Die Liste der Instrumente von Antonio Stradivari enthält Musikinstrumente aus der Werkstatt von Antonio Stradivari, die erhalten geblieben sind oder in der jüngeren Vergangenheit noch existiert haben. Instrumente von Antonio Stradivari, insbesondere seine Streichinstrumente, werden Stradivari genannt, seltener Stradivarius wie im Englischen. Die weitaus meisten sind Violinen. Stradivari baute auch verschiedene Zupfinstrumente, von denen insgesamt nur acht erhalten sind.

Bei der Verleihung der Instrumente an Musiker gibt es häufige Wechsel, vor allem bei den Violinen. Gelegentlich kommt es auch zu einem Verkauf bzw. zu einer Versteigerung. Die entsprechenden Angaben in den Spalten Eigentümer und Bemerkungen können veraltet sein und sind mit Vorbehalt zu lesen.

Streichinstrumente Violinen (Auswahl) Herbert K. Goodkind (1972) listete 620 Stradivari-Violinen auf.Herbert K. Goodkind: Violin Iconography of Antonio Stradivari. 1972, ISBN 0-9600498-1-9, S. 725–738. Laut Tarisio sind insgesamt noch ca. 650 Streichinstrumente von Stradivari erhalten,Antonio Stradivari, Kurzbiografie auf tarisio.com. abzüglich der bei Tarisio erfassten Bratschen und Celli ergibt sich aus dieser Angabe eine Zahl von rund 580 Violinen. Nachfolgend sind rund 190 aufgelistet (Stand Mai 2026).

Name Baujahr Eigentümer Bemerkungen Aranyi ca. 1666 Golden Bell ca. 1668 Alago FamilienstiftungInstrumentenliste der friends of Stradivari zur Dauerausstellung im Museo del Violino, Cremona (englisch). Auf dem Geigenzettel steht das Baujahr 1700,Angaben zur Golden Bell bei Archivio della Liuteria Cremonese was als Fälschung gilt. Jost Thöne erläutert, die Golden Bell sei ein Beispiel für nachträgliche Fälschungen des Baujahrs auf dem Geigenzettel mit der Absicht, einen höheren Verkaufspreis zu erzielen.Angaben zur Golden Bell bei casa-stradivari.com (Jost Thöne). Heute wird teilweise 1686 angegeben, in renommierten Quellen aber meist 1668 oder „ca. 1668“Antonio Stradivari, Cremona, c. 1668, the ‘Golden Bell’ tarisio.com oder 1669.Antonio Stradivari – Sein Holz, seine Modelle versteeg-geigenbau.de, siehe 1669 Golden Bell als sechster Eintrag in der Liste. Jost Thöne gibt „1668 (1686)“ an. Die Golden Bell war früher an Simone Zgraggen verliehen. Seit 2019Nuovi importanti arrivi al Museo del Violino archi-magazine.it, 12. Juni 2019 (italienisch). ist sie im Museo del Violino in Cremona ausgestellt. Clisbee 1669 Ausgestellt im Museo del Violino, CremonaInstruments on exhibition Museo del Violino, Cremona (englisch, Detailinformationen per Klick abrufbar) La Tullaye ca. 1670 L-BankSeit 2021 verliehen an Elena Graf (Stand März 2026)Biographie elena-graf.com Oistrach 1671 Musikmuseum Moskau (seit 2004) Gehörte der belgischen Königin Elisabeth und später David Oistrach. Wurde im Mai 1996 gestohlen und laut cozio.com 2001 wiedergefunden.Angaben zur ex Oistrach auf cozio.com (archivierte Webseite). Ole Bull 1677 Smithsonian Institution (seit 1998)Sharing the Gift of Music smithsonianmag.com, August 1998. Eine verzierte Stradivari-Violine. Teil des Axelrod-Quartetts im National Museum of American History in Washington, das dort bis 2012 ausgestellt war. Saville (auch Captain Saville) ca. 1680 André Rieu besaß nach eigenen Angaben eine sehr frühe Stradivari aus dem Jahr 1667. Er sagte im Jahr 2014, er habe diese Geige für 800.000 Pfund erworben und später wieder verkauft, weil sie ihm zu klein war.‘I sold more records so I could afford a castle’ Bericht über André Rieu in der Daily Mail, 29. November 2014. Laut einigen Quellen soll dies die Saville gewesen sein.1667 – Violin “Saville” Archivio della Liuteria Cremonese, 2012. Laut der Datenbank von Tarisio wurde die Saville um 1680 gebaut.Antonio Stradivari, Cremona, c. 1680, the ‘Saville’ tarisio.com. Die meisten Angaben sind bei Tarisio genau dieselben wie hier. Die beiden Quellen geben vor allem das Baujahr verschieden an, außerdem wird André Rieu bei Tarisio nicht erwähnt. Paganini-Desaint (Teil des „Paganini-Quartetts“) 1680 Sasakawa Music FoundationSasakawa Music Foundation: Instruments s-mf.or.jp, abgerufen am 6. März 2026.(vormals Nippon Music Foundation) (seit 1994) Verliehen an: September 1995 – Juli 2013 Tokyo String Quartet Dezember 2013 – Aug 2017 Hagen-Quartett September 2017 – September 2018 Quartetto di Cremona 2019 Kuss Quartett (zwei Monate,Strad4: Das Kuss Quartett spielt mit vier Stradivaris Beethoven. Ein Erfahrungsbericht. van-magazin.de, 9. Oktober 2019. projektbezogen)Biografie des Kuss Quartetts kussquartet.com, abgerufen am 8. März 2026. seit September 2019Goldmund Quartet picks up €60k award – plus a full set of Strads thestrad.com, 10. September 2019. Goldmund Quartett (Stand März 2026)Sasakawa Music Foundation: Instruments: Recipients of Instruments s-mf.or.jp, abgerufen am 6. März 2026. Fleming 1681 Bucher 1683 Verliehen an: seit Dezember 2019Alma’s new violin Video auf YouTube, 8. Dezember 2019 Alma Deutscher (Stand März 2026)About Alma almadeutscher.com, abgerufen am 6. März 2026. Cipriani Potter 1683 Benannt nach Cipriani Potter. Gehört zur Hill-Collection im Ashmolean Museum, Oxford. Cobbett 1683 Anonym Wird durch Vermittlung der Stradivari Society verliehenThe Stradivari Society: Instrument Collection de AhnaAntonio Stradivari, Cremona, 1683, the ‘de Ahna, Amatise’ tarisio.com 1683 Gehörte bis 1996 Saschko Gawriloff, dann bis 1998 der Firma Machold Rare Violins. 1998–2003 im Besitz des Instrumentensammlers Herbert R. Axelrod. Wurde 2003 verkauft. Martinelli ex GingoldAntonio Stradivari, Cremona, 1683, the ‘Martinelli, Gingold’ tarisio.com 1683 International Violin Competition of Indianapolis (seit 1998)1683 – Violin “Martinelli-Gingold” Archivio della Liuteria Cremonese Die Martinelli-Gingold wird dem Gewinner des Wettbewerbs in Indianapolis jeweils für vier Jahre verliehen, z. B. 2006 Augustin Hadelich, 2010 Clara-Jumi Kang, 2014 Jinjoo ChoLaureates International Violin Competition of Indianapolis. Croall 1684 Die Geschichte der Croall ist mit Schottland verbunden. Im 19. Jahrhundert kam sie in den Besitz einer Countess of Seafield. 1885 oder 1886 verkaufte die Gräfin die Geige an William Croall in Edinburgh, der auch drei weitere Stradivaris besaß. Nach seinem Tod 1906 erwarb sein Freund Frederic Smith die Violine. 1908 verkauften die Händler W.E. Hill & Sons sie an Robert Finney McEwen aus Edinburgh, der sie für seine damals achtjährige Tochter Katherine erwarb. 1968 wurde die Croall von Sotheby’s für 9500 Pfund verkauft. Nach zwei weiteren Verkäufen wurde sie von 1985 bis 1990 von Frank Peter Zimmermann als sein Hauptinstrument gespielt. 1995 wurde sie von der WestLB für ihre Sammlung erworben. Später stand sie Alexander Gilman (2006–2008) und Suyoen Kim (2011–2015) zur Verfügung.Ex-Croall; McEwen Website des Auktionshauses Ingles & Hayday. 2017 wurde sie für knapp zwei Millionen Pfund versteigert.Croall, McEwen Stradivarius violin sells for almost £2 million thestrad.com, 28. März 2017. Arma Senkrah ca. 1685 Gebaut im Zeitraum 1683 bis 1685 laut Jost Thöne.Angaben zur Arma Senkrah bei casa-stradivari.com (Jost Thöne). „Arma Senkrah“ war der Künstlername der US-amerikanischen Geigerin Anna Loretta Harkness (1864–1900), die ab 1882 in Europa auftrat und 1888 ihre Karriere beendete. „Senkrah“ entstand als Palindrom des Nachnamens „Harkness“.Silke Wenzel: Arma Senkrah, Biografie im Projekt Musik und Gender im Internet. MacKenzie ex Castelbarco 1685 Spanische Stradivari I(Teil des Cuarteto Real) ca. 1689 Patrimonio Nacional, Palacio Real, Madrid, Spanien Laut Expertenmeinung gebaut im Zeitraum 1687–1696.Stradivaris im Königlichen Palast in Madrid bei cozio.com, Stand 2008 (archivierte Webseite). Laut Geigenzettel im Jahr 1709 gebaut.Cuarteto Palatino o Cuarteto Decorado patrimonionacional.es Spanische Stradivari II(Teil des Cuarteto Real) ca. 1689 Patrimonio Nacional, Palacio Real, Madrid, Spanien Laut Expertenmeinung gebaut im Zeitraum 1687–1696. Laut Geigenzettel im Jahr 1709 gebaut. Arditi 1689 Dextra Musica, eine Stiftung der norwegischen Bank DNB Elise Båtnes, 1. Konzertmeisterin des Philharmonischen Orchesters OsloElise Båtnes ofo.no (Stand März 2026)Angaben zur Arditti auf sparebankstiftelsen.no, abgerufen am 6. März 2026. Baumgartner 1689 Canada Council Musical Instrument Bank1689 Baumgartner Stradivarius violin instrumentbank.canadacouncil.ca Leopold Auer 1690 Anonym Benannt nach Leopold Auer. Durch Vermittlung der Stradivari Society verliehen an Vadim Gluzman (Stand März 2026)Antonio Stradivari, Cremona, 1690, “Auer” stradivarisociety.com Bennett[Antonio Stradivari, Cremona, 1692, the ‘Bennett’] tarisio.com 1692 Falmouth 1692 Wurde früher von Leonidas Kavakos gespielt Ries 1693 Reinhold Würth Musikstiftung (seit 2008)Reinhold Würth Musikstiftung gGmbH wuerth-philharmoniker.de, abgerufen am 6. März 2026. Verliehen an: 2008–2020 Jószef LendvayVioline – Instrument des Jahres 2020 berliner-symphoniker.de, siehe Abschnitt Die ex-Ries Stradivari