Die Caliciales sind eine Ordnung der Schlauchpilze (Ascomycota) und enthalten flechtenbildende Arten.

Merkmale Alle Arten der Caliciales sind Flechten, besonders Krustenflechten bei den Caliciaceae und Blattflechten bei den Physciaceae. Die Fruchtkörper sind schüsselförmig (Apothecien), bei den Calicaceae meist gestielt und als Mazaedium ausgebildet, das heißt, sie bilden eine pulverige Masse aus Sporen und Paraphysen, das wie eine kleine Stecknadel aussieht. Bei den Physciaceae besitzen die Fruchtkörper ein thallines Excipulum, das heißt, er ist von Gewebe mit des Flechtenpartners, der Algen umgeben. Das Hypothecium, das Gewebe direkt unter der Fruchtschicht, ist bei den Physciaceae durchscheinend, bei den Caliciaceae gefärbt (pigmentiert). Die Schläuche sind bei den Physciaceae keulig und dickwandig (Lecanora-Typ), bei den Caliciaceae hingegen dünnwandig und kurzlebig (Bacidia-Typ bzw. prototunikat). Typisch für die Caliciales sind die Ascosporen, die dickwandig, gefärbt und septiert sind. Sie sind polar, zweizellig (diblastisch) und zum Teil mit auffälligen Verdickungen.

Lebensweise und Verbreitung mini|Physcia stellaris Die Caliciales sind fast ausschließlich Flechten und haben eine sehr weite, praktisch weltweite Verbreitung. Sie kommen vor allem auf Holz oder Rinde vor.

Systematik mini|Buellia disciformis mini|Heterodermia speciosa Die Ordnung der Caliciales wurde 1907 von Charles Edwin Bessey erstbeschrieben und enthielten zunächst alle Stecknadelflechten, also Arten mit einem Mazaedium. Tibell aber erkannte, dass diese Form der Fruchtkörperentwicklung mehrmals stattgefunden hatte, und in der Folge wurde die Ordnung aufgetrennt. Miadlikowska und Mitarbeiter erkannten die Zusammengehörigkeit der Caliciaceae und Physciaceae und erstellten die Unterordnung Physciineae innerhalb der Teloschistales. 2012 wurde dann aber diese Unterordnung wieder zur Ordnung Calicales erhoben als Schwestergruppe der Teloschistales.

Es gehören ihr daher folgende zwei Familien mit den dazugehörigen Gattungen an:

Caliciaceae: 36 Gattungen Acolium mit 5 Arten Acroscyphus mit einer Art Allocalicium mit einer Art Amandinea mit 35 Arten Australiaena mit einer Art Baculifera mit 14 Arten Buellia mit ca. 300 Arten Caliciella mit einer Art Calicium mit ca. 30 Arten Chrismofulvea mit 4 Arten Ciposia mit einer Art Cratiria mit ca. 20 Arten Culbersonia mit einer Art Dermatiscum mit drei Arten Dermiscellum mit einer Art Dimelaena mit 10 Arten Diploicia. mit ca. 12 Arten Diplotomma. mit ca. 30 Arten Dirinaria mit ca. 35 Arten Endohyalina mit 10 Arten Fluctua mit einer Art Gassicurtia mit 30 Arten Hypoflavia mit drei Arten Monerolechia mit 4 Arten Orcularia mit 4 Arten Pseudothelomma mit zwei Arten Pyxine mit ca. 75 Arten Redonia mit zwei Arten Santessonia mit 10 Arten Sculptolumina mit 4 Arten Sphinctrinopsis mit einer Art Stigmatochroma mit 9 Arten Tetramelas mit 16 Arten Texosporium mit einer Art Thelomma mit 5 Arten Tholurna mit einer Art

Physciaceae: 18 Gattungen Anaptychia mit ca. 15 Arten Coscinocladium mit zwei Arten Heterodermia mit ca. 90 Arten Hyperphyscia mit 9 Arten Kashiwadia mit einer Art Leucodermia mit 10 Arten Mischoblastia mit drei Arten Mobergia mit einer Art Oxnerella mit einer Art Phaeophyscia mit 66 Arten Phaeorrhiza mit zwei Arten Physcia mit ca. 80 Arten Physciella mit 4 Arten Physconia mit ca. 25 Arten Polyblastidium mit 18 Arten Rinodina mit ca. 300 Arten Rinodinella mit 6 Arten Tornabea mit einer Art

Quellen Einzelnachweise

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