miniatur|150px|Berliner Illustrirte Zeitung vom 20. September 1896, mit Fotos einiger Frauen

Der Internationale Kongress für Frauenrechte und Frauenbestrebungen fand vom 19. bis 26. September 1896 in Berlin statt. Dort trafen sich über 1000 Teilnehmerinnen aus vielen europäischen Ländern und den USA.

Geschichte Die Frauenrechtlerin Lina Morgenstern hatte die Idee, erstmals einen großen internationalen Frauenkongress in Deutschland während der Berliner Gewerbeausstellung 1896 zu organisieren. Minna Cauer schrieb in einer öffentlichen Einladung:

Es kamen über 1000 Frauen, vor allem aus Deutschland, sowie aus fast allen europäischen Ländern und den USA zusammen. Es gab zahlreiche Vorträge und Diskussionen zu den verschiedensten Themen, wie politische Frauenrechte, Bildung, soziale Tätigkeiten, Prostitution, Kleidermode und weitere.

Viele deutsche und ausländische Tageszeitungen und Zeitschriften berichteten über den Kongress.Illustrirte Zeitung vom 20. September 1896, Titelblatt, mit Porträtfotos einiger der beteiligten FrauenBerliner Tageblatt vom 20. September 1896, Dritte Beilage, S. 1 [= S. 13] Digitalisat

Teilnehmerinnen (Auswahl)

Zu den bekanntesten Teilnehmerinnen gehörten die Frauenrechtlerinnen Alice Salomon, Henriette Goldschmidt und Clara Zetkin und die italienische Reformpädagogin Maria Montessori. Weitere Referentinnen waren

Anita Augspurg, Anna Bauer, Hanna Bieber-Böhm, Ottilie von Bistram, Lily Braun, Elvira Castner, Minna Cauer, Bertha Delbanco, Luise Ey, Auguste Friedemann, Margarethe Hager, Agnes Herrmann, Laura Herrmann, Luise Jessen, Emilie Kempin, Rosa Marsits, Fanny Meißner-Diemer, Ella Mensch, Elisabeth Miessner, Natalie von Milde, Lina Morgenstern, Klara Müseler, Anna Plothow, Hermine von Preuschen-Telmann, Sera Prölß, Lydia Rabinowitsch-Kempner, Marie Raschke, Dora Rösler, Annie Salmon, Käthe Schirmacher, Therese Schlesinger-Eckstein, Rosalie Schoenflies, Jeanette Schwerin, Ulrike Stobbe, Anna Stock, Klara Strich, Marie Stritt, Barbe von Tarnofsky (Warwara Tarnowskaja) und weitere. Die 84-jährige Gräfin Viktorine von Butler-Haimhausen sandte ein Grußtelegramm.

Nachwirkungen Reformkleidung Bereits wenige Wochen nach dem Frauenkongress gründete sich der Verein zur Verbesserung der Frauenkleidung. Dieser setzte sich sehr aktiv für die Verbreitung der praktischen Reformkleidung ein, die sich dann auch nach wenigen Jahren in Deutschland langsam durchsetzen konnte.

Lexikon deutscher Frauen der Feder Sophie Pataky wurde durch den Kongress angeregt, ein Lexikon deutscher Frauen der Feder zusammenzustellen, in dem sie Angaben über etwa 5000 schreibende Frauen, ihre Werke und teilweise ihre Kurzbiographien aufnahm. Dieses ist bis in die Gegenwart ein wichtiges Nachschlagewerk zu unbekannteren schreibenden Frauen aus dieser Zeit.

Literatur Ulla Wikander: Feminism, familj och medborgarskap. Debetter på internationella kongresser om nattarbedsförbud för kvinnör [Feminismus, Familie und Nachbarschaft. Debatten auf internationalen Kongressen über ein Nachtarbeitsverbot für Frauen]. Stockholm 2005, Kap. 7 (englische Übersetzung), mit ausführlichen Angaben zum Kongress Theresa Wobbe: Die Frauenbewegung ist keine Parteiensache. In: Ute Gerhard-Scheuer (Hrsg.): Politik der Autonomie. 1986. S. 50–65, hier S. 59–62 (PDF) Rosalie Schoenflies und Redaktions-Kommission (Hrsg.): Der Internationale Kongreß für Frauenwerke und Frauenbestrebungen in Berlin. Verlag von Hermann Walther, Berlin 1897 Digitalisate, mit allen Vorträgen

Weblinks

Einzelnachweise

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