mini|Köln Messe (Logo bis 2002)

Die Koelnmesse ist eine international tätige Messegesellschaft mit Sitz in Köln. Die Koelnmesse organisiert und betreut jedes Jahr rund 80 Messen, Ausstellungen und Gastveranstaltungen. Bis zu 2000 Tagungen und sonstige Veranstaltungen finden jährlich während und außerhalb der Messen in den Kongresszentren der Koelnmesse und weiteren Orten statt.

Vorsitzender der Geschäftsführung und damit Messechef ist seit 1. März 2008 Gerald Böse. Neben ihm sind Oliver Frese und bis 2022 Herbert Marner Mitglieder der Geschäftsführung.

An der Koelnmesse GmbH hält die Stadt Köln 79,07 % und das Land NRW 19,99 %. Die restlichen 0,94 % werden von Industrie-, Handels- und Handwerkskammern sowie Wirtschafts- und Handelsverbänden der Region gehalten.Eintrag Handelsregister Köln HRB 952 vom 31. August 2023

Geschichte Köln war bereits im Mittelalter eine bedeutende Messestadt. Die erste Ostermesse fand hier bereits im Jahre 967 statt.Edith Ennen: Kölner Wirtschaft im Früh- und Hochmittelalter, in: Hermann Kellenbenz, Zwei Jahrtausende Kölner Wirtschaft, Band I, 1975, S. 113 Vorbild für die Messen der Neuzeit war die Kölner Werkbundausstellung vom Mai 1914. Auf Betreiben der Handwerkskammer zu Köln wurde 1916 die „Kölner Musterausstellungs-GmbH“ gegründet, die Vorstufe der heutigen Messegesellschaft.Marko Gebert, Festung und Stadt Köln, 2013, S. 388. Die erste staatliche Anerkennung als Messestadt konnte Köln auf der Reichsmessekonferenz im Februar 1920 erringen.Marcus Schüller, Wiederaufbau und Aufstieg der Kölner Messe 1946-1956, 1999, S. 20. In der Stadtverordnetenversammlung vom 8. April 1920 wurde auf Initiative des Kölner Oberbürgermeisters Konrad Adenauer das Messeprojekt für die geplante „Rheinische Musterschau“ ausführlich präsentiert. Am 2. März 1922 genehmigte die Stadtverordnetenversammlung, „dass am Deutzer Ufer, auf dem Gelände der ehemaligen Werkbundausstellung, Gebäude zu Versammlungs-, Ausstellungs- und Messezwecken“ mit einer Grundfläche von 30.000 m² errichtet werden sollten; der Grundstein wurde am 21. Juni 1922 gelegt.Zentralblatt der Bauverwaltung, Band 44, 1924, S. 249 Hans Verbeek (Leiter des städtischen Hochbauamtes) und Hans Pieper planten die Messehallen mit Baukosten von 150 Millionen Reichsmark. Nach nur elf Monaten Bauzeit waren im Mai 1923 alle Arbeiten für das neue Ausstellungsgelände abgeschlossen. Die Eröffnung fand am 11. Mai 1924 mit der Kölner Frühjahrsmesse als erster Messe in Anwesenheit von Reichspräsident Friedrich Ebert und Reichskanzler Wilhelm Marx statt. Diese Gründung war Teil des Planes, Kölns einstige wirtschaftliche Vormachtstellung im Rheinland zurückzugewinnen. Die erste Messe erfüllte dieses Ziel mit 600.000 Besuchern und 2.800 Ausstellern, während die Leipziger Frühjahrsmesse des Jahres 1924 lediglich 176.500 Besucher zählte.Marcus Schüller, Wiederaufbau und Aufstieg der Kölner Messe 1946-1956, 1999, S. 58 Die endgültige Ausstattung des Messegeländes und dessen Erweiterung erfolgte bis 1928 durch Adolf Abel; er umbaute die Messehallen und ergänzte sie um den Messeturm, die Rheinhallen, das „Staatenhaus“ und eine Gartenanlage.Marcus Schüller, Wiederaufbau und Aufstieg der Kölner Messe 1946-1956, 1999, S. 24 ff. Dies erfolgte rechtzeitig zur Ausstellung Pressa: In 6 Monaten Ausstellungszeit dieser international beachteten Zeitungs- und Kommunikationsmesse kamen ab dem 12. Mai 1928 insgesamt 5 Millionen Besucher. 1.500 Aussteller (davon 1.000 aus Deutschland) aus 43 Ländern sorgten für ein internationales Medienereignis. Die Messehallen boten hierfür eine Ausstellungsfläche von 66.500 m².

Zeit des Nationalsozialismus mini|hochkant|links|Mahnmal mini|Ehemaliger Eingang der Messehallen, Stand 1977 während der Anuga mini|hochkant=1.2|Eingang zu den Nordhallen mini|Osteingang, Stand 2018 mini|Südeingang, Stand 2009 mini|Heutiges Messegelände mit Bahnhof Messe/Deutz (unten), MesseCity im Bau, Osthallen (Bildmitte) und Nordhallen (Hintergrund), Stand 2020 mini|Luftbild des Messegeländes, vom Rheinpark aus gesehen

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Messehallen häufig für messefremde Zwecke missbraucht. Bereits kurz nach der Machtergreifung sprach hier Adolf Hitler am 19. Februar 1933 auf einer Wahlkundgebung der NSDAP. Vom 22. bis 30. April 1933 fand hier die „Deutsche Woche“ unter dem Titel „Denk deutsch – kauf deutsch“ statt. Es folgten Messen, die die Vorstellungen der Nationalsozialisten von einer „gesunden Rasse“ spiegelten.Jürgen Wilhelm, Das große Köln-Lexikon, 2005, S. 355 Im Oktober 1939 internierte die Wehrmacht in den Messehallen polnische Kriegsgefangene, im Mai 1940 folgten französische.Ralf Blank/Jörg Echternkamp: Die deutsche Kriegsgesellschaft 1939 bis 1945, 2004, S. 422 Ab Mai 1940 wurden die Hallen als Zwischenlager für Juden sowie Sinti und Roma genutzt, die von Köln aus nach Polen deportiert wurden. Außerdem wurden dort Zwangsversteigerungen von jüdischem Eigentum vorgenommen, das die Deportierten in ihren Wohnungen zurücklassen mussten. Das Mahnmal zum Messelager am Fuß des Messeturms erinnert an die Zweckentfremdung des Messegeländes während des Nationalsozialismus. Im November 1941 war das Deutzer Messegelände zu einem Sammel- und Auffanglager umfunktioniert worden. Im Juni 1942 wurde der Messebetrieb komplett eingestellt. Der Initiator der Messe, Konrad Adenauer, wurde am 23. August 1944 von der Gestapo im Zusammenhang mit Verdächtigungen wegen des Hitler-Attentats verhaftetMarcus Schüller: Wiederaufbau und Aufstieg der Kölner Messe 1946-1956, 1999, S. 63. und in das „Arbeitserziehungslager Messe Köln“ gebracht, am 25. September 1944 in das Zuchthaus Brauweiler überführt, dort am 26. November 1944 wieder entlassen.Volker Frielingsdorf: Auf den Spuren Konrad Adenauers durch Köln: Konrad Adenauers Wirken als Oberbürgermeister von Köln (1917-1933 und 1945), 2000, S. 77.

Nach dem Krieg In Köln, international seit Jahrzehnten als Messestadt etabliert, begann am 14. September 1947 nach dem Zweiten Weltkrieg auf notdürftig repariertem Gelände die Kölner Herbstmesse.Peter Fuchs (Hrsg.): Chronik zur Geschichte der Stadt Köln, Band 2, 1991, S. 276. Die 450 inländischen Aussteller verzeichneten 60.000 Gäste, welche sich über die erste Nachkriegsproduktion informieren wollten.Marcus Schüller, Wiederaufbau und Aufstieg der Kölner Messe 1946-1956, 1999, S. 116. Köln war damit nach Leipzig (Mai 1946) und Hannover (August 1947) die dritte deutsche Großstadt, die eine erste Nachkriegsmesse mit überregionaler Ausstrahlung organisieren konnte. Der in Deutschland einsetzende Wirtschaftsaufschwung reflektierte auch auf die Kölner Messen. Am 6. Mai 1950 eröffnete die erste Photokina, am 6. Oktober 1951 folgte nach 14-jähriger Unterbrechung die Anuga.Anuga in Köln. In: Zeit.Online, 11. Oktober 1951hier wird erstmals der Werbeslogan „Bitte ein Bit“ der Bitburger Brauerei vorgestellt Weitere Messen von internationalem Rang folgten. Im Jahr 1956 wurde wieder das Ausstellungsvolumen der Vorkriegszeit von 66.000 m² erreicht, 1974 stand eine Ausstellungsfläche von 159.000 m² zur Verfügung, am 17. August 1967 wurde die neue Halle 13 ihrer Bestimmung übergeben. 1977 stieg die Ausstellungsfläche durch die Ost-Hallen auf 203.000 m².

Die bisherige Messe- und Ausstellungsgesellschaft mbH firmierte im Oktober 2000 in KölnMesse GmbH um. Die Gebäude der Rheinhallen wurden noch bis Juli 2005 von der Koelnmesse genutzt und dann vorzeitig von der Stadt Köln zurückgekauft. Die Messeverwaltung zog im August 2005 in das Hochhaus der ehemaligen Klöckner-Humboldt-Deutz AG. Im Rahmen eines Masterplan2006 stellte die kölnmesse ihr Konzept eines an anderer Stelle neu zu errichtenden Messe- und Kongresszentrums vor, das in einer Bauzeit von 16 Monaten mit 11 Hallen auf 284.000 m² Fläche bis zum 16. Januar 2006 rechtzeitig zur Internationalen Möbelmesse realisiert wurde. In den leerstehenden Rheinhallen entstand bis Mai 2010 innerhalb der historischen Backsteinfassade ein Bürokomplex für RTL Deutschland und Teile der 2006 vom Talanx-Versicherungskonzern übernommenen HDI-Gerling Versicherung. Vom 6. bis 10. Juni 2007 fand auf dem Gelände der Koelnmesse ein Großteil der Veranstaltungen zum 31. Deutschen Evangelischen Kirchentag statt.

Lage und Gelände mini|Verwaltung der Kölnmesse im ehemaligen, 61 Meter hohen KHD-Hochhaus (Januar 2009)

Das Gelände der Koelnmesse befindet sich größtenteils im rechtsrheinischen Stadtteil Deutz, also in der Kölner Innenstadt, weshalb sich die Messe als Citymesse im Herzen Europas bezeichnet. Die Messe ist über den Bahnhof Köln Messe/Deutz an den S-Bahn-, Regional- und Fernverkehr angeschlossen, wobei auch der linksrheinische Hauptbahnhof nur knapp 1 Kilometer entfernt ist. Die Fahrzeit mit der Bahn zum Flughafen Köln/Bonn beträgt 11 Minuten, mit dem ICE zum Flughafen Düsseldorf 28 Minuten und zum Flughafen Frankfurt 48 Minuten. Mit vier Linien an zwei Haltestellen ist die Messe auch mit der Stadtbahn erreichbar.

Linie Verlauf / Anmerkungen Takt

Das Areal teilt sich in zwei Hallenkomplexe auf, die „Osthallen“ – Erweiterungen aus den 1960er- bis 1980er-Jahren – und die im Januar 2006 eröffneten „Nordhallen“. Diese befinden sich auf dem damaligen Werksgelände der Deutz AG (vormals KHD genannt) und der benachbarten ehemaligen Kölner Sporthalle. Als Sitz der Messeverwaltung wird seit 2005 das denkmalgeschützte frühere KHD-Hochhaus genutzt, welches unmittelbar am neuen Nordeingang liegt und heute Messehochhaus genannt wird. Seit 2017 bis voraussichtlich 2025 wird die MesseCity gebaut, in dessen Zuge auch der Südeingang überarbeitet und mit einem Messebalkon neu gestaltet wird.

Bedeutung Die Koelnmesse ist ein wichtiger Faktor für die Wirtschaft Kölns und den Wirtschaftsstandort Köln. Die Ausgaben der Aussteller und Besucher generieren jährlich 2,64 Milliarden Euro Umsatz bundesweit und sichern gut 25.000 Arbeitsplätze. Allein in Köln werden dabei rund 1,36 Milliarden Euro an zusätzlicher Kaufkraft ausgelöst. Besonders profitieren Hotellerie, Gastronomie, Handel, Logistik und ein ganzes Netzwerk spezialisierter Dienstleister in Köln und Nordrhein-Westfalen. Internationale Leitveranstaltungen, Messen und Kongresse machen Köln damit nicht nur zum globalen Branchentreffpunkt, sondern sorgen zugleich für erhebliche wirtschaftliche Impulse in der gesamten Region.https://www.koelnmesse.de/pressemitteilungen/pm_9000_2026_14_DE.xmldatei=pm_9000_2026_14_DE.xml&title=Erfolgreiches%20Gesch%C3%A4ftsjahr%202025%20%20Wachstum%20durch%20starke%20Marken%20und%20globales%20Portfolio%20%E2%80%93%20Koelnmesse%20st%C3%A4rkt%20den%20Wirtschaftsstandort%20NRW

Die Koelnmesse organisiert jedes Jahr rund 80 Messen, Ausstellungen, Gastveranstaltungen und Corporate Events im In- und Ausland. Für mehr als 25 Branchen stellen diese Veranstaltungen die Weltleitmessen dar, wie z. B. die Anuga. Mit annähernd 400.000 m² Hallen- und Außenfläche (Stand: Juli 2025) ist die Koelnmesse die drittgrößte Messe in Deutschland und gehört zu den Top Ten weltweit.Porträt der Koelnmesse Insgesamt nehmen rund 2,5 Millionen Besucher aus mehr als 214Nach unterschiedlichen Angaben (siehe etwa Liste der Staaten der Erde oder Fischer Weltalmanach 2012) gibt es maximal 200 als „Staaten“ zu verstehende Gebiete auf der Erde. Daher werden zu dieser Angaben der Koelnmesse entstammenden Zahl auch weitere nicht genau definierte autonome Gebiete zählen. Nationen und über 44.000 ausstellende Unternehmen aus 120 Ländern an den Messen und Veranstaltungen der Koelnmesse teil. Das Gelände bietet Kapazitäten für Tagungen mit über 19.500 Teilnehmern und den Rahmen für Kongresse mit begleitenden Ausstellungen.Geschäftsbericht der Koelnmesse 2025 {https://www.koelnmesse.de/unternehmen/wir/geschaeftsbericht/