Hanns Krenz, bürgerlich Fritz Hans Gustav Krenz (* 10. Juli 1888 in Lübeck; † 17. April 1969 in BerlinStandesamt Berlin-Zehlendorf, Sterbeurkunde Nr. 1069 vom 21. April 1969 (Landesarchiv Berlin)) war ein deutscher Kunsthistoriker und Kunsthändler.
Leben Krenz absolvierte eine Lehre in einer Lübecker Buchhandlung. Danach verbrachte er seine Gehilfenjahre in Heidelberg und Rostock. Ab 1914 nahm er am Ersten Weltkrieg teil.Emil Nolde und die Sammlung Sprengel 1937 bis 1956. Ausstellungskatalog. Sprengel Museum Hannover, Hannover 1999, ISBN 3-89169-141-6, S. 313.
Als Internierter im französischen Kriegsgefangenenlager Fort Barraux lernte Hanns Krenz um 1918/19 Herbert von Garvens kennen. Er organisierte dort eine kleine Kunstausstellung von Reproduktionen sowie Musikabende. Anfang 1920 beauftragte Garvens Hanns Krenz seine Bibliothek zu katalogisieren. Als Garvens in der elterlichen Villa am 1. Oktober 1920 die „Galerie von Garvens“ gründete, ernannte er Krenz zum Geschäftsführer. Sie veranstalteten 26 Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, unter anderem von Willi Baumeister, Otakar Kubín, George Grosz, Walter Dexel, Kurt Schwitters und Otto Gleichmann. Sie zeigten auch fernöstliche Kunst und im Februar 1921 die Heidelberger Sammlung von Kunst psychisch Kranker und von Sonderlingen wie Karl Junker und 1922 Wilhelm Groß. Gemeinsam veröffentlichten sie 1920 das Buch „Chinesische Lyrik“ (Hannover : Galerie von Garvens, 1920). Die Galerie wurde im November 1923 geschlossen. Hier lernte Krenz u. a. Kate Steinitz kennen, wie Einträge in Gästebuch Steinitz belegen. Auch den Hannoveraner Fotografen Hein Gorny lernte Krenz hier kennen und förderte ihn nach seinen Möglichkeiten.
Von 1922 oder 1924 bis etwa 1930 war Hanns Krenz Leiter der Kestner-Gesellschaft in Hannover.
In Hannover wurde Krenz mehrfach porträtiert, so von Kurt Schwitters. Seit 1930 arbeitete er als Kunsthändler in der Wolfstrasse in Hannover, spezialisiert auf Ostasien-Kunst, die Kunst Schwarzafrikas und moderne Grafik.
Von 1933 bis 1943 war Krenz als Buch- und Kunsthändler in Berlin tätig. Sein Geschäft befand sich in der Nettelbeckstr. 7/8 in Berlin-Schöneberg. 1943 wurde es bei einem Bombenangriff zerstört und weiter von Caputh bei Potsdam aus weitergeführt. Seine Galerie sollte geschlossen werden, weil Krenz 1939 Postkarten mit Grafiken von Käthe Kollwitz verkauft hatte und denunziert wurde. Dank den Beziehungen des Regisseurs Jürgen Fehling blieb sie bestehen.Emil Nolde und die Sammlung Sprengel 1937 bis 1956. Geschichte einer Freundschaft. 18. April – 22. August 1999. Hannover Sprengel Museum 1999, S. 313.
Hanns Krenz lebte nach dem Krieg in Caputh (später in Berlin-Dahlem) und war erneut im Kunsthandel tätig. Er starb 1969 in seinem Heim in Dahlem.Ernst Barlach Gesellschaft e.V. Den Mitgliedern und Freunden zur Jahreswende 1961/63. Hamburg 1961, S. 61.
Literatur
Einzelnachweise
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