Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikea-Schrank feststeckte (Originaltitel: L'Extraordinaire Voyage du fakir qui était resté coincé dans une armoire Ikea) ist ein 2013 erschienener Roman des französischen Autors Romain Puértolas. Die deutsche Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel erschien erstmals 2014 im S. Fischer Verlag. Kurzbeschreibung Ein indischer Fakir kommt nach Paris, um ein IKEA-Nagelbett zu kaufen, tritt aber durch eine Verkettung von Zufällen eine Reise an, die ihn über Großbritannien, Spanien, Italien und Libyen wieder zurück nach Frankreich führt. Dabei stellt ihm ein wütender Taxifahrer nach, er macht die Bekanntschaft einer südsudanesischen Migranten-Gruppe sowie einer berühmten Schauspielerin. Außerdem findet er seine Berufung in der Schriftstellerei und seine große Liebe in einer französischen Ikea-Kundin. Inhalt Erster Teil „Frankreich“ Der indische Fakir und Trickbetrüger Ayarajmushee Dikku Pradesh, gekleidet in einen bei einem Bekannten geliehenen Seidenanzug,Romain Puértolas: Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikea-Schrank feststeckte. Roman. Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel. S. Fischer, Frankfurt am Main 2014. ISBN 978-3-10-000395-9. S. 15. landet in Paris, nimmt ein Taxi und wünscht vom Roma-Taxifahrer Gustave Palourde zu einem Ikea gefahren zu werden.Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs…, S. 11. Am Ziel angekommen, gibt Ayarajmushee Gustave einen gefälschten 100-Euro-Schein, lenkt Gustave ab, zieht die falsche Banknote an einem unsichtbaren Gummi wieder aus dem Taxifahrer-Geldbeutel,Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs…, S. 19. betritt den Ikea. Dort will er, dem die Reise-Unkosten von den an ihn als „Halbgott“Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs…, S. 263. glaubenden Mit-Dorfbewohnern daheim beglichen wurden,Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs…, S. 100. ein Nagelbett kaufen, „99,99 Euro für das Modell mit fünfzehntausend Nägeln“, so der Katalog.Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs…, S. 31. Es muss laut Ikea-Verkäufer jedoch aus dem Lager bestellt werden, so dass Ayarajmushee es erst am nächsten Tag erhalten können wird,Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs…, S. 32. was Ayarajmushee nicht erschüttert: Er hatte tatsächlich schon vorher die Idee, die Nacht im Ikea „zu verbringen. Schließlich hatte er mangels Geld kein Hotelzimmer reserviert“.Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs…, S. 27. Der Verkäufer hat allerdings eine schlechte Nachricht: Die 99,99 Euro seien nur ein Aktionspreis gewesen; nun koste das Nagelbett 115,89 Euro und damit mehr, als Ayarajmushee bei sich hat – selbst wenn man den gefälschten 100-Euro-Schein für bare Münze nähme.Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs…, S. 34. Ayarajmushee reiht sich also im Ikea-Restaurant in die Warteschlange, um einen bewährten Trick anzuwenden: Er setzt sich eine präparierte falsche Ray-Ban-Brille auf, provoziert es, von der Französin Marie Rivière angerempelt zu werden, die Brille fällt zu Boden und zerbricht aufgrund ihrer Präparierung.Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs…, S. 38. Die erschreckte Marie entschuldigt sich bei Ayarajmushee und entschädigt ihn von sich aus mit 20 Euro und einer Einladung zum Mittagessen.Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs…, S. 39–40. In Maries Gesellschaft „spürte Ayarajmushee zum ersten Mal in seinem Leben einen gewissen Widerwillen dagegen zu lügen. Nicht die reine Wahrheit zu sagen, war ihm zur zweiten Natur geworden. Aber irgendetwas an Marie machte ihm das schwer. Er fand diese Französin so rein, so zart und liebenswürdig. Es kam ihm ein wenig so vor, als würde er sie beschmutzen. Und sich selbst dabei auch.“Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs…, S. 43. Dennoch schlägt Ayarajmushee Maries Einladung aus, abends noch etwas mit ihr trinken zu gehen, erhält aber immerhin ihre Telefonnummer.Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs…, S. 54. Vor Ladenschließung verbirgt Ayarajmushee sich unter einem Bett. Als er allein ist, macht er es sich mit einer von einem Kunden liegen gelassenen Herald Tribune und Speise aus dem Ikea-Restaurant auf einem Sofa bequem, wobei er Jacke, Krawatte und Schuhe ablegt.Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs…, S. 57–57. Als er so entkleidet gegen 22 Uhr 15Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs…, S. 73. auf dem Weg zur Kundentoilette ist, hört er Stimmen und verbirgt sich in einem metallenen Schrank.Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs…, S. 58. Dieser Schrank jedoch wird im Rahmen einer UmdekorierungPuértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs…, S. 60. am Stück in Noppenfolie eingeschweißt, in einen Karton verfrachtet, der Karton in eine Holzkiste, die Holzkiste in einen LKW, dem, als er das Ikea-Gelände verlässt, der zornentbrannte Taxifahrer Gustave entgegenfährt, der aus dem 100-Euro-Fehlbetrag bei Kontrolle seiner Tageseinnahmen bei gleichzeitig fehlendem 100-Euro-Schein geschlossen hat, von Ayarajmushee betrogen worden zu sein, und diesen nun im Ikea-Umfeld sucht: „Wenn es eines gab, das ein Pariser Taxifahrer nicht ertragen konnte, dann der betrogene Betrüger zu sein, der verarschte Verarscher, der Dummkopf in einer Witzgeschichte, der Idiot des Abends.“Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs…, S. 65. Gustave schaltet die Polizei ein, die mit ihm zum Ikea fährt, um die Überwachungskameras zu überprüfen, und weiß anschließend, wie sein betrügerischer Fahrgast geflohen ist und wohin – allerdings muss Gustave am nächsten Tag nach Spanien reisen.
Zweiter Teil „Großbritannien“, Dritter Teil „Spanien“ Zeitlich und örtlich desorientiert verfällt Ayarajmushee inzwischen „der Annahme, er hätte die schicksalhaften zweiundsiebzig Stunden“ bis zum Tod durch Verdursten bald hinter sich,Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs…, S. 82. und bittet um Hilfe, sobald er Stimmen hört.Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs…, S. 83. Er wird befreit von dem Südsudanesen Soomar und fünf anderen südsudanesischen Sans Papiers, die sich in den LKW geschlichen haben, um darin nach Großbritannien zu gelangen.Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs…, S. 86–88. Bei der britischen Grenzkontrolle fliegen die südsudanesischen Sans Papiers allerdings auf, und mit ihnen Ayarajmushee, von dem man annimmt, er habe die gleiche Reiseroute wie die südsudanesischen Sans Papiers genommen, bei denen die Briten „genug Hinweise gefunden haben, dass sie aus Barcelona kamen“,Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs..., S. 109. wohin sie entsprechend den internationalen Rückführungsvereinbarungen nun per Flugzeug abgeschoben werden.Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs..., S. 112. Am Flughafen Barcelona trifft Ayarajmushee überraschend auf Gustave Palourde samt Frau und Tochter, die in Spanien ihren Jahresurlaub machen wollen: Gustave drischt mit einer Kühltasche auf Ayarajmushee ein, Gustaves Frau mit ihrer Handtasche, Ayarajmushee rettet sich mit einem Sprung auf das Gepäckförderband: „Die Maschine, die unaufhörlich Gepäck ausspuckte, hatte ihn wieder verschlungen wie einen Koffer“ und bringt ihn vom gewalttätigen Gustave fort: in den Sicherheitsbereich des Flughafens.Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs..., S. 132. Der schmerbäuchige Gustave kann aufgrund seines Körperumfangs nicht den gleichen Weg nehmen, dringt also samt Familie auf anderem Weg in den Sicherheitsbereich, wo sie von einem Iberia-Angestellten aufgehalten werden, der ihnen mit Blick auf die schöne Tochter Gustaves hilft.Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs..., S. 134–135. Gustave fährt samt Familie und dem Iberia-Angestellten weiter in den Sicherheitsbereich, wo Ayarajmushee gerade das Förderband wechselt, da er sonst wieder ins Terminal gefahren werden würde: Ayarajmushee sichtet einen „kühlschrankgroßen braunen Lederkoffer“, wirft dessen Inhalt teilweise hinter das Gepäckband, steigt hinein, verschließt den Schrankkoffer von innen und wird darin gen Flugzeug gefahren.Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs..., S. 139. Der Iberia-Angestellte findet die von Ayarajmushee aus dem Koffer geworfene Wäsche, kann aus dem Gepäckförderband auf den Zielort des Flugzeugs schließen: Rom.Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs..., S. 147. Und Gustaves Frau weiß zu berichten, dass eines der Kleidungsstücke von der Schauspielerin Sophie Morceaux beim Festival de Cannes getragen worden ist.Puértolas, Die unglaubliche Reise des Fakirs..., S. 189. Vierter Teil „Italien“