mini|Josef Bierbichler (2018) Josef „Sepp“ Bierbichler (* 26. April 1948 in Ambach) ist ein deutscher Schauspieler und Schriftsteller.

Leben Josef Bierbichler stammt aus einer Landwirts- und Gastwirtsfamilie aus Ambach am Starnberger See. Bereits als Kind besuchte er eine Theaterschule im Nachbarort Holzhausen. Nach seiner Zeit in der Volksschule und einem zehnjährigen Internatsaufenthalt u. a. im Internat Knabenrealschule Heilig Kreuz der Herz-Jesu-Missionare in Donauwörth absolvierte er die Hotelfachschule.

Sein erstes Engagement als Schauspieler hatte Bierbichler in Holzhausen. Dort entdeckten ihn Pamela Wedekind und Rudolf Noelte, die ihn an das Münchner Residenztheater holten. Den Dreijahresvertrag beendete er nach der Hälfte der Zeit.Josef Bierbichler: Das Nagetier in uns. In: Theater der Zeit. 10/2016, S. 33. Einen großen Publikumserfolg konnte er mit dem Stück Der Brandner Kaspar und das ewig’ Leben feiern, das 1975 auch für das Fernsehen inszeniert wurde und in dem er den Jäger Simmerl spielt. 1976 lernte Josef Bierbichler den Dramatiker und Regisseur Herbert Achternbusch kennen, mit dem er eine Wohngemeinschaft in Ambach gründete. Zusammen mit seiner Schwester Annamirl Bierbichler war er Darsteller in einigen Filmen Achternbuschs. 1980/81 ging er ans Mitbestimmungstheater am Schauspiel Frankfurt.

Bierbichler machte sein Kinodebüt 1976 als Hauptdarsteller von Werner Herzogs Film Herz aus Glas und etablierte sich anschließend auch als gefragter Film- und Fernsehschauspieler. Neben Herzog und Achternbusch arbeitete er mit weiteren bekannten Regisseuren, darunter Michael Haneke, Tom Tykwer, Doris Dörrie und Caroline Link. In der Verfilmung von sechs Geschichten aus Ferdinand von Schirachs Erzählband Verbrechen für das ZDF spielte Bierbichler die Hauptrolle des Anwalts Friedrich Leonhardt.Alexander Krei: ZDF: Schirachs „Verbrechen“ wird neue Miniserie. auf DWDL.de, abgerufen am 5. September 2011. 2012 sprach er den Joe Hynes im Hörspiel Ulysses nach James Joyce, das mit einer Laufzeit von mehr als 22 Stunden das bislang längste Hörspiel des Südwestrundfunks und eine der aufwändigsten Hörspielproduktionen der ARD ist.

Bierbichler spricht in allen seinen Rollen stets mit der sprachlichen Färbung seines bayerischen Heimatdialekts. Er verfasst Kolumnen für die Zeitschrift Theater der Zeit.

Filmografie (Auswahl) 1976: Herz aus Glas 1976: Die Atlantikschwimmer – Regie: Herbert Achternbusch 1977: Bierkampf 1977: Servus Bayern – Regie: Herbert Achternbusch 1977: Tatort – Schüsse in der Schonzeit (TV-Reihe) 1979: Woyzeck 1981: Mein Freund der Scheich (TV-Film) – Regie: Rainer Erler 1981: Der Neger Erwin – Regie: Herbert Achternbusch 1982: Das Gespenst 1983: Mitten ins Herz (TV-Film) – Regie: Doris Dörrie 1986: Heilt Hitler – Regie: Herbert Achternbusch 1987: Triumph der Gerechten [auch Regie] 1988: Wohin? – Regie: Herbert Achternbusch 1991: Wildfeuer 1993: Die tödliche Maria 1995: Dicke Freunde (TV-Film) – Regie: Horst Königstein 1997: Picasso in München 1997: Winterschläfer 1997: Freier Fall 1998: Neue Freiheit – keine Jobs / Schönes München – Stillstand 1998: Hot Dogs – Regie: Andreas Lechner 2000: Code: unbekannt 2000: Abschied. Brechts letzter Sommer 2001: Heidi 2001: Ein Dorf sucht seinen Mörder 2003: Polterabend 2003: Das Konto 2004: Hierankl 2004: Außer Kontrolle 2006: Winterreise 2007: Bierbichler (Dokumentation von Regina Schilling) 2008: Im Winter ein Jahr 2008: Der Architekt 2009: Der Knochenmann 2009: Deutschland 09 (Episodenfilm) 2009: Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte 2011: Brand 2013: Exit Marrakech 2013: Verbrechen nach Ferdinand von Schirach 2014: Landauer – Der Präsident 2015: Schau mich nicht so an 2018: Zwei Herren im Anzug [auch Regie] 2020: Die Getriebenen, Ministerpräsident Horst Seehofer 2021: Töchter – Regie: Nana Neul 2022: Strafe – Subotnik (Fernsehreihe) Darüber hinaus wirkte Bierbichler in zahlreichen anderen Fernsehproduktionen und Theaterinszenierungen mit.

Werke (Auswahl) mini|Josef Bierbichler bei der Präsentation seines Buches Mittelreich auf dem Blauen Sofa (Club Bertelsmann, 2011) Verfluchtes Fleisch. Verlag der Autoren, Frankfurt 2001, ISBN 3-88661-240-6. Mittelreich. Roman. Suhrkamp, Berlin 2011, ISBN 978-3-518-42268-7.

Hörspiele 1977: Der zerbrochene Krug von Heinrich von Kleist. Bayerische Fassung von Leopold Ahlsen. Rolle: Rupert. Regie: Wolf Euba. Bayerischer Rundfunk. 1999: Flametti oder Vom Dandysmus der Armen von Hugo Ball. Rolle: Max Flametti. Regie: Klaus Buhlert. BR Hörspiel und Medienkunst. 2001: Gilgamesch von Raoul Schrott. Rolle: Enkidu. Regie: Klaus Buhlert. BR Hörspiel und Medienkunst. 2003: Unser Oskar – Eine Sprachoper für Oskar Maria Graf von Andreas Ammer. Rolle: Oskar. Regie: Sebastian Hess/Andreas Ammer. BR Hörspiel und Medienkunst. 2004: Heimspiel – Sprachoper für Karl Valentin und ein Fußballstadion von Andreas Ammer. Rolle: Karl Valentin. Regie: Sebastian Hess. BR Hörspiel und Medienkunst. 2004: Der Mann ohne Eigenschaften. Remix von Robert Musil. Hörspiel in 20 Teilen. Rolle: Moosbrugger. Regie: Klaus Buhlert. BR Hörspiel und Medienkunst. Als Podcast/Download im BR Hörspiel Pool.BR Hörspiel Pool-Musil, Der Mann ohne Eigenschaften. Remix

Hörbücher Josef Bierbichler liest Mittelreich: ungekürzte Autorenlesung. Der Audio Verlag (DAV), Berlin, 2011, ISBN 978-3-86231-140-8 (Autorenlesung, 10 CDs, 727 Min.)

Auszeichnungen 1985, 1996: Schauspieler des Jahres der Zeitschrift Theater heute 1997: Gertrud-Eysoldt-Ring der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste für seine Darstellung des Kasimir in Kasimir und Karoline von Ödön von Horváth in der Inszenierung von Christoph Marthaler am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg 1998: Adolf-Grimme-Preis in Gold für seine Rolle in dem ZDF-Fernsehfilm Freier Fall – Regie: Christian Görlitz 2007: Deutscher Filmpreis als „Bester Schauspieler“ für seine Rolle in Winterreise 2008: Theaterpreis BerlinDDP: , vom 18. Mai 2008, abgerufen am 19. Mai 2008. 2009: Nominierung für den Deutschen Filmpreis als „Bester Hauptdarsteller“ für Im Winter ein Jahr 2012: Nominierung für den Österreichischen Filmpreis als „Bester männlicher Darsteller“ für Brand 2016: Fontane-Literaturpreis der Stadt Neuruppin für Mittelreich

Filmporträt Bierbichler. Porträt, Deutschland, 2007, 44 Minuten, Buch und Regie: Regina Schilling, Produktion: zero one film, BR, SWR, Kinostart: 13. März 2008 (90 Min.), Erstsendung: 26. April 2008 beim BR, Besprechungen von nachtkritik.de.

Weblinks

Dokumentation über Josef Bierbichler

Einzelnachweise

Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Hörspielsprecher Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Essay Kategorie:Träger der Kainz-Medaille Kategorie:Träger des Deutschen Filmpreises Kategorie:Grimme-Preisträger Kategorie:Person (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1948 Kategorie:Mann