mini|Musikempore im Westen mit der Hauptorgel mini|Das Brüstungswerk als Rückpositiv Die Orgeln der Pfarrkirche Braunau-Ranshofen befinden sich in der Pfarrkirche Braunau-Ranshofen in Braunau am Inn in Oberösterreich.

Frühere Orgeln Bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts existierte in der Stiftskirche eine Orgel. 1611 wird ein Erasmus Hofer als Stiftsorganist erwähnt. 1622 wurde auf der neu errichteten Westempore eine neue Orgel für 1000 Gulden erbaut. Die Disposition ist nicht überliefert; sie dürfte etwa 20 bis 25 Register auf zwei Manualen und Pedal umfasst haben. Im 19. Jahrhundert wurde sie bei einem Brand zerstört.Rudolf Wolfgang Schmidt: Die Musik im Stift Ranshofen, zweiter Teil. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Jahrgang 121, Linz 1976, S. 179–222, hier S. 188 ().

Hauptorgel Die Hauptorgel steht auf der Westempore. Das Hauptwerk, erbaut von Johann Nepomuk Carl Mauracher (1818–1884), hat ein fünfteiliges Prospekt, das mit toskanischen Pilastern historistisch gegliedert ist. Die Orgel wurde 1898 unter Verwendung älterer Teile und wiederum 2011/2012 von Bernhardt Edskes erneuert. Über dem gesprengten Mittelgiebel des Hauptwerkgehäuses steht eine Figur des hl. Pankratius von 1622, und auf den seitlichen Voluten finden sich zwei stehende, Trompete blasende Engel von etwa 1760, die aus der Zürn-Werkstatt in Braunau, oder der Schwanthaler-Werkstatt in Ried im Innkreis stammen könnten.

Zur Hauptorgel gehören Hauptwerk, Pedalwerk und Rückpositiv, dessen dreiteiliger Prospekt seitliche Flechtbandpilaster, und höhere, gebauchte, reich dekorierte und im Gesims verkröpfte Mittelsäulen, sowie Zierfelder mit Schnitzdekor von 1622 zeigt. Ursprünglich schwarz gefasst, wurde bei der Restaurierung 1996 die rötlich marmorierte Fassung wieder hergestellt. Zwei Flöten blasende Engelsfigürchen auf dem Brüstungspositiv lieferte die Werkstatt Hans Waldburgers 1622/1630.

Disposition seit 2012 mini|Die Spieltafel der Hauptorgel (2012) Hauptwerk C–f3 Bourdon 16′ Principal 8′ Flauto 8′ Salicional 8′ Octave 4′ Flauto in Ott. 4′ Quinte 3′ Nasat 3′ Superoctave 2′ Sedecima 1′ Mixtur IV Trompete 8′ Rückpositiv C–f3 Copel 8′ Principal 4′ Flauto 4′ Octave 2′ Quinte ′ Mixtur III Sesquialtera-Quinte Sesquialtera-Terz Pedal C–f1 Subbass 16′ Oktavbass 8′ Octave 4′ Hintersatz IV Posaune 16′ Trompete 8′

Koppeln: HW/RP (Schiebekoppel), HW/P, RP/P Tremulant auf das ganze Werk Stimmung 440 Hz, wohltemperiert nach Bach

mini|Der Spieltisch der Hauptorgel bis 2011 Hauptwerk C–f3 Principal 8′ Hohlflöte 8′ Gamba 8′ Dolce 8′ Oktav 4′ Flöte 4′ Rauschquint ′ Oktav 2′ Mixtur 4f. Rückpositiv C–f3 Gedackt 8′ Violetta 8′ Principal 4′ Flöte 4′ Nachthorn 2′ Pedal C–d1 Principalbaß 16′ Subbaß 16′ Oktavbaß 8′ Koppeln: HW/RP, HW/P, RP/P

Chororgel mini|Die Konventorgel in der linken, nördlichen Coretti-Brüstung mini|Die Scheinorgel am rechten, südlichen Coretto mini|Die Spielanlage der Chororgel Eine kleine, stehend zu spielende Chororgel wurde im 17. Jahrhundert von einem unbekannten Orgelbauer geschaffen. Sie wird Christoph Egedacher d. J. zugeschrieben und befindet sich im nördlichen Konventchor, in der Corettibrüstung des westlichen Chorjochs.https://orgeln.musikland-tirol.at/ob/Egedacher-Christoph-II.html Das fünfteilige Prospekt der Chororgel, mit einer konvex vortretenden Mitte und spitz vorgezogenen Seiten, zeigt Akanthusdekor von etwa 1680. Vis-à-vis befindet sich eine symmetrisch gestaltete Orgel-Attrappe mit stummen Prinzipal-Pfeifen.Nach Aufhebung des Stiftes und Auflösung des Konvents im Jahr 1811 wurde die Chororgel nicht mehr gespielt. 1992 wurde sie erstmalig von Bernhardt Edskes restauriert, 2012 folgte eine Restaurierung des Gehäuses. 2017 wurde die Windversorgung, als einziges Element nicht original erhalten, im historischen Sinne als Keilbalganlage rekonstruiert. Die Disposition lautet:Die Chororgel im Organindex Manual C–kurze Oktav–c3 1. Coppel 8′ 2. Principal 4′ 3. Octave 2′ 4. Mixtur II ′ Traktur: Schleifladen, vollmechanisch

Literatur Braunau am Inn, Vorstädte und Umgebung, Ranshofen, Pfarrkirche (Ehemalige Stiftskirche) hl. Pankraz, Orgeln. In: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Innviertel 2020. S. 213–214.

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Einzelnachweise

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