Niemand stirbt zweimal (Originaltitel: Murder in Malibu) ist eine erstmals auf ABC gesendete Episode der Kriminalfilm-Reihe Columbo aus dem Jahr 1990. Die deutschsprachige Erstausstrahlung der sechsten Folge der neunten Staffel folgte 1991 auf RTL plus. Der US-amerikanische Schauspieler Andrew Stevens verkörpert als Frauenheld Wayne Jennings den Gegenspieler von Inspektor Columbo, dargestellt von Peter Falk.

Handlung Wayne Jennings ist ein Tennisspieler und aufstrebender Schauspieler mit einer Vorliebe für wagemutige Hobbys, schnelle Autos und Frauen. Trotz seiner Eskapaden hält er die Fassade einer ernsthaften Liebesbeziehung mit der Bestsellerautorin Theresa Goren aufrecht, die seinen kostspieligen Lebenswandel finanziert. Während eines live ausgestrahlten Fernsehinterviews verkündet sie, dem Drängen ihres Geliebten nachzugeben und seinen Heiratsantrag anzunehmen. Entsetzt nimmt Gorens ältere Schwester und Literaturagentin Jess McCurdy, die von Jennings’ Seitensprüngen weiß, die Ankündigung zur Kenntnis. Obwohl er vorgibt, an einem Tennisturnier teilzunehmen, vergnügt sich Jennings derweil mit der Ehefrau eines Filmproduzenten. In der Nacht erhält er einen Anruf, in dem eine Frau mit Gorens Stimme wütend mitteilt, die Verlobung umgehend lösen zu wollen. Tief gekränkt macht sich Jennings mit seinem Wagen auf den Weg zu ihrer Villa am Meer. Um 06:25 Uhr morgens hinterlässt er eine Nachricht unter Angabe eines falschen Standortes auf dem Anrufbeantworter seiner Versicherungsvertreterin. Doch zu diesem Zeitpunkt hält sich Jennings bereits in Gorens Haus auf und erschießt sie. Anschließend fährt er mit seinem Wagen davon und telefoniert um 07:15 Uhr mit Gorens Sekretärin, um ihr zwecks Absicherung seines Alibis die vorzeitige Rückkehr von seinen sportlichen Verpflichtungen mitzuteilen.

Als Jennings mit einem Kofferraum voller Blumen erneut am Tatort eintrifft, sind die Untersuchungen der Polizei bereits im Gang. Da Goren vor dem geöffneten Safe aufgefunden wurde und kostbarer Schmuck sowie andere Wertgegenstände fehlen, gehen die Kollegen Inspektor Columbos zunächst von einem Raubüberfall aus. Bald kommt auch McCurdy hinzu, die ihre Verachtung gegenüber dem Betroffenheit vorspielenden Frauenheld nicht verbergen kann. Bei der darauf folgenden Befragung der Nachbarschaft stellt sich heraus, dass Arbeiter eines Kabelfernsehbetreibers am Morgen mit der Reparatur von Leitungen beschäftigt waren. Diese berichten von einem Vogelbeobachter, der sich tags zuvor in der Gegend aufgehalten habe. Der Naturliebhaber entpuppt sich als Privatdetektiv, den McCurdy beauftragt hat, um den untreuen Jennings zu beschatten. Nach seiner Aussage habe ein auffälliger Sportwagen zur Tatzeit gegen 07:00 Uhr unweit vom Haus der Ermordeten geparkt. Zudem bestätigt McCurdy den nächtlichen Anruf ihrer Schwester, da sie zu diesem Zeitpunkt angeblich bei ihr war. In Bedrängnis gibt Jennings zu, seine Verlobte mit ihrer eigenen Waffe erschossen zu haben. Noch vor der Festnahme widerlegt der eintreffende Autopsiebericht jedoch alle bisherigen Schlussfolgerungen. Gemäß Obduktion wurde Goren schon etwa eine halbe Stunde vor Jennings’ Verzweiflungstat durch einen Schuss in den Kopf umgebracht, der aus einem Revolver anderen Kalibers stammt.

Columbo muss den Fall neu aufrollen. Nachdem er sich von Krähen belästigt von einer Hubarbeitsbühne der Kabelgesellschaft einen Blick auf die umliegenden Häuser verschafft hat, gelangt er zu der Überzeugung, dass sich der Mörder dem Tatort nicht unbemerkt mit einem Fahrzeug hätte nähern können. Unerwartet rückt McCurdy in den Fokus der Ermittlungen. Sie bewohnt ein Strandhaus in Fußnähe und hätte neben Jennings aufgrund einer zu ihren Gunsten abgeschlossenen hohen Lebensversicherung ebenfalls ein Motiv. Der Inspektor sucht die Verdächtige auf und berichtet, Goren habe nachweislich keinen Anruf in der Nacht getätigt. Daraufhin räumt McCurdy ein, den verhassten zukünftigen Schwager selbst im Bestreben angerufen zu haben, die verwerfliche Beziehung anstelle ihrer Schwester zu beenden. Unterdessen wird die Tatwaffe am Strand entdeckt, wodurch sich der Verdacht erhärtet. Jennings erfährt von McCurdys Intrige und macht ihr schwere Vorwürfe. Nach einer heftigen Auseinandersetzung liegen sich beide unvermittelt küssend in den Armen. Später überrascht Columbo das Liebespaar in einem Geschäft für Damenbekleidung. Er erklärt, genügend Indizien zusammengetragen zu haben, um Jennings zu verhaften. So handele es sich bei dem Hintergrundgeräusch auf dem sichergestellten Band des Anrufbeantworters nicht um Autobahnverkehr, sondern um Krähenschwärme. Demnach habe Jennings ursprünglich geplant, wieder rechtzeitig zu seinem Turnier zurückzufahren, konnte das Haus des Opfers aber nicht unerkannt verlassen. Daher schoss er mit einer anderen Waffe ein zweites Mal auf die Leiche, weil er dieses Verhalten ungestraft eingestehen konnte. Darüber hinaus wurde Goren offenbar im Schlaf getötet und danach neu eingekleidet, um den Eindruck zu erwecken, sie stünde kurz vor einer geschäftlichen Reise zu einer weiteren Signierstunde. Bei diesem Vorgang unterlief dem Täter allerdings ein folgenschwerer Fehler, den eine Frau niemals begehen würde: Der Damenslip wurde falsch herum angezogen, wie das auf dem Polizeifoto sichtbare Etikett beweise.

Hintergrund Aufgrund positiver Reaktionen zur zweiten Episode der Staffel Wer zuletzt lacht …, die dem Zeitgeist der späten 1980er-Jahre entsprach, entschloss sich Peter Falk, ein weiteres Drehbuch mit einem gewagteren Thema zu verfilmen. Der Autor Jackson Gillis hatte das Skript zwei Jahre zuvor unter der Bezeichnung The Juggler („Der Jongleur“) verfasst. Der Arbeitstitel entstand in Anlehnung an die Geistesgegenwart des Mörders Wayne Jennings, seinen ursprünglichen Plan kurzfristig zu ändern, weil er den Tatort wegen der Anwesenheit von Zeugen zunächst nicht verlassen kann.David Koenig: Shooting Columbo: The Lives and Deaths of TV’s Rumpled Detective. Bonaventure Press, Aliso Viejo, Kalifornien 2021, S. 194/195.

Als Regisseur wurde der zum Zeitpunkt der Dreharbeiten 68-jährige Walter Grauman vom Produzenten Jon Epstein verpflichtet. Grauman hatte zwar bereits für zahlreiche US-amerikanische Fernsehserien gearbeitet, blieb aber in Bezug auf die Art der Inszenierung in den 1970er-Jahren verwurzelt. Vom Hauptdarsteller fühlte er sich zeitweise bevormundet. Zur schwierigen Zusammenarbeit mit Falk äußerte er sich wie folgt:

Besetzung und Synchronisation Die deutschsprachige Synchronfassung entstand bei der Alster Studios Synchron nach einem Dialogbuch von Susanne Sternberg.

Lieutenant Columbo Peter Falk Klaus Schwarzkopf Gaststars Wayne Jennings Andrew Stevens Andreas von der Meden Jess McCurdy Brenda Vaccaro Beate Hasenau Lieutenant Schultz Floyd Levine Hans Sievers Helen Ashcroft Laurie Walters Micaëla Kreißler Mrs. Rocca Sondra Currie Theresa Goren Janet Margolin Gabriele Libbach Weitere Darsteller Fernsehmoderator Tom Dreesen Gerhart Hinze Lastwagenfahrer Charles Walker Douglas Welbat Gerichtsmediziner Ben Slack Harald Halgardt Rosa Yolanda Lloyd Delgado McGee Efrain Figueroa Lutz Schnell Mavis Thompson Mary Margaret Lewis Shorts Robin Gordon Vater Bill Zuckert Jochen Sehrndt Nachbarin Judy Jean Berns Sekretärin Concetta D’Agnese Isabella Grothe Charlie Fisher Peter Jolly Klaus Nietz

Rezeption Die Fernsehzeitschrift TV Spielfilm vergab eine positive Wertung (Daumen hoch):

Der Autor Michael Striss wertete mit einem von vier Sternen (mangelhaft). Er kritisierte den erneuten Versuch, das bewährte Serienkonzept mit Whodunit-Elementen anzureichern:

Der Autor David Koenig sah ebenfalls Schwächen im Skript, die zu unfreiwilliger Komik führten:

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1990 Kategorie:US-amerikanischer Film Niemand stirbt zweimal Kategorie:Kriminalfilm