Nico Erik Rosberg ([]; * 27. Juni 1985 in Wiesbaden) ist ein ehemaliger deutsch-finnischer Automobilrennfahrer und Investor. Als Sohn des finnischen Formel-1-Weltmeisters Keke Rosberg und dessen deutscher Frau Gesine („Sina“) besitzt er beide Staatsbürgerschaften, spricht allerdings kein Finnisch. Er trat bis Ende 2003 mit finnischer und ab 2004 mit deutscher Rennlizenz an.
Rosberg gewann 2005 die GP2-Serie und startete ab dem Jahr 2006 in der Formel 1. 2012 gelang ihm als siebtem Fahrer mit deutscher Lizenz ein Grand-Prix-Sieg bei einem Formel-1-Weltmeisterschaftslauf. Von 2010 bis 2016 stand er bei Mercedes unter Vertrag. 2016 wurde er als dritter mit deutscher Lizenz startender Fahrer Formel-1-Weltmeister. Wenige Tage nach dem Gewinn seiner Weltmeisterschaft gab er bekannt, seine Karriere in der Formel 1 zu beenden.
Karriere Anfänge im Motorsport (1996–2002) mini|Rosberg in der deutschen Formel BMW 2002 Nico Rosberg saß mit sechs Jahren zum ersten Mal in einem Kart. Seine Motorsportkarriere begann er 1996 im Kartsport. Er startete mit finnischer Rennlizenz in diversen Kart-Meisterschaften. 2000 wurde er hinter Lewis Hamilton Vizeeuropameister in der Formel A. 2000 und 2001 nahm er an der Weltmeisterschaft in der Kategorie Formel Super A teil.
2001 erfolgte zudem Rosbergs Debüt im Formelsport. Er nahm an drei Rennen des iberischen Formel BMW Cups teil. 2002 wechselte Rosberg vollständig in den Formelsport und trat für das Team Rosberg, den Rennstall seines Vaters, in der deutschen Formel BMW an. Er wurde vom Musiksender VIVA dokumentarisch begleitet und gesponsert. Daher firmierte sein Team unter dem Namen VIVA Racing. Rosberg gewann neun von zwanzig Rennen und wurde mit 264 Punkten Meister vor Maximilian Götz, der 183 Punkte erzielt hatte. Seinen Teamkollegen Christian Bakkerud, der mit 37 Punkten 15. wurde, schlug er deutlich. Darüber hinaus absolvierte Rosberg 2002 im Alter von 17 Jahren für Williams seinen ersten Formel-1-Test.
Formel 3 (2003–2004) 2003 wechselte Rosberg in die neugegründete Formel-3-Euroserie. Er trat erneut für das Team Rosberg an. Der Rennstall verwendete Motoren von Opel. Sein Teamkollege war Andreas Zuber. Nachdem er bereits zweimal auf dem Podium gestanden hatte, erzielte er beim ersten Lauf in Le Mans seinen ersten Sieg, der zugleich sein einziger Sieg in diesem Jahr blieb. Er stand bei zwei weiteren Rennen auf dem Podest. In der Meisterschaft erreichte er mit 44 Punkten den achten Rang. Damit schlug er seinen Teamkollegen Zuber, der mit zwei Punkten 24. war, deutlich. Im Rookie-Cup, in dem nur Fahrer gewertet wurden, die zuvor noch nie in einer Formel-3-Meisterschaft gefahren waren, wurde Rosberg Zweiter hinter Christian Klien. Darüber hinaus nahm Rosberg 2003 an drei Formel-3-Einzelveranstaltungen teil. Eine bestritt er für das Team Rosberg, zwei für Carlin. Außerdem nahm er erneut für Williams an Formel-1-Testfahrten teil.
2004 wechselte Rosberg seine Rennlizenz und trat fortan als Deutscher zu den Rennen an. Zunächst gewann er die Winterserie der spanischen Formel-3-Meisterschaft für das Team Rosberg. Anschließend absolvierte er die Formel-3-Euroserie-Saison 2004 für den familiären Rennstall. Rosberg gewann die beiden ersten Rennen in Hockenheim sowie ein Rennen auf dem Nürburgring. Mit insgesamt fünf Podest-Platzierungen schloss er die Saison auf dem vierten Gesamtrang ab. Mit 70 zu 0 Punkten distanzierte er seinen Teamkollegen Zuber deutlich. Darüber hinaus nahm Rosberg für das Team Rosberg an drei Formel-3-Einzelveranstaltungen teil. Dabei wurde er hinter Hamilton Zweiter beim Bahrain Superprix. Neben seinen Formel-3-Renneinsätzen absolvierte er weitere Formel-1-Tests für Williams.
GP2-Serie (2005) 2005 wechselte Rosberg in die neugegründete GP2-Serie zu ART Grand Prix. Er wurde Teamkollege von Alexandre Prémat, der im Jahr zuvor Vizemeister der Formel-3-Euroserie geworden war. Nach zwei dritten Plätzen bei den Hauptrennen in Monte Carlo und auf dem Nürburgring, gelang ihm beim Sprintrennen in Magny-Cours sein erster GP2-Sieg. Bei den folgenden Hauptrennen in Silverstone und Hockenheim gewann er von der Pole-Position startend weitere Male. Nachdem er bei den folgenden vier Veranstaltungen fünfmal das Podium erreicht hatte, gelang ihm in as-Sachir als erstem Fahrer überhaupt, beide GP2-Rennen zu gewinnen. Rosberg entschied die Meisterschaft schließlich mit 120 zu 105 Punkten gegen Heikki Kovalainen für sich. Er hatte damit fast doppelt so viele Punkte wie sein Teamkollege geholt. Prémat belegte mit 67 Punkten den vierten Gesamtrang. Darüber hinaus war Rosberg in der Formel-1-Weltmeisterschaft 2005 Testfahrer bei Williams.
Formel 1 (2006–2016) Williams (2006–2009) mini|Rosberg im Williams beim Großen Preis von Kanada 2006 2006 trat Rosberg für Williams erstmals in der Formel 1 an. Er wurde Teamkollege von Mark Webber. Der Rennstall setzte Motoren von Cosworth ein. Bei seinem ersten Formel-1-Rennen in Bahrain ging Rosberg vom zwölften Startplatz ins Rennen. Nach einer Kollision in der ersten Runde und einem Reparaturstopp fiel er ans Ende des Feldes zurück. Rosberg begann eine Aufholjagd und kam schließlich auf dem siebten Platz ins Ziel. Damit erzielte er bereits bei seinem Debütrennen zwei Punkte. Rosberg fuhr zudem die schnellste Rennrunde und wurde damit zum jüngsten Fahrer, dem dies gelang. Im Alter von 20 Jahren, 8 Monaten und 13 Tagen löste er Fernando Alonso ab, der bei seiner ersten schnellsten Runde 21 Jahre, 10 Monate und 17 Tage alt war. Beim fünften Rennen, dem Großen Preis von Europa, wurde Rosberg ein weiteres Mal Siebter. Bei diesem Rennen ging er vom letzten Startplatz aus ins Rennen. Weitere Punkteplatzierungen gelangen Rosberg, der bei drei weiteren Rennen in die Top 10 fuhr, nicht. Bei der Hälfte aller Rennen erreichte Rosberg nicht das Ziel. Mit vier Punkten lag Rosberg am Saisonende auf dem 17. Platz in der Fahrerweltmeisterschaft. Damit unterlag er intern Webber, der mit sieben Punkten 14. war.
2007 bestritt Rosberg seine zweite Formel-1-Saison für Williams, die nun Toyota-Motoren verwendeten. Nachdem Webber den Rennstall verlassen hatte, wurde Alexander Wurz Rosbergs neuer Teamkollege. Beim Saisonauftakt in Australien wurde Rosberg erneut Siebter. Beim darauf folgenden Großen Preis von Malaysia fiel er 14 Runden vor Rennende mit einem technischen Defekt aus. Ein sechster Platz in Spanien war seine einzige weitere Punkteplatzierung in der ersten Saisonhälfte. In der zweiten Saisonhälfte gelangen Rosberg insgesamt fünf Punkteplatzierungen. Ein vierter Platz beim letzten Rennen in Brasilien war sein bestes Ergebnis. Zwar gelang Wurz, der für das letzte Rennen durch Kazuki Nakajima ersetzt wurde, mit einem dritten Platz eine Podest-Platzierung, in der Fahrerwertung setzte sich Rosberg intern dennoch mit 20 zu 13 Punkten durch und verbesserte sich auf den neunten Platz. Rosberg wurde im Qualifying nur einmal von Wurz geschlagen.
mini|links|Rosberg bei Testfahrten in Silverstone 2008 2008 blieben Rosberg und Nakajima bei Williams. Bereits beim Saisonauftakt, dem Großen Preis von Australien, gelang Rosberg mit dem dritten Platz seine erste Podest-Platzierung in der Formel 1. Zwar gelang ihm im weiteren Saisonverlauf mit einem zweiten Platz in Singapur ein noch besseres Resultat, in der Gesamtwertung fiel er jedoch auf den 13. Platz zurück, da er nur bei drei weiteren Rennen als Achter in die Punkteränge kam. Mit 17 zu 9 Punkten entschied Rosberg das interne Duell gegen Nakajima für sich.
mini|Nico Rosberg im Williams FW31 bei Testfahrten in Jerez im März 2009 Auch in der Formel-1-Weltmeisterschaft 2009 bildeten Rosberg und Nakajima das Williams-Fahrerduo. Wie in allen vorherigen Saisons gelang Rosberg auch in diesem Jahr beim Saisonauftakt in Australien mit dem sechsten Platz eine Punkteplatzierung. Rosberg erreichte in der Saison zwar keine Podest-Platzierung, beendete jedoch elf von siebzehn Rennen in den Punkterängen. Zur Saisonmitte gelang es ihm bei acht aufeinanderfolgenden Grands Prix, Punkte zu erzielen. Sein bestes Ergebnis – zwei vierte Plätze – erzielte er in Deutschland und Ungarn. Rosberg beendete die Saison auf dem siebten Rang, der seine beste Gesamtplatzierung mit Williams war. Mit 34,5 zu 0 Punkten gewann Rosberg das interne Duell gegen Nakajima. Zum Ende der Saison verließ Rosberg Williams nach vier Jahren als Einsatzfahrer.
Mercedes (2010–2016) 2010 mini|Rosberg fuhr in Malaysia 2010 erstmals als Mercedes-Pilot auf das Podest 2010 wechselte Rosberg zu Mercedes Grand Prix. Der Rennstall war aus dem Weltmeisterteam Brawn hervorgegangen und Mercedes trat damit erstmals seit 1955 als Konstrukteur auf. Rosbergs Teamkollege wurde Michael Schumacher, der in die Formel 1 zurückkehrte. Bei den Großen Preisen in Malaysia, China und Großbritannien stand Rosberg als Dritter auf dem Podium. Es waren die einzigen Podest-Platzierungen von Mercedes in diesem Jahr. Beim Großen Preis von Ungarn fiel Rosberg durch einen Zwischenfall in der Boxengasse aus. Seinem Team missglückte sein Boxenstopp, und er verlor sein rechtes Hinterrad in der Boxengasse. Das Rad sprang durch die Boxengasse und verletzte einen Williams-Mechaniker. Er musste das Rennen infolge des Zwischenfalls beenden und erreichte zum ersten Mal in der Saison nicht das Ziel. Rosberg kam nur bei vier Rennen nicht in die Top 10, wobei er dabei dreimal nicht ins Ziel kam. Rosberg belegte am Saisonende den siebten Platz in der Fahrerweltmeisterschaft. Das teaminterne Duell gegen Schumacher entschied er mit 142 zu 72 Punkten deutlich für sich.
2011 In der Formel-1-Weltmeisterschaft 2011 bildete Rosberg erneut das Mercedes-Fahrerduo mit Schumacher. Nachdem er die ersten zwei Rennen ohne Punkte geblieben und er damit erstmals bei Saisonauftakt nicht in die Punkteränge gefahren war, führte Rosberg das Rennen in China für mehrere Runden an und kam auf dem fünften Platz ins Ziel. Während Rosberg bei den ersten sieben Rennen nur dreimal in die Top 10 kam, verpasste er bei den restlichen zwölf Rennen nur durch einen Ausfall einmal die Top 10. Beim Großen Preis von Ungarn startete Rosberg zum 100. Mal zu einem Formel-1-Rennen. Teamintern setzte er sich erneut mit 89 zu 76 Punkten gegen Schumacher durch, obgleich Schumacher mit einem vierten Platz das beste Ergebnis für Mercedes in diesem Jahr erzielt hatte. Rosberg schloss die Weltmeisterschaft zum dritten Mal in Folge als Siebter ab.
2012 2012 bestritt Rosberg seine dritte Saison an der Seite Schumachers bei Mercedes. Beim ersten Rennen in Australien verpasste er nach einer Berührung und einem daraus folgenden Reifenschaden in der letzten Runde Punkte und kam auf dem zwölften Platz ins Ziel. Beim Qualifying zum Großen Preis von China erzielte Rosberg seine erste Pole-Position in der Formel 1. Er erreichte als 96. Fahrer eine Pole-Position in der Formel-1-Weltmeisterschaft. Einen Tag später erzielte er in seinem 111. Rennen den ersten Formel-1-Sieg. Rosberg ist der 103. Sieger eines Formel-1-Grand-Prix. Beim Großen Preis von Monaco erzielte er mit einem zweiten Platz eine weitere Podest-Platzierung. Im internen Duell gegen Schumacher war das Qualifying- und Rennduell ausgeglichen, nachdem Rosberg diese Vergleiche in den Vorjahren stets für sich entschieden hatte. In der Gesamtwertung setzte sich Rosberg mit 93 zu 49 Punkten dennoch verhältnismäßig deutlich gegen Schumacher durch und erreichte den neunten Rang.
2013