Antonia Furnilla war eine Angehörige der plebeischen gens Antonia und möglicherweise die Großmutter des römischen Kaisers Trajan.

Antonia Furnilla entstammte der römischen Nobilität und war die Tochter des Aulus Antonius Rufus, Suffektkonsul im Jahr 45.Marie-Thérèse Raepsaet-Charlier: Prosopographie des femmes de l’ordre senatorial (Ier–IIe siècles). Peeters, Löwen 1987, S. 93–95 Nr. 77; Olli Salomies: Römische Amtsträger und Römisches Bürgerrecht in der Kaiserzeit. Die Aussagekraft der Onomastik (unter besonderer Berücksichtigung der kleinasiatischen Provinzen). In: Werner Eck (Hrsg.): Prosopographie und Sozialgeschichte. Studien zur Methodik und Erkenntnismöglichkeit der kaiserzeitlichen Prosopographie. Böhlau, Köln u. a. 1993, S. 119–145, hier S. 141; derselbe: Die Bedeutung der Onomastik für die Rekonstruktion von Genealogien. In: Werner Eck, Matthäus Heil (Hrsg.): Prosopographie des römischen Kaiserreichs – Ertrag und Perspektiven. Kolloquium aus Anlass der Vollendung der Prosopographia Imperii Romani. De Gruyter, Berlin/Boston 2017, S. 109–132, hier S. 128 mit Anm. 48, S. 130 (Digitalisat). Ihr Cognomen Furnilla, das auch ihre Tochter trug, legt eine Beziehung zur gens Furnia nahe, und der Konsul des Jahres 17 v. Chr., Gaius Furnius, könnte ihr Vorfahre mütterlicherseits gewesen sein.So Olli Salomies: Die Bedeutung der Onomastik für die Rekonstruktion von Genealogien. In: Werner Eck, Matthäus Heil (Hrsg.): Prosopographie des römischen Kaiserreichs – Ertrag und Perspektiven. Kolloquium aus Anlass der Vollendung der Prosopographia Imperii Romani. De Gruyter, Berlin/Boston 2017, S. 109–132, hier S. 128 Anm. 48.

Antonia Furnilla heiratete Quintus Marcius Barea Sura, den Sohn des Suffektkonsuls 34, Quintus Marcius Barea Soranus.Zur Person siehe . Aus der Ehe ging Marcia Furnilla, die zweite Frau des späteren Kaisers Titus, hervor. Eine zweite Tochter war möglicherweise Marcia, die Mutter des späteren Kaisers Trajan. Antonia Furnilla wäre demnach eine der Großmütter Trajans gewesen.Marie-Thérèse Raepsaet-Charlier: Prosopographie des femmes de l’ordre senatorial (Ier–IIe siècles). Peeters, Löwen 1987, S. 94; Als ihr Schwager Quintus Marcius Barea Soranus, der Suffektkonsul des Jahres 52 und Mitglied der senatorischen Opposition gegen Kaiser Nero, im Jahr 66 wegen seiner Freundschaft zu Rubellius Plautus und wegen angeblicher Anstiftung der Provinzialbevölkerung von Asia zur Revolte während seiner Statthalterschaft um das Jahr 61/62 angeklagt und in den Selbstmord getrieben wurde, ließ sich Titus von ihrer Tochter scheiden. Von ihrem weiteren Leben ist nichts bekannt. Ihrem Mann, der im Familiengrab des Gaius Sulpicius Platorinus – während der Regierungszeit des Augustus besonderer Legat unter Gaius und Lucius Caesar – bestattet wurde, setzte sie die nicht näher zu datierende Grabinschrift.; EDR114059 im Electronic Archive of Greek and Latin Epigraphy (EAGLE) der Association Internationale d’Epigraphie Grecque et Latine (AIEGL); zu Gaius Sulpicius Platorinus siehe Der Begräbnisort legt eine nicht näher fassbare Beziehung der Marcii Barea zur Familie des Sulpicius Platorinus nahe.Bernard Andreae: Römische Kunst (= Ars Antiqua – Große Epochen der Weltkunst). Herder, Freiburg im Breisgau u. a. 1973, ISBN 3-451-16285-7, S. 147. Edward Champlin sieht die Marcii Barea als Erben und Nachfahren des Sulpicius Platorinus.Zu den Inschriften zusammenfassend und den Beziehungen der genannten Personen siehe Edward Champlin: Figlinae Marcianae. In: Athenaeum. Band 61, 1983, S. 257–264, hier 259–262 (Digitalisat).

Literatur Marie-Thérèse Raepsaet-Charlier: Prosopographie des femmes de l’ordre senatorial (Ier–IIe siècles). Peeters, Löwen 1987, S. 93–95 Nr. 77.

Prosopographia Imperii Romani (PIR) A 711 (Digitalisat). PIR² A 890.

Anmerkungen

Kategorie:Römer Kategorie:Gens Antonia Kategorie:Geboren im 1. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 1. Jahrhundert Kategorie:Frau