Louis Hay (geb. 1926, gest. 3. Februar 2026) war ein französischer Literatur- und Editionswissenschaftler. Er ist der Gründer des Centre d’Histoire et d’Analyse des Manuscrits Modernes (CAM), später Institut des textes et manuscrits modernes (ITEM) in Paris, das er von 1968 bis 1986 leitete. Im Rahmen seiner Arbeiten wurde die critique génétique geprägt, die sich der Genese literarischer Texte (später auch anderer Medien) widmet.

Leben Louis Hay wurde zunächst als Spezialist für Heinrich Heine an die Sorbonne als Oberassistent berufen in dessen Rahmen er Manuskripte Heines in Israel, USA und der Schweiz erforschte, die schließlich 1967/1968 von der französischen Nationalbibliothek erworben wurden. Mit der Unterstützung von Marianne Bockelkamp erschloss er diese Handschriften am Centre national de la recherche scientifique (CNRS) mit einer kleinen Gruppe von Forschenden (Gruppe ER 170).

Aus diesen Arbeiten ergaben sich neue Möglichkeiten für die Analyse des literarischen Schreibens, die auch andere Forschende interessierte (etwa zu: Proust, Zola, Flaubert und Valéry). Aus diesem Grund wurde 1976 das Centre d’Analyse des Manuscrits (CAM) gegründet. Monica Zanardo datiert auf 1974. Als Ausbildungsstätte ist das CAM an der École normale supérieure angesiedelt (in der Rue d’Ulm). Mit der Veröffentlichung des Bandes Essais de Critique Génétique (1979) wurde der Name der damals neuen Disziplin critique génétique geprägt. 1979 übergab der Schriftsteller Louis Aragon seinen literarischen Nachlass dem CNRS als Schenkung. Im selben Jahr zog das CAM in Räumlichkeiten der Nationalbibliothek (in die Rue de Richelieu) und wurde in Institut des textes et manuscrits modernes (ITEM) umgewandelt, dessen Direktor Hay bis 1985/86 war. Monica Zanardo datiert die Umbenennung auf das Jahr 1982. Ihm folgte Almuth Grésillon.

Hay war Mitglied der Kommission des Institut des sciences humaines et sociales (SHS) der CNRS und hat in dieser Funktion den Bericht Les Sciences de l’Homme et de la Société en France (1982) mitverfasst. Er war Mitglied des Direktoriums des CNRS, des Nationalkomitees und Abteilungsleiter der SHS.

1993 erhielt Hay den deutsch-französischen Gay-Lussac-Humboldt-Preis.

Publikationen

– Rez. v.

Weblinks Louis Hay bei ITEM Website des ITEM (CNRS/ENS)

Einzelnachweise

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