Der Ford Transit ist ein Kleintransporter des Automobilherstellers Ford. Er wird seit 1965 produziert und ist bis heute durch alle Generationen als Kastenwagen, Pritschenwagen und Kleinbus in unterschiedlichen Versionen erhältlich. Ford bietet auch luxuriös ausgestattete Kleinbusmodelle unter dem Namen Ford Tourneo an. Die fünfte Generation wurde 2001 ebenso wie die sechste Generation 2007 zum Van of the Year gewählt.

Allgemeines Nach dem Zweiten Weltkrieg bauten Ford Deutschland mit dem Ford FK 1000/1250 und Ford of Britain mit dem Ford Thames 400E zwei unterschiedliche Kleintransporter, die teilweise außerhalb der Heimatmärkte in den Exportmärkten sogar nebeneinander angeboten wurden. Um das zukünftig zu vermeiden, ordnete die Konzernzentrale in Dearborn die gemeinsame Entwicklung eines Nachfolgers unter dem Projektnamen Redcap an. Die beiden Tochterfirmen zeigten wenig Interesse an einer gemeinsamen Entwicklung und verzögerten das Projekt. Schließlich übernahm Detroit die Initiative und schickte Zeichnungen nach England wie der neue Lieferwagen auszusehen habe. Dieser Entwurf basierte auf Plänen für einen zukünftigen amerikanischen Fullsize-Van mit großem Motorraum, der auch V8-Ottomotoren aufnehmen konnte. Ford wollte ursprünglich ein Weltauto entwickeln und den Econoline I damit ersetzen. Wegen der mangelnden Zusammenarbeit zwischen Ford Deutschland und Ford of Britain war das Projekt jedoch nicht sehr weit fortgeschritten, weshalb Ford Amerika letztlich einen eigenen Nachfolger entwickelte. Der Ford FK 1000/1250, mittlerweile in Ford Taunus Transit umbenannt, verkaufte sich zwar den Erwartungen von Ford Deutschland entsprechend, jedoch war die Ausbaufähigkeit in der Nutzlast begrenzt. Wegen der notwendig gewordenen Einstellung der Ford FK-Serie bei gleichzeitigem Erfolg des Ford Thames Trader von Ford of Britain erteilte Detroit nun die Hauptverantwortung für die Entwicklung an Ford of Britain. Dort hatte man mehr Interesse an einem Nachfolgemodell, da sich der Thames 400E im Heimatmarkt immer schlechter verkaufte. Daher wurde aus den Zeichnungen ein Transporter mit Ähnlichkeiten zum Ford Cortina entwickelt. Ford Deutschland war nun aufgrund des Entwicklungsverbots aus Detroit für einen Nachfolger des Taunus Transit gezwungen, den Entwurf hinzunehmen und sich auf Fragen der Karosserievarianten und Technik zu beschränken. Nachdem das Fahrzeug vollständig entwickelt war, musste ein Name gefunden werden, der auf allen Märkten verwendbar war. Bei Ford of Britain hatten dazumal alle Nutzfahrzeuge den Beinamen Thames für das an der Themse gelegene Hauptwerk. Schließlich einigte man sich auf den beim Ford Taunus Transit bereits verwendeten Namen Ford Transit. Wobei Transit im Lateinischen für transire = hinübergehen, überschreiten, übertreffen steht und im Allgemeinen für einen Staat oder ein bestimmtes Gebiet durchquerenden Verkehr. Wegen des deutschen Vorgängers Taunus Transit werden auch unterschiedliche Zählweisen der Baureihen in Deutschland und Großbritannien vorgenommen. So wird das erstmals 1965 von den britischen Ford-Werken gebaute Modell in Deutschland als 2. Generation und in Großbritannien als Mark 1 (1. Generation) bezeichnet.

Während die Vorgänger Frontlenker waren, die in ihren Abmessungen etwa dem in Deutschland seit jeher größten Wettbewerber, dem VW-Bus, entsprachen, sind alle Modelle seit 1965 Kurzhauber mit dem Motor unter einer kurzen Haube vor der Fahrerkabine. Seither sind sie stets etwas größer als der VW-Bus. Allen Generationen gemeinsam ist – dank des vorne angeordneten Motors – eine große und vor allem ebene Ladefläche auch bei der Kastenversion (anders als beim genannten VW-Transporter, der bis 1990 den Motor im Heck und somit unterschiedlich hohe Böden im Innenraum hatte).

Der Transit wurde in Großbritannien zum meistgekauften Kleintransporter, belegte in Deutschland aber immer nur den zweiten Platz hinter dem VW-Transporter. Obwohl im Vergleich zum Ur-VW-Bus die jüngere Konstruktion, galt er zumindest in den ersten Jahren als laut. Außerdem hatte lange Zeit das einfachere Fahrwerk schlechte Fahr- und Federungseigenschaften. Dem gegenüber standen Anspruchslosigkeit und eine gewisse Robustheit, während gleichzeitig immer wieder eine mäßige Verarbeitungsqualität bemängelt wurde. Wie die meisten anderen Kleintransporter erreichte der Transit in Deutschland nie den Kultfaktor des VW-Bus, auch wenn er durch die Beliebtheit bei damaligen Gastarbeitern in den 1970er Jahren den Spitznamen „Ford Türkspeed“ bekam.40 Jahre Ford TransitHappy Birthday, alter Kölner! Focus online, 22. Juli 2005 Anders als beim VW-Bus sind alte Transits in Liebhaberhand entsprechend selten. Der Erfolg des Modells ist nach über  Jahren dennoch ungebrochen.

Der fünfmillionste Transit lief am 18. Juli 2005 in Southampton vom Band und wurde einer wohltätigen Organisation gespendet. Der Transit ist seit über 40 Jahren das meistverkaufte leichte Nutzfahrzeug in Europa. In den 2000er Jahren entwickelte Ford unter dem Namen Transit ein komplettes Nutzfahrzeugprogramm, beginnend mit dem Transit Connect, gefolgt vom Transit Custom bis hin zum Transit Courier. Mit der 7. Generation des Transit (UK MK 8) verwirklicht Ford seine ursprünglichen Pläne des Modells als Weltauto. So wird der europäische Transit auch in Nordamerika gebaut und angeboten als Ford-T-Serie.

Produktionsstandorte Amsterdam, Niederlande: 1975–1981 (Transit) Langley (Slough) Berkshire, Vereinigtes Königreich: 1965–1972 (Transit) Genk, Belgien: 1965–2000 (Transit) Obchuk, Belarus: 1997–2000 (Transit) Southampton, Vereinigtes Königreich: 1972–2013 (Transit) Gölcük (Kocaeli), Türkei: seit 1976 (Transit), seit 2002 Ford Transit Connect und seit 2012 Ford Transit Custom İnönü, Türkei: seit 1982 (T und Ⓜ) Hai Duong, Vietnam: seit 1998 (Transit) Nanchang, Volksrepublik China: seit 1996 (Transit 2006 und Transit 2008) Craiova, Rumänien: 2009–2013 (Transit Connect), seit 2013 Ford Transit Courier Wayne/Louisville, Vereinigte Staaten: seit 2012 (Transit Connect) Kansas City/Missouri, Vereinigte Staaten: seit 2013 Ford Transit (Nordamerika)/T-Serie Valencia, Spanien: 2013–2022 (Transit Connect) Jelabuga, Russland: 2014–2022 (Transit)

Modellgenerationen Taunus Transit (nur Deutschland; 1961–1965)

Transit ’65 / ’71 (1965–1978)

Die zweite Generation des Transit war eine britische Konstruktion. Ursprünglich wurde das Fahrzeug am Standort Langley (Slough), Grafschaft Berkshire (Vereinigtes Königreich), hergestellt, wo im Zweiten Weltkrieg das Jagdflugzeug Hawker Hurricane entstanden war. Einige Jahre später verlagerte Ford die Produktion nach Southampton. Gleichzeitig wurde der Transit auch in Genk (Belgien) produziert.

Das zulässige Gesamtgewicht betrug bis zu 3,25 t, wobei die schwereren Fahrzeuge hinten Zwillingsreifen erhielten. Anders als seine Vorgänger waren die Fahrzeuge Kurzhauber. Unter der Haube arbeiteten V4-Motoren aus dem Pkw-Programm mit 1,2 bis 1,7 Liter Hubraum (wie im 12 M, 15 M und 17 M), die die hinteren Räder antrieben. Das Fahrwerk bildeten blattgefederte Starrachsen. mini|links|Heckansicht Der Transit war in Europa gleich nach der Markteinführung sehr erfolgreich. Er überzeugte durch günstige Preise und durch eine größere Variantenvielfalt als bei der Konkurrenz. Es gab Pritschenwagen, Kastenwagen oder den Kleinbus je mit unterschiedlichen Radständen oder bloß das Chassis als Basis für zahlreiche Sonderaufbauten. Zahlreiche Exemplare mit Aufbau und Ausstattung von Feuerwehrfahrzeug-Herstellern wie Magirus und Bachert gelangten in den Dienst von Feuerwehren, etwa als Tragkraftspritzenfahrzeug bei kleineren Wehren auf dem Land.

Mit dem Modell 1969 wurden kleinere Überarbeitungen umgesetzt, darunter die Einführung einer Zweikreisbremsanlage, Warnblinkanlage und verbesserter Innenausstattung.Weiterentwickelte Ford-Transit-Transporter. In: Kraftfahrzeugtechnik 4/1969, S. 117. Anfang 1971 wurde das Motorenprogramm durch einen größeren V4-Motor mit 2 Litern Hubraum (aus dem britischen Ford-Programm) sowie erstmals einen Dieselmotor von Perkins erweitert. Mit einer Leistung von nur 43 PS (32 kW) war der Dieselmotor zu schwach und daher unpopulär. So wurde er 1974 durch Fords eigenen „York“-Motor ersetzt, der 63 PS (46 kW) leistete. Da dieser Dieselmotor mit den in Reihe angeordneten Zylindern länger als ein V4-Ottomotor war, mussten Kühlergrill und Motorhaube angepasst werden. Durch diese Ausformung erhielt diese Variante den Beinamen „Transit mit Schweineschnauze“.

Ford A-Serie (1972–1982) Mit höherer Nutzlast und einigen Gleichteilen wurde zwischen 1972 und 1982 die Ford A-Serie gebaut. Größer und mit stärkeren Motoren nahm sie Designelemente der Dritten Generation vorweg.

Motorisierungen in Deutschland Typ Hubraum (cm³) Verdichtung Nennleistung (PS) bei 1/min Maximales Drehmoment (Nm) bei 1/min BauzeitV4-Köln 1183 8,2 : 1 45/4500 80/2400 1965–1967 1288 50/5000 93/2500 1967–1971 1498 8,0 : 1 60/4500 112/2400 1965–1967 1488 60/4800 1967–1978 1699 65/4500 125/2400 1965–1967 1688 65/4800 1967–1978V4-Essex 1996 8,0 : 1 75/4500 137/2750 1971–1976 9,0 : 1 80/4750 151/2750 1974 8,0 : 1 70/4500 139/2500 1976–1978R4-Diesel 2358 21,5 : 1 62/3600 130/2750 1971–1985

Transit ’78 (1978–1985)

Die im März 1978 eingeführte dritte Generation war eine technisch und äußerlich leicht veränderte Version des bisherigen Modells. Umgestaltet wurden vor allem die Innenausstattung und die Frontpartie, wo Otto- und Dieselmotorfahrzeuge nun von außen gleich aussahen. Statt des V4-Motors wurde der 4-Zylinder-OHC aus Ford Escort und Ford Taunus eingesetzt. Außerdem war der sogenannte Essex-V6, ein 3-Liter-V6-Motor, erhältlich.

Ab 1981 konnte man das Transit-Clubmobil ordern. Markant an diesem Fahrzeug war die Innenausstattung mit hochflorigem Teppich und drehbaren Sitzen sowie Bullaugen für die hintere und tief herunter gezogene große Fenster für die mittlere Sitzgruppe. Zudem konnte man 7-Zoll-Ronal-Aluminiumräder mit 245/60x14-Reifen und Servolenkung, ein Overdrive-Getriebe oder den Zusatzkofferraum für das Dach wählen.

Im Herbst 1983 gab es eine kleine Modellpflege mit neuem Kühlergrill, verlängerten Stoßstangenecken und größeren Heckleuchten mit integriertem Rückfahrscheinwerfer. Anstelle von Zweipunktgurten wurden nur noch Dreipunktgurte vorne verbaut. Zudem konnte durch neue Varianten mit höherer Nutzlast die in Großbritannien bedeutsame Reihe leichter Lkw, die Ford A-Serie, ersetzt werden.

Anfang 1984 wurde im Transit Di der weltweit erste schnelllaufende Dieselmotor mit Direkteinspritzung eingeführt. Der 2,5-Liter-Reihenvierzylinder leistete 50 kW (68 PS) bei 4000 Umdrehungen pro Minute und verbrauchte bei deutlich geringerem Wartungsaufwand fast 25 Prozent weniger als das Vormodell und zeigte einen um 15 Prozent besseren Wirkungsgrad als die KonkurrenzFord bewegt (Hrsg. Ford Werke AG), Delius Klasing Verlag, Bielefeld, 2000, S. 62.

16002000300024002500Motor: 4-Zylinder-Reihenmotor (Otto) 6-Zylinder-V-Motor (Otto) 4-Zylinder-Reihenmotor (Diesel)Hubraum: 1584 cm³ 1954 cm³ 3000 cm³ 2358 cm³ 2496 cm³Bohrung × Hub:in mm 87,67× 66 90,82 × 76,95 93,67 × 90,54Höchstleistungbei 1/min 48 kW(65 PS)4750 57 kW(78 PS)4500 50 kW(68 PS)4000Max. Drehmomentbei 1/min 114 Nm(11,6 kp·m)2800 147 Nm(15 kp·m)2800 143 NmRadaufhängung vorn: Starrachse an BlattfedernRadaufhängung hinten: Starrachse an BlattfedernBremsen: Trommelbremsen rundum (vorn und hinten Ø 230 mm)ab Herbst 1970: Scheibenbremsen vorne (Ø 278 mm), Trommeln hinten (Ø 252 mm)Karosserie: Selbsttragende Ganzstahl-Karosserie mit Längs- und QuerträgernTankinhalt: 51 bis 60 LiterSpurweite vorn/hinten: 1385/1426 mm --> Radstand: 2700 mm / 3000 mmHöchstgeschwindigkeit: 127 km/h

Transit ’86 / ’92 / ’95 (1986–2000)

Die vierte Generation kam Anfang 1986 auf den Markt. Die Karosserie war grundlegend neu. Motorhaube und Windschutzscheibe hatten den gleichen Anströmwinkel; der Ford Transit war dadurch aerodynamisch und hatte einen geringen cW-Wert.