Wer zuletzt lacht … (Originaltitel: Columbo Cries Wolf) ist eine erstmals auf ABC gesendete Episode der Kriminalfilm-Reihe Columbo aus dem Jahr 1990. Die deutschsprachige Erstausstrahlung der zweiten Folge der neunten Staffel folgte im Jahr 1991 durch den Fernsehsender RTL plus. Der schottische Schauspieler Ian Buchanan verkörpert als Sean Brantley, Herausgeber eines Männermagazins, den Gegenspieler von Inspektor Columbo, dargestellt von Peter Falk.
Handlung Sean Brantley und Dian Hunter sind Herausgeber des populären Männermagazins Bachelor’s World. Der Fotograf genießt das Luxusleben und umgibt sich auf dem gemeinsam bewohnten Anwesen bereitwillig mit den jungen Models. Seine verschwenderische Art und seine Affären mit den Models sind der Geschäftspartnerin hingegen seit Längerem ein Ärgernis. Als Brantley in einem Interview die Verlobung mit der von der Zeitschrift gekürten „Nymphe des Jahres“ namens Tina bekannt gibt, beschließt seine ehemalige Geliebte, ihre Mehrheitsbeteiligung an den britischen Medienunternehmer Sir Harry Matthews zu verkaufen. Zur Rede gestellt, behauptet Brantley, seine Ankündigung sei lediglich ein PR-Gag. Trotzdem lässt sich Hunter nicht davon abbringen, noch am selben Abend ihre geplante Dienstreise nach London anzutreten. Brantley möchte jedoch weiterhin das Leben mit den Models genießen, daher hat er kein Interesse an dem Verkauf des Magazins, da der neue Mehrheitseigentümer das Anwesen sofort schließen würde. Auf dem Weg zum Flughafen hält Cosner, der Chauffeur ihrer Stretch-Limousine, am Hintereingang eines Restaurants, um den dort bestellten Proviant abzuholen. Während der Unterhaltung mit dem Koch in der Restaurantküche glaubt er, einen Schuss zu hören. Zurück im Hof findet er aber keine ungewöhnlichen Umstände vor. Hunter hat unterdessen die Trennwand zum Fahrgastraum hochgefahren und ihr Gesicht hinter einer Sonnenbrille verborgen. Am Flughafen wendet sie sich wortlos in ihren auffälligen Nerzmantel gehüllt ab.
Drei Tage später sucht Inspektor Columbo Brantley in dessen Villa auf. Er erklärt, Matthews habe Hunter als vermisst gemeldet, da sie am Zielort zwar angekommen, zur vorgesehenen Verabredung jedoch nicht erschienen ist. Unter Hinweis auf ihre Marotten versichert Brantley dem Inspektor, dass sie schon oft unangekündigte Ausflüge unternommen habe. Bei der Befragung von Cosner kommt Columbo erstmals der Gedanke, eine ähnlich aussehende Frau könnte nach dem Zwischenhalt in der Limousine gesessen und den Fahrer getäuscht haben. Kurz darauf wird der Inspektor von einem Helikopter abgeholt und zu Matthews gebracht. Der besorgte Unternehmer ist kurzfristig in die Vereinigten Staaten gereist und geht von einem Gewaltverbrechen aus. Seiner Meinung nach habe Brantley den Mord entweder selbst begangen oder in Auftrag gegeben, um den Verkauf des Magazins zu verhindern. Nachdem Columbo bereits den Wagen hat untersuchen lassen, findet die Spurensicherung eine Patronenhülse Kaliber 25 vor dem Restaurant. Brantley besitzt eine Waffe gleichen Kalibers, mit der kürzlich geschossen wurde. Überdies erhärtet sich die Mordtheorie des Inspektors bei der Sichtung von Videoaufnahmen einer Sicherheitskamera in der Flughafenlounge, die zeigen, wie eine Frau in Hunters Kleidung entgegen ihren Gewohnheiten Milch in den Kaffee gießt. Demnach müsse eine Unbekannte unter der Sitzbank der Limousine gewartet, die Insassin während Cosners Abwesenheit erschossen und sich in der Folge als Hunter ausgegeben haben. Durch einen aufgesetzten Schuss mit dem kleinen Kaliber seien keine Blutflecken entstanden. Der zwischenzeitlich unter dem Sitz verborgene leblose Körper sei anschließend von Brantley auf dem weitläufigen Grundstück vergraben worden.
Zum Beweis seiner Vermutungen ordnet Columbo, gegen Widerstände aus den eigenen Reihen, eine aufwendige und letztlich erfolglose Durchsuchung des Geländes an. Brantley scheint zunächst aufgebracht über die zwecklose Maßnahme, nutzt das ausufernde Medieninteresse aber selbstgefällig zum eigenen Vorteil. Derweil versucht der Inspektor, die mutmaßliche Komplizin ausfindig zu machen, um den Fall über ihre Mittäterschaft aufzuklären. So besitzt Tina über einen längeren Zeitraum kein Alibi und hätte damit nach England fliegen sowie unter einer anderen Identität zurückkehren können. Ihre Haare fanden sich außerdem im Auto. Auch eine angebliche Postkarte der Vermissten aus Mailand kann Columbo nicht überzeugen. Bevor er Brantleys verdächtige Freundin zu einem offiziellen Verhör abführen lässt, kommt Hunter überraschend nach Hause. Ihr vermeintliches Ableben wurde ausschließlich zur Auflagensteigerung des Magazins inszeniert. Hunter trifft sich daraufhin mit Matthews zu Nachverhandlungen über den Verkaufspreis ihres Anteils. Ernüchtert erkennt Brantley, dass er ebenfalls ausgenutzt worden ist. Hatte er doch gehofft, durch diese Aktion die Verkaufsabsichten seiner Geschäftspartnerin ausräumen und sein Leben auf dem Anwesen des Magazins weiterführen zu können. Er kommt zum Schluss, dass sein Leben ohne seine Geschäftspartnerin viel schöner verlaufen könnte. Am Abend vor der Vertragsunterzeichnung bricht er Hunter das Genick und versteckt die Leiche. Der Inspektor erfährt vom erneuten Verschwinden der Frau und fährt entgegen den Anweisungen des Polizeichefs umgehend zur Villa. Aufnahmen vom Einfahrtstor zeigen eine Frau mit Nerzmantel, allerdings ohne den markanten Armreif mit integriertem Pager, den sowohl Brantley als auch Hunter stets tragen, um Kurzmitteilungen zu versenden. In der Gewissheit, dieses Mal auf der richtigen Fährte zu sein, wählt Columbo eine bestimmte Telefonnummer. Kurze Zeit später ertönt ein Signal, das ihn in das frisch renovierte Badezimmer führt. Hinter einer Wandverkleidung befindet sich die Tote, verstaut in einem durchsichtigen Kleidersack. Brantley hatte vergessen, ihren Pager nach der Tat an sich zu nehmen. Auf der Anzeige steht die vom Inspektor zuvor übermittelte Nachricht: „GOTCHA“.
Hintergrund Am Ende der 1980er Jahre bestand die Herausforderung für die Macher der Serie darin, deren Inszenierung an den mittlerweile veränderten Zeitgeist anzupassen und sich in der zunehmenden Angebotsvielfalt von Kriminalserien zu jener Zeit zu behaupten. Penny Adams, die als Produzentin für drei weitere Episoden der Staffel verantwortlich war, erzählte:
William Link, einer der beiden geistigen Väter der Reihe, erhielt den Vorschlag zur Auflösung des Falles von einem Journalisten:
Die Handlung nimmt Bezug auf die Episode Alter schützt vor Torheit nicht der zweiten Staffel. Nachdem Dian Hunter in London als vermisst gemeldet worden ist, möchte Columbo seinem Freund Detective Chief Superintendent William Durk von Scotland Yard einen Gefallen tun, dem er seinerzeit bei der Aufklärung des Mordes an einem Theaterproduzenten geholfen hatte.
Der englische Originaltitel kann frei übersetzt werden mit „blinden Alarm schlagen“. Nach der erfolglosen Durchsuchung des Anwesens kann Columbo nicht noch einmal auf dieselbe Methode zurückgreifen, ohne sich der Lächerlichkeit preiszugeben.Im Dialog mit Sean Brantley bezieht sich der Inspektor wortwörtlich auf den Titel, als er seine missliche Lage einschätzt: Als tatsächlich ein Mord geschieht, muss er einen anderen Weg finden, um den Täter zu überführen.
Im Vorspann ist das Lied She Drives Me Crazy der Fine Young Cannibals aus dem Jahr 1988 zu hören.
Besetzung und Synchronisation Die deutschsprachige Synchronfassung entstand bei der Alster Studios Synchron.
Lieutenant Columbo Peter Falk Klaus Schwarzkopf Gaststars Sean Brantley Ian Buchanan Rainer Schmitt Tina Rebecca Staab Sabine Falkenberg Sir Harry Matthews Alan Scarfe Henry König Cosner Mark Margolis Lothar Grützner Police Commissioner John Finnegan Günther Jerschke Bürgermeister David Huddelston Michael Weckler Dian Hunter Deidre Hall Monika Gabriel Weitere Darsteller Jeanne Wolf Jeanne Wolf Helen Robinson Gigi Rice Küchenchef Ralph Wilcox Assistent des Bürgermeisters Peter Zapp Holger Mahlich Wilson Morgan Jones Faktotum Darrell Kunitomi Reporter Gil Newsome Philipp Moog Sergeant George Kramer Bruce Kirby Edgar Hoppe
Rezeption Die Fernsehzeitschrift TV Spielfilm vergab eine positive Wertung (Daumen hoch):
Der Autor Michael Striss wertete mit drei von vier Sternen (sehr empfehlenswert). Er lobte das unkonventionelle Skript, sah aber Schwächen bei der Besetzung des Gegenspielers:
Weblinks
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Filmtitel 1990 Kategorie:US-amerikanischer Film Wer zuletzt lacht Kategorie:Kriminalfilm