963, S. 225 Das Amt Millingen umfasste weiterhin vier Gemeinden: Empel Heelden Millingen Vehlingen Am 1. Januar 1975 wurde das Amt durch das Niederrhein-Gesetz aufgelöst. Empel und Millingen wurden Teil der Stadt Rees, die zum Kreis Kleve kam. Gleichzeitig wurden Heelden und Vehlingen durch das Münster/Hamm-Gesetz in die Stadt Isselburg eingemeindet, die aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf in den Kreis Borken im Regierungsbezirk Münster wechselte.
Einwohnerentwicklung Jahr Bm. Isselburg Quelle 1828 2460 Amtsblatt der Regierung zu Düsseldorf 1829, S. 151 StadtIsselburg Bm. / AmtMillingen 1871 1132 2724 Gemeindeverzeichnis Rheinprovinz 1871 1885 1562 2826 Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland 1885 1895 1899 2937 Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland 1898 1910 2241 3128 1933 2167 3361 1939 2207 3203 1950 2530 3663 Volkszählung 1950 1961 2459 3578 Volkszählung 1961 1970 2627 3970 Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys (mit historischen Bevölkerungszahlen)
Einzelnachweise
Millingen Kategorie:Geschichte (Kreis Kleve) Kategorie:Geschichte (Rees) Millingen Kategorie:Aufgelöst 1974