Der Renault 21 (Typ 48) – kurz R21 – ist ein PKW des Herstellers Renault. Dieser wurde von Frühjahr 1986 bis Ende 1994 (Nevada bis Ende 1995) gebaut und ist ein Auto der Mittelklasse.

Modellgeschichte Den R21 gibt es in drei verschiedenen Karosserieversionen: Stufenheck, Schrägheck sowie Kombi.

Im März 1986 wurde zunächst die Stufenhecklimousine eingeführt. Die Kombi-Version wurde im Juni 1986 unter der Bezeichnung „Nevada“ auf den Markt gebracht. Zum Facelift der Baureihe im Mai 1989 erschien noch eine Schräghecklimousine.

Den R21 gab es in verschiedenen Ausführungen sowohl der Motorleistung als auch der Ausstattung.

Die GTS-Ausführung enthielt Servolenkung, elektrische Fensterheber und eine Infrarot-Zentralverriegelung. In der ersten Modell-Generation waren gegen Aufpreis in den teureren Versionen (mit Längsmotor) ABS und Klimaanlage erhältlich.

Im Mai 1989 gab es ein Facelift, anlässlich dessen es neben einem modernisierten und runderen Aussehen auch diverse zusätzliche Ausstattungsvarianten gab. Es wurden beispielsweise ABS, Klimaanlage oder Klimaautomatik angeboten.

Die Schräghecklimousine wurde Anfang 1994 durch den Renault Laguna I abgelöst, während die Stufenheckversion Ende 1994 ersatzlos eingestellt wurde. Der Kombi wurde im Mai 19931993 Renault 21 Nevada [X48] in „Les Tuche“, 2011, abgerufen am 14. Februar 2016 (englisch). in Renault Nevada umbenannt und noch bis Ende 1995 gebaut.

Modelldaten Modell BauzeitraumBosch Produktfinder, Scheibenwischer 1999/2000 (dänisch und norwegisch). Länge Breite Höhe Radstand Spurweitevorn Spurweitehinten Stufenheck März 1986–Dezember 1994 4462–4465 mm 1706–1715 mm 1414 mm 2600–2659 mm 1429–1455 mm 1402–1406 mm Schrägheck Mai 1989–Dezember 1993 4461 mm 1726 mm 1390–1425 mm 2600–2659 mm 1435–1454 mm 1400–1423 mm Kombi (Nevada) Juni 1986–Dezember 1995Von Ende 1994 bis Ende 1995 als Renault Nevada vermarktet. 4693 mm 1726 mm 1421–1450 mm 2744–2809 mm 1430–1454 mm 1400–1423 mm

Technische Daten Ottomotoren Modell Zylinder/Ventile Hubraum Max. Leistung Max. Drehmoment Motorkennung Gemischaufbereitung Katalysator 0–100 km/h Vmax Bauzeitraum TL, GTL 4/8 1397 cm³ 51 kW (69 PS) bei 5250/min 106 Nm bei 3000/min C2J 770 Vergaser Nein 06/1988–10/1993 1721 cm³ 55 kW (75 PS) bei 5000/min 125 Nm bei 3250/min F2N 712 12,0 s 173 km/h 03/1986–12/1987 54 kW (73 PS) bei 5000/min 127 Nm bei 2750/min F3N 726 Einspritzung Ja 12,5 s 172 km/h 07/1986–02/1994 TS, GTS, TSE 68 kW (92 PS) bei 5750/min 138 Nm bei 3000/min F2N 710 Vergaser Nein 10,7 s 185 km/h 03/1986–03/1993 69 kW (94 PS) bei 5200/min 143 Nm bei 3000/min F3N 722/723 Einspritzung Ja 03/1986–02/1994 66 kW (90 PS) bei 5250/min 140 Nm bei 3000/min 09/1989–12/1995 GTX, TXE 1995 cm³ 88 kW (120 PS) bei 5500/min 168 Nm bei 4500/min J7R 746/747 Nein 9,7 s 200 km/h 03/1986–12/1993 2165 cm³ 79 kW (107 PS) bei 5000/min 169 Nm bei 3500/min J7T 754/755 Ja 9,9 s 192 km/h 07/1986–12/1995 TXI, RTi 4/12 1995 cm³ 103 kW (140 PS) bei 6000/min 176 Nm bei 4300/min J7R Nein k. A. 99 kW (135 PS) bei 6000/min 174 Nm bei 4300/min J7R 740 Ja 9,6 s 203 km/h 02/1990–12/1995 Turbo 4/8 129 kW (175 PS) bei 5200/min 270 Nm bei 3000/min J7R 752 Nein 7,4 s 227 km/h 04/1987–10/1993 119 kW (162 PS) bei 5500/min 260 Nm bei 3000/min J7R 756 Ja 8,1 s 222 km/h 02/1990–10/1992

Dieselmotoren Modell Zylinder/Ventile Hubraum Max. Leistung Max. Drehmoment Motorkennung Gemischaufbereitung Katalysator 0–100 km/h Vmax Bauzeitraum SD, GSD 4/8 1870 cm³ 47 kW (64 PS) bei 4500/min 118 Nm bei 2250/min F8Q Wirbelkammereinspritzung Nein 16,0 s 155 km/h 08/1989–10/1993 TD, GTD 2068 cm³ 53 kW (72 PS) bei 4500/min 139 Nm bei 2250/min J8S 15,1 s 170 km/h 05/1989–12/1995 Turbo D, Turbo DX 2068 cm³ 65 kW (88 PS) bei 4250/min 184 Nm bei 2000/min 11,8 s 177 km/h 03/1986–12/1995

Besonderes Der Renault 21 hat eine bemerkenswerte Karosseriestruktur. Das Auto wiegt nur etwa 1050 kg und bestand 1987 dennoch die damaligen US-Crashnormen. Der Renault 21 wurde in den USA von Chrysler als Eagle Medallion verkauft. In der Karosserie befinden sich Verstärkungen aus Leichtmetalllegierungen, der Motorblock ruht gummigelagert auf dem großen Achsträger, der als Hilfsrahmen in die Struktur eingebunden ist. Für die Seitenstabilität wurde mit zwei Querträgern im Wagenboden gesorgt.

Außerdem ist der R21 in vielen Karosserievarianten gebaut worden. Wirklich einzigartig machten den Renault 21 jedoch die zwei verschiedenen Einbaulagen des Motors und u. a. hieraus resultierend drei verschiedenen Radstände. Die verfügbaren Getriebe erlaubten für die kleineren Benzinmotoren mit 1397 cm³ und 1721 cm³ nur den Quereinbau, für die Benzinmotoren mit 1995 cm³ und 2165 cm³ sowie den Dieselmotoren nur den Längseinbau. Längs eingebaute Motoren bedingten bei der Limousine einen kürzeren Radstand von 2600 mm, erkennbar an den vorderen Kotflügeln; Das Rad hat hier einen geringeren Abstand zur vorderen Tür als bei den Quermotorvarianten mit 2659 mm Radstand. Die R21 Nevada genannte, verlängerte Kombivariante wies unabhängig von der Motorvariante bzw. Einbauposition einen einheitlichen Radstand auf (je nach Quelle 2809 bzw. 2810 mm). Einige Modelle wurden mit Allradantrieb angeboten. Den R 21 Nevada gab es auch mit sieben Sitzen.

Motorsport 1988 gewann der Franzose Jean Ragnotti im Renault 21 Turbo Superproduction die Französische Tourenwagenmeisterschaft (Championnat de France de Supertourisme). Das allradgetriebene Fahrzeug leistete 316 kW (430 PS) und hatte eine Antriebswelle aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff. In der zehn Rennen umfassenden Saison gewann Renault sechs Rennen.

Literatur Automobil Revue. Katalog 1991 und 1995. Renault 21 (Stufenheck) Bedienungs- und Wartungsanleitung. Renault S.A., November 1985. Teile-Nr. 77 11 079 573. Renault 21 (Schrägheck) Bedienungs- und Wartungsanleitung. Renault S.A., April 1989. Teile-Nr. 77 11 087 472. Renault Nevada Bedienungs- und Wartungsanleitung. Renault S.A., März 1994. Teile-Nr. 77 11 173 768.

Weblinks

Renault 21 Club Deutschland

Einzelnachweise

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