Rolf Bathe (* 10. Dezember 1898 in Berlin; † 3. Februar 1944 in der Sowjetunion) war ein deutscher Schriftsteller, Journalist, Rundfunksprecher und Hörspielautor in der Zeit des Nationalsozialismus.
Leben und Werk Der Kaufmannssohn diente im Ersten Weltkrieg als Stoßtruppoffizier, bei Kriegsende hatte er den Rang eines Oberleutnants.Jacob Peter Meyer: Colonel Bathe. The career of a Nazi-Officer. Um 1940. In: University of St Andrews. Collections. Abgerufen am 28. August 2024. Anschließend studierte Bathe an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin Nationalökonomie wurde 1922 mit der Arbeit Rigas Kampf um seine handelspolitische Machtstellung im 19. und 20. Jahrhundert zum Dr. der Staatswissenschaft promoviert.Rolf Bathe: Rigas Kampf um seine handelspolitische Machtstellung im 19. und 20. Jahrhundert. [Auszug]. In: Jahrbuch der Dissertationen der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin 2 (1921/1922), , S. 4–8. Danach wirkte er zunächst bei religiös-sozialistischen und sozialdemokratischen Zeitschriften und Zeitungen vornehmlich als Wirtschaftsredakteur mit, so z. B. bei den Neuen Blättern für den Sozialismus, beim Blick in die ZeitUlrich Peter: Die religiösen Sozialisten im Dritten Reich, Teil 3: Anpassung, Bekennende Kirche und politischer Widerstand. In: CuS. Christin und Sozialistin. Christ und Sozialist 69 (2016), Nr. 2–3, , S. 11 (online, abgerufen am 28. August 2024). oder bei VorwärtsKurt Hermann Mendel: "Blick in die Zeit". 1933–1935 (= Beiträge zum Widerstand 1933–1945. Bd. 24). Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin 1986, , S. 6 (online, abgerufen am 28. August 2024).. Herausgeber von Barthes erstem Buch Der Zusammenbruch über die Dolchstoßlegende war noch die Berliner SPD.
Ab etwa Mitte der 1930er Jahre wirkte der in Rehbrücke bei Potsdam lebende Bathe dann aber vor allem als Schriftsteller von NS-propagandistischer Kriegsliteratur. Seine Bücher erfreuten sich großer Beliebtheit und erschienen in mehreren Auflagen. Als Journalist verfasste er Artikel(-reihen) u. a. für die Zeitschriften Die Wochebeispielhaft: Rolf Bathe: Versailles. Der Kampf um die Beute. Ein Rückblick auf das Drama vor 20 Jahren. In: Die Woche 41 (1939), Nr. 13 vom 29. März, ., Die WehrmachtJoão Arthur Ciciliato Franzolin: Die Wehrmacht. Die offizielle illustrierte Propagandazeitschrift der deutschen Wehrmacht für das In- und Ausland (1936–1944). Diss., Europa-Universität Flensburg, Flensburg 2017, Zentrale Hochschulbibliothek Flensburg, Flensburg 2018, , S. 111 (online, abgerufen am 28. August 2024). oder die Deutsche Rundschaubeispielhaft: Rolf Bathe: Weltwende im Fernen Osten. In: Deutsche Rundschau 65 (1939 ), Bd. 258, , S. 81–87.. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit war er auch im Hörfunk tätig. Bathe verfasste Hörspiele und verlas und kommentierte während des Polen-Feldzugs täglich als Angehöriger der Wehrmacht im Offiziersrang offiziell im Auftrag des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda im Großdeutschen Rundfunk als erster Sprecher den Wehrmachtbericht, bevor er im Mai 1940 in dieser Funktion von Erich Murawski abgelöst wurde.Umschlagtext. In: Rolf Bathe: Der Feldzug der 18 Tage. Chronik des polnischen Dramas. Stalling, Oldenburg und Berlin 1939. Bathes Kommentare und Erläuterungen erschienen später als Buch mit dem Titel Der Feldzug der 18 Tage,Winfried B. Lerg: Die Geschichte der Kriegsberichterstattung. Ein Literaturbericht. In: Publizistik. Vierteljahreshefte für Kommunikationsforschung 37 (1992), Nr. 2, , S. 405–422, hier S. 419 (online, abgerufen am 28. August 2024). von dem bereits ein Jahr nach dem Erscheinen 190.000 Exemplare gedruckt worden waren.Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel 107 (1940), Nr. 250 vom 25. Oktober, , S. 5036 (online, abgerufen am 28. August 2024).
Spätestens 1942 meldete sich Bathe im Zweiten Weltkrieg freiwillig für den Kriegsdienst,Militär-Wochenblatt. Unabhängige Zeitschrift für die deutsche Wehrmacht 126 (1941/42), , S. 1433. im April und Mai dieses Jahres erhielt Joseph Goebbels Briefe von ihm, in denen Bathe die Lage bei der Kesselschlacht von Demjansk beschreibt.Elke Fröhlich (Hrsg.): Die Tagebücher von Joseph Goebbels. Teil II: Diktate 1941–1945. Band 4: April–Juni 1942. K. G. Saur, München u. a. 1995, ISBN 3-598-21924-5, S. 75, 398. Bathe fiel 1944 als Major (andere Quellen wie Goebbels schreiben Oberstleutnant) und Kommandeur eines Füsilier-Bataillons im Infanterie-Regiment 376 an der Ostfront. Testamentarisch vermachte er die Hälfte der Einnahmen aus seinem Buch Der Kampf um den Balkan den Hinterbliebenen „ermordeter Volksdeutscher“. Der Betrag sollte vom Oberbürgermeister der Stadt Bromberg unter der Bezeichnung Dr. Rolf Bathe-Stiftung verwaltet und gemeinsam mit den NSDAP-Kreisbeauftragten für die Hinterbliebenen ausgezahlt werden.Stiftung eines Gefallenen. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel 111 (1944), Nr. 72 vom 23. September, S. 177 (online, abgerufen am 28. August 2024).
Bathes Nachlass u. a. mit Kriegstagebüchern befindet sich im Bundesarchiv.
Auszeichnungen (Auswahl)
1943: Deutsches Kreuz in Gold 1944: Ehrenblattspange des Heeres
Schriften (Auswahl) Rigas Kampf um seine handelspolitische Machtstellung im 19. und 20. Jahrhundert. Diss., Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin, 1922. Der Zusammenbruch. So war der Krieg! So war sein Ende! Ein Wort gegen Dolchstoßlüge und Kriegshetzer. Freie Presse, Molkenbuhr & Co., Berlin um 1932, . Frankreichs schwerste Stunde. Die Meuterei der Armee 1917. Eine historische Studie. Protte, Potsdam 1933, . Abrüstung, Aufrüstung und internationale Rüstungsindustrie. Tatsachen, Dokumente, Berichte. 2. Aufl., Ristow, Elsner, Foerster, Berlin und Leipzig 1934, . Bis zum letzten Hauch ... (= Soldatische Studien. 1914–1918. Bd. 1). Protte, Potsdam 1936, . Otto Plagenz (Hrsg.): Hohe Hausnummern an der Westfront. Die Feldzugsgeschichte der 234. Infanterie-Division (von Stumpff). Protte, Potsdam 1936, . Der Feldzug der 18 Tage. Chronik des polnischen Dramas. Stalling, Oldenburg und Berlin 1939, . Männer am Feind. Stalling, Oldenburg und Berlin 1939, . Tannenberg. Der Einsatz des letzten Mannes (= Kleine Wehrmacht-Bücherei. Bd. 3). Verlag "Die Wehrmacht", Berlin 1939, . Der Kampf um die Nordsee. Chronik des Luft- und Seekrieges im Winter 1939/40 und des norwegischen Feldzuges. Stalling, Oldenburg und Berlin 1941, . Der Deutsche greift an. Die große Schlacht in Frankreich, Frühjahr 1918 (= Hillgers Deutsche Jugendbücherei. Bd. 655). Hillger, Berlin 1942, . mit Erich Glodschey: Der Kampf um den Balkan. Chronik des jugoslawischen und griechischen Feldzugs. Stalling, Oldenburg und Berlin 1942, .
Hörspiele Waffentaten ostdeutscher Regimenter. Folge 1–3. 1939/1940.
Literatur Bathe, Rolf. In: Kürschners deutscher Literatur-Kalender 50 (1943), Sp. 38 (online). Leben und Leistung der Gefallenen. In: Deutsche Presse. Zeitschrift für die gesamten Interessen des Zeitungswesens 34 (1944), Nr. 15, , S. 176. Georg H. Schlatter Binswanger: Bathe, Rolf. In: Wilhelm Kosch (Begr.), Carl Ludwig Lang (Hrsg.): Deutsches Literatur-Lexikon. Das 20. Jahrhundert. Biographisch-bibliographisches Handbuch. Band 1: Aab – Bauer. K. G. Saur, Bern und München 2000, ISBN 978-3-908255-01-7, Sp. 685. Weblinks Eintrag im Literaturport
Einzelnachweise
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