mini|FrantisekPalik 2018František Palík (* 29. November 1932 in Přibyslavice, Okres Třebíč, TschechoslowakeiIn: Josef Tomeš a kol. / Český biografický slovník XX. století; 2 K-P Litomyšl: Paseka, 1999, S. 512. ISBN 978-80-7185-246-9; † 10. März 2026 in Pilsen) war ein tschechischer Konstrukteur und Hochschullehrer.
Biografie František Palík studierte von 1953 bis 1958 an der Hochschule für Bahnwesen in Prag Eisenbahn-Maschinenbau und begann in Pilsen anschließend als Forscher im Bereich Elektrolokomotiven in den Škoda-Werken, zwischen 1965 und 1970 leitete er dort die Forschungsabteilung. 1970 wurde ihm der Titel Kandidat der Wissenschaften – CSc. – verliehen und er wechselte zur Lokomotiv-Konstruktionsabteilung, in der er bis 1982 Chefkonstrukteur war. Von 1982 bis 1990 war er stellvertretender technischer Direktor der Škoda-Elektrolokomotiv-Abteilung und leitete anschließend das Hochgeschwindigkeitsbahnprojekt von Škoda. 1992 (1991 nach einer anderen Quelle) verließ Palík das Unternehmen, gründete den Verband für Hochgeschwindigkeitsschienenverkehr (tschechisch Asociace vysokorychlostní železniční dopravy – AVŽD) und wurde dessen Präsident. 1993 wurde er Vorstandsmitglied bei der Vysokorychlostní a modernizované železnice Praha – VRAMZ, a. s. (Hochgeschwindigkeits- und modernisierte Eisenbahn Prag AG). 1994 wechselte er zu ČKD Tatra, wo er das Konsortium für das Hochgeschwindigkeitszugprojekt der ČD-Baureihe 680 leitete. 2002 begann er an der Westböhmischen Universität in Pilsen mit Vorlesungen über Hochgeschwindigkeitsbahnen und war ab 2005 Mitglied der Kroatischen Akademie der Wissenschaften. Palík meldete mehr als 40 Patente an.
Er war der Großneffe des Baggerkonstrukteurs František Palík.
Zeit als Chefkonstrukteur mini|Palík wird 1975 für die Entwicklung der Zweisystemlok ES 499.0 und die Messe-Goldmedaille vom Pilsener Oberbürgermeister geehrt. Rechts neben Palík (stehend) ŠKODA-Generaldirektor Ing. Ludvík, Sekretär Pátek, Oberbürgermeister Kropáček und seine Stellvertreterin BrašenováZwischen 1970 und 1986 war Palík bei Škoda Pilsen an der Entwicklung von vielen Lokomotivtypen beteiligt.
1974 entstanden zwei Prototypen der zweiten Ellok-Generation in klassischer Bauart, ČSD-Baureihe ES 499.0 (Werkstyp 55E0, ab 1988: Baureihe 350). Ihre Drehgestelle waren für 200 km/h getestet. Sie gewann auf der Maschinenbaumesse in Brünn eine Goldmedaille.
Der Serienproduktion der ES 499.0 folgten die Fertigung zweier Prototypen und anschließend einer zehn Maschinen umfassenden Serie der SŽD-Baureihen ЧС200 und ЧС6 (transkribiert TschS200 und TschS6, Werkstypen 66E und 50E) für die UdSSR. Palík nahm als Chefkonstrukteur persönlich an den Testfahrten teil und untersuchte insbesondere die Auswirkungen auf den Bahn-Oberbau.
1980 entstanden die ersten beiden Prototypen der zweiten Ellok-Generation mit neuer elektrischer Ausrüstung als Werkstyp 69E0 (ČSD-Baureihe ES 499.1, ab 1988: Baureihe 363) gefertigt, die die Basis für kommende vereinheitlichte Lokomotivtypen bildeten. Neben dem Chefkonstrukteur wurden noch weitere Team-Mitglieder vom Werk Pilsen, von ČKD Elektrotechnika Praha und von ETD Transformátory Pilsen-Doudlevce für ihre Leistungen mit dem Klement-Gottwald-Staatspreis mit dem Ehrentitel Laureat ausgezeichnet.mini|Staatspreis-Träger 1977 für die Entwicklung der zweiten Elektrolokomotiv-Generation (Palík oben rechts)mini|Palík als Vorsitzender der Wissenschaftlich-Technischen Gesellschaft bei der Begrüßungsrede anlässlich des 50. Jubiläums der ŠKODA-Ellok-Herstellung im Jahr 1978.
Unter Palíks Leitung gelang es Škoda Pilsen auch, Rangierlokomotiven des Typs 36E1 nach Jugoslawien zu liefern. Zehn Maschinen auf Basis des Škoda-Typs 51E3/ČSD-Baureihe S 458.0 wurden 1983 an die Wärmekraftwerke Nikola Tesla übergeben und erhielten vom Betreiber die Reihenbezeichnung E 443.
Die letzte von seinem Team entwickelte, in Serie gefertigte 25-kV/50-Hz-Lokomotive war die SŽD-Baureihe ЧС8 (Typ 81E), die für Temperaturen bis zu −60 °C konzipiert und für die Baikal-Amur-Magistrale bestimmt war.
Palík und die Škoda-Konstrukteure entwickelten auch den Prototyp der dritten Ellok-Generation (85E0, ČSD 169.001) mit Asynchron-Fahrmotoren. Die Lokomotive wurde 1986 gefertigt und im Folgejahr getestet.
Publikationen
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Eisenbahningenieur Kategorie:Schienenverkehr (Tschechien) Kategorie:Mitglied der Kroatischen Akademie der Wissenschaften und Künste Kategorie:Tscheche Kategorie:Tschechoslowake Kategorie:Geboren 1932 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann