mini|Luisa González (2022) Luisa Magdalena González Alcívar (* 22. November 1977 in Quito, Ecuador) ist eine ecuadorianische Politikerin und Rechtsanwältin. Bei den Parlamentswahlen 2021 wurde sie als Vertreterin der Provinz Manabí in die Nationalversammlung gewählt. Sie kandidierte bei den Präsidentschaftswahlen 2023 und 2025, unterlag jedoch in den beiden Stichwahlen Daniel Noboa.
Leben Luisa González wurde in Quito geboren. Sie wuchs im Kanton Chone in der Provinz Manabí auf.
Ausbildung González studierte Jura an der Internationalen Universität von Ecuador und erwarb ihren Master-Abschluss am Institut für höhere nationale Studien in Ecuador. González erwarb außerdem einen Master-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften an der Universität Complutense in Madrid. 2005 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Internationalen Universität von Ecuador.
Beamtin und Anfänge der politischen Laufbahn Bei der Wahl der Verfassunggebenden Versammlung im Jahr 2007 stand González in der Provinz Pichincha auf der Reserveliste der Kandididaten der Christlich-Soziale Partei (PSC). Während der Regierungszeit von Rafael Correa von 2007 bis 2017 war sie leitende Beamtin in verschiedenen Ämtern, unter anderem in der Aufsichtsbehörde für Wirtschaftsunternehmen, in der staatlichen Postverwaltung (Correos del Ecuador), von Januar bis Mai 2017 kurzzeitig in der Secretaría Nacional de Administración Pública (der Zentralbehörde der Öffentlichen Verwaltung) und im Präsidentschaftsbüro. 2014 wurde González zur Vizeministerin für Tourismusmanagement im Ministerium für Tourismus ernannt. mini|200px|González im Mai 2022 Zwischenzeitlich war sie Vizekonsulin in Madrid und Generalkonsulin in Alicante. Im Jahr 2018 wurde sie zur Vertreterin Ecuadors im Sekretariat des Andenparlaments ernannt.
Nationalversammlung (2021–2023) González wurde bei den Parlamentswahlen 2021 als Abgeordnete der Provinz Manabí im ersten Wahlbezirk für die Union für die Hoffnung (Unión por la Esperanza) in die Nationalversammlung gewählt. Im Februar 2022 nahm sie während einer Debatte in der Nationalversammlung über die Entkriminalisierung der Abtreibung in Fällen von Vergewaltigung eine kontroverse Position zugunsten des Lebens ein und lehnte Abtreibung als Recht ab. González wandte sich auch gegen das Gesetz über Menstruationsgesundheit und -hygiene, das unter anderem die kostenlose Verteilung von Menstruationsbinden vorsieht. Am 17. Mai 2023 löste Präsident Guillermo Lasso den im Artikel 148 der Verfassung vorgesehenen Mechanismus der „muerte cruzada“ (spanisch: „wechselseitiger Tod“) aus, der es dem Präsidenten erlaubt, die Nationalversammlung aufzulösen und vorgezogene Parlaments- und Präsidentschaftswahlen auszurufen.Tjerk Brühwiller: Ein gegenseitiger Tod. Mit einem besonderen Mechanismus hat der Präsident von Ecuador das Parlament aufgelöst. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Mai 2023, S. 7. Damit endete die Amtszeit von González als Abgeordnete. mini|200px|González im März 2023
Reisen in Steueroasen Vor der Ankündigung ihrer Präsidentschaftskampagne im Jahr 2023 ergab eine Sonderprüfung, dass González zu den Abgeordneten gehörte, die mit Privatflugzeugen in verschiedene Länder reisten, die als Steuerparadiese gelten, wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Luxemburg, Panama, Kap Verde, Belize, Barbados und Trinidad und Tobago. Das Büro des Rechnungsprüfers befand, dass sie für die unregelmäßige Nutzung des Präsidentenflugzeugs für Reisen in Steuerparadiese mit insgesamt 880.473 Dollar haftbar ist.
Präsidentschaftswahl 2023
Am 10. Juni 2023 bestimmte die Bewegung der Bürgerrevolution (Movimiento Revolución Ciudadana, MRC) González als ihre Präsidentschaftskandidatin für die Parlamentswahlen 2023, nachdem der ehemalige Vizepräsident Jorge Glas die Nominierung abgelehnt hatte. Der Kandidat des MRC bei der Präsidentschaftswahl 2021, Andrés Arauz, wurde als ihr Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten nominiert. Wäre González gewählt worden, wäre sie die erste gewählte Präsidentin in der Geschichte des Landes gewesen.
Am 13. Juni, als González zusammen mit ihren Anhängern und der Vorsitzenden der Bewegung Bürgerrevolution, Marcela Aguiñaga, ihre Präsidentschaftskandidatur beim Nationalen Wahlrat anmelden wollte, wurden sie von der Nationalpolizei mit Pfefferspray und Tränengas angegriffen. González erlitt eine Augenreizung durch Pfefferspray, konnte sich jedoch als Kandidatin registrieren lassen. mini|200px|Das Logo der González-Kampagne 2023
Während ihres Wahlkampfes hatte González versprochen, den ehemaligen Präsidenten Rafael Correa zu einer zentralen Figur in ihrer Regierung zu machen, etwa als „Hauptberater“. Sie sagte, sie würde die Vereinigten Staaten genauso behandeln wie andere Länder. Sie betonte auch, dass die Vereinigten Staaten die „Selbstbestimmung“ des Landes respektieren sollten. Bei einer am 12. August, eine Woche vor der Wahl, durchgeführte Umfragen lag sie mit 24,9 % knapp vor dem rechtsgerichteten Geschäftsmann Jan Topić (21,7 %) auf dem ersten Platz.
Der erste Wahlgang fand am 20. August 2023 statt. Luisa Gonzáles gewann 33,6 % der Stimmen, Daniel Noboa 23,5 %. Bei der Stichwahl am 15. Oktober 2023 unterlag sie mit 48,2 % der Stimmen gegen Daniel Noboa (52,2 %).
Präsidentschaftswahl 2025 Bei der Präsidentschaftswahl 2025 kandidierte Luisa González erneut. Im ersten Wahlgang am 9. Februar 2025 gewann sie 44,0 % der Stimmen und lag damit fast gleichauf mit Daniel Noboa (44,2 %). Bei der Stichwahl am 13. April 2025 unterlag sie mit 44,6 % der Stimmen gegen Daniel Noboa (55,6 %). Möglicherweise trug zu ihrer Niederlage bei, dass die Confederación de Nacionalidades Indígenas del Ecuador (CONAIE), der Dachverband der Organisationion der Indigenen, sich nicht bereit fand, González frühzeitig öffentlich zu unterstützen, da González und die CONAIE unterschiedliche Ziele in der Bergbaupolitik verfolgten.Paúl Bedón: Stichwahl in Ecuador. In: Lateinamerika Nachrichten, Jg. 52 (2025), Nummer 610, S. 32–33.
Einzelnachweise
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