Theodor Martin Wilhelm Räder (*  in Goldingen, Kreis Goldingen, Gouvernement Kurland, Kaiserreich Russland; † 18. Januar 1957 in Holzminden) war ein deutschsprachiger Lehrer, Historiker und Genealoge.

Leben Wilhelm Räder war ein Sohn von Reinhold Räder (1834–1891) und Friederike Maria Räder, geb. Kurtz (1838–1922), Tochter des Theologen Johann Heinrich Kurtz. Reinhold Räder war ab 1866 als Prediger und Religionslehrer in Goldingen tätig, 1888 wurde er Propst des Goldinger Sprengels. Er hatte einen weiteren Sohn, Heinrich Räder (1868–1942), der eine juristische Laufbahn einschlug.

Wilhelm Räder besuchte Schulen in seiner Geburtsstadt Goldingen und in Odessa. 1898/1899 studierte er zunächst Theologie an der Kaiserlichen Universität Dorpat. Danach absolvierte er von 1899 bis 1907 ein Chemiestudium an der Kaiserlichen Universität Dorpat, unterbrochen 1905 von einem Studienaufenthalt an der Albertus-Universität Königsberg. Ab 1907 unterrichtete er als Lehrer in Goldingen, so war er u. a. Oberlehrer der Mathematik und Naturwissenschaften am dortigen Landesgymnasium. 1910 heiratete er Margarete (Margrit) Koritz. 1925 zog er nach Riga, wo er als Oberlehrer der Mathematik am Städtischen Deutschen Gymnasium arbeitete. 1934 ging er in Pension.

Räder war bis 1939 Leiter der Sippenkundlichen Sammelstelle des Kulturamts der Deutschen Volksgemeinschaft und von 1940 bis 1945 Mitarbeiter der Landessippenstelle in Posen, Wartheland. Von 1945 bis 1950 lebte er im mecklenburgischen Neu Karstädt und danach in Holzminden, wo er 1957 starb.

Räder beschäftigte sich insbesondere mit der Genealogie und Personenkunde Kurlands und veröffentlichte eine Reihe von Abhandlungen zu dem Thema.

Mitgliedschaften 1936 Ehrenmitglied der Dorpater Genealogischen Gesellschaft 1948 korrespondierendes Mitglied und 1954 Ehrenmitglied des „Herold“, Berlin 1954 Ehrenmitglied der Baltischen Historischen Kommission

Werke Die Lehrkräfte an den deutschen Schulen Kurlands – Lüneburg: Nordostdt. Kulturwerk, 1991 Die Juristen Kurlands im 17. Jahrhundert – Marburg/L.: Joh. Gottfr. Herder-Institut, 1957 Kurländische Akademikerfamilien – Marburg a. d. L., 1953 Die Juristen Kurlands im 18. Jahrhundert – Posen: W. F. Häcker, 1942 (pbc.gda.pl [PDF; 9,2 MB]) Bürgerverzeichnisse aus dem Herzogtum Kurland – Riga: Bruhns, 1939 Die Gerichtssekretäre und Advokaten Kurlands 1795–1889 – [Berlin W 50, Augsburger Str. 71]: [Balt. Familienarchiv], 1938 Curonen an Universitäten Deutschlands 1801–1831 – Riga: Kadner, 1935 Album Curonorum – Riga: [Kadner], 1932

Literatur Deutschbaltisches biographisches Lexikon 1710–1960, S. 606–604 Ausführliches Mitgliederverzeichnis von 1997 in der Schrift "Fünfzig Jahre baltische Geschichtsforschung

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