Victor von Brauchitsch (* 1940 in Berlin) ist ein deutscher Fotograf.

Leben Nach Evakuierung und Flucht lebte er mit seinen Eltern Harald und Dorrit von Brauchitsch, geb. Busch, 1945 bis 1949 in Starnberg, dann bis 1955 in Stuttgart. Anschließend zog die Familie nach Frankfurt am Main. Er wurde der Patensohn seines Onkels Manfred von Brauchitsch.

Er begann nach der Schule 1956 eine Lehre als Schriftsetzer, die er nach wenigen Monaten abbrach, um in der Musikabteilung des „PX“ (amerikanischer Militär-Discounter) zu arbeiten, wo sein Interesse für Jazz reiche Nahrung fand.Boris von Brauchitsch: Tabula rasa. In: Victor von Brauchitsch: Langsame Tage, Heidelberg 2009. Seine ersten fotografischen Versuche unternahm er als 16-Jähriger. Früh setzte er sich auch mit fernöstlichen Kulturen und Buddhismus auseinander.Helga und Victor von Brauchitsch: Fünf Jahreszeiten. Zen-Haiku und meditative Photographie, Frankfurt 1981.

Durch die Begegnung mit der gelernten Fotografin Helga Brenner, die er 1963 heiratete, professionalisierte er die Fotografie. Gemeinsam betrieben sie bis 1988 ein Atelier für Architektur- und Sachfotografie im Musikantenweg 15 in Frankfurt am Main. Seit 1993 lebt das Ehepaar in Bad Vilbel.Victor von Brauchitsch: Langsame Tage, Heidelberg 2009.

Victor von Brauchitschs Sohn ist der Kunsthistoriker und Fotograf Boris von Brauchitsch.

Werk Menschenleere, oft surreal anmutende (Stadt-)Landschaften, überwiegend in schwarz-weiß, sowie vorgefundene Stillleben, oft mit einer Tendenz zum Bizarren und Mehrdeutigen, sind die bevorzugten Sujets Victor von Brauchitschs.Hans-Heinrich Pardey: Der Schrecken, daß man immer angesehen wird. In: Frankfurter Neue Presse, 10. Mai 1978. „Waren es anfänglich die vitalen mediterranen Länder, in denen er absurden Konstellationen schweigender Objekte nachging, so entwickelte er zusehends ein enges Verhältnis zu eigenwilligen Regionen, die der Klarheit, der Ruhe, der Meditation entgegenkommen: Die Eislandschaften Grönlands, die Weite Islands, die Kargheit Lanzarotes.“Marc Soane: Die Einsamkeit der Objekte. In: Kairos. Fotografien von Helga und Victor von Brauchitsch, Bad Vilbel 2001. Victor von Brauchitsch visualisiert die Stille, fokussiert das Unbewegte, die Abwesenheit des Menschen, der lediglich in Relikten, archaischen wie endzeitlichen, latent gegenwärtig ist.

Publikationen (Auswahl) (überwiegend gemeinsam mit Helga von Brauchitsch) Daglüah, Gleia, Glülala (Künstlerbuch, Grafik und Umschlag: Helmut Putzbach), Hamburg 1965 Fünf Jahreszeiten, Frankfurt am Main 1981 Auf leisen Pfoten. Herder, Freiburg im Breisgau/Basel/Wien 1985, ISBN 978-3-451-20223-0 Schatten. Harenberg, Dortmund 1985, ISBN 978-3-88379-453-2 Winter. Stürtz, Würzburg 1986, ISBN 978-3-8003-0283-3 Spiegelungen, Freiburg 1987 Zum Gedenken – Grabmale in Frankfurt am Main. Kramer, Frankfurt am Main 1988, ISBN 978-3-7829-0354-7 Eigenwillige Persönlichkeiten, Hamm 1989 Engel Nieswand, Kiel 1990, ISBN 978-3-926048-26-4 Katzen wie Du und Ich. ArtColor Verlag, Hamm 1992, ISBN 978-3-89261-086-1 Supplementi a colore, Rotenburg 1992 Treppen. Distanz und Verbindung, Hamm 1996 Kairos, Bad Vilbel 2001 Portfolio. Edition Galerie Moosgasse, Kempen 2003 Sichtweite. Kehrer, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-86828-049-4 Langsame Tage. Kehrer, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-86828-049-4

Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen Zeit-Zeichen, Pavillon für Kunst und Fotografie, Frankfurt am Main, 1969 Fotomuseum des Münchner Stadtmuseums, 1983 Einhundert Fotografien, Fotogalerie der Landesbildstelle Hamburg, 1985 Fotogalerie im Hause Bohl, Eisenach, 1998 (E) Stille Tage, Galerie für Fotografie Moosgasse, Kempen 2003 Schattenjäger, Haus der Fotografie, Hannover 2004 El espacio vacio, Casa de la Cultura, Arrecife, 2004 Schattenfänger, Kunstverein Alsdorf 2006 Sichtweite, KuK, Kunst und Kultur in der Synagoge Niddatal-Assenheim, 2006 Einhundert Fotografien, Fotogalerie der Landesbildstelle Hamburg, 1985 Galerie Haus 23, Kunstverein Cottbus 2002 Schattenjäger, Haus der Fotografie, Hannover 2004 El espacio vacio, Casa de la Cultura, Arrecife, 2004 Schattenfänger, Kunstverein Alsdorf 2006 Sichtweite, KuK, Kunst und Kultur in der Synagoge Niddatal-Assenheim, 2006

Gruppenausstellungen Zeichen in der Stadt, Fotografische Sammlung Folkwangmuseum Essen, 1981 zusammen mit Hanns-Christoph Eisenhardt Kunstverein Galerie Artlantis, Bad Homburg, 2010 zusammen mit Christa Steinmetz Kamera- und Fotomuseum Leipzig 2010 (zusammen mit Boris von Brauchitsch) Kamera- und Fotomuseum Leipzig 2010 (zusammen mit Boris von Brauchitsch) Fotografie #3, Kunstverein Bad Nauheim, 2016 (zusammen mit Boris von Brauchitsch)

Literatur Christoph Franke u. a.: Genealogisches Handbuch des Adels. Adelige Häuser A (Uradel), Band XXVIII, Band 138 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2005, S. 15–16.

Weblinks Website von Victor und Helga von Brauchitsch

Einzelnachweise

Kategorie:Fotograf (20. Jahrhundert) Kategorie:Fotograf (21. Jahrhundert) Victor Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1940 Kategorie:Mann