Der Aston Martin V12 Vanquish ist ein von 2001 bis 2007 produzierter Sportwagen des britischen Automobilherstellers Aston Martin. Bekannt wurde er durch den James-Bond-Film Stirb an einem anderen Tag. Der Aston Martin Vanquish wurde als letztes Modell in Newport Pagnell gefertigt und gilt für Enthusiasten daher als „letzter echter Aston Martin“.https://bamfordrose.com/road-car-upgrades/classic-vanquish-upgrades/; https://newport-pagnell.uk/history/aston-martin
In den Jahren 2001 bis 2003 war der Vanquish das einzige Modell, das neben dem DB7 angeboten wurde. Nachdem der DB7 von einem Sechszylinder auf einen Zwölfzylinder aufgerüstet worden war, gab es nur mehr diese beiden Modelle mit dem 5,9-Liter-Motor (auf dem Motor selbst stand aufgerundet 6.0), der bei den Modellen allerdings in unterschiedlichen Ausbaustufen beim DB7 (), beim DB7 GT (), beim Vanquish () und beim Vanquish S () seinen Dienst leistete. Nach dem Ende des DB7 war der Vanquish bis zu seinem Ende noch gleichzeitig mit dem DB9, der ebenfalls den 5,9-Motor hatte, sowie ab 2005 mit dem neuen Vantage, der einen neuen Achtzylinder-Motor hatte, im Portfolio von Aston Martin.https://astonmartins.com/car/vanquish-s/ Der Nachfolger des Vanquish wurde DBS genannt und leistete „nur“ . Bei einem Vergleichstest von Top Gear, Series 10, Episode 6, konnte sich der (handgeschaltete) DBS bei einem Beschleunigungsrennen gegenüber dem stärkeren Vanquish nicht nur nicht absetzen, sondern der Vanquish S gewann dieses sogar (wenngleich sehr knapp), obwohl die Leistungsdaten, die vom Hersteller angegeben wurden, deutlich zugunsten des DBS sprächen (4,3 gegenüber 4,8 s).https://www.youtube.com/watch?v=TzmyOT1kcfc
Der Vanquish zielte mit seiner Marktpositionierung auf andere große GT-Modelle ab, insbesondere den zeitgleich verkauften Ferrari 550 Maranello. Mit dessen Leistungsdaten konnte der deutlich schwerere Aston Martin allerdings nicht mithalten, wobei der Vanquish S zumindest etwas heranrückte (4,8 vs 4,4 von 0–100 km/h lt. Angaben der Hersteller bzw. lt. Test des carmagazine sogar auf 4,7 vs 4,6 von 0–60 mp/h).https://www.carmagazine.co.uk/car-reviews/used-cars/vanquish-vs-550-maranello/
Modellgeschichte Dem Fahrzeug ging ein 1998 auf der North American International Auto Show (NAIAS) vorgestelltes Konzeptfahrzeug, der Aston Martin Project Vantage, voraus. Im nach dem Genfer Auto-Salon startete die Entwicklung des Serienfahrzeugs. Anfangs wurde die Entwicklung unter Project Bolton geführt, später wurde die interne Bezeichnung auf AMV03 geändert.
Im wurden erste Fotos des Serienfahrzeugs veröffentlicht. Formal erstmals öffentlich zu sehen war es auf dem Genfer Auto-Salon 2001. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden laut Hersteller 70 Prototypen- und Vorserienfahrzeuge gefertigt. Der V12 Vanquish wurde ab dem Jahr 2001 im Aston-Martin-Werk Newport Pagnell überwiegend in Handarbeit hergestellt.
Sports Dynamic Pack Ab Mai 2004 wurde für das ursprüngliche Modell das sogenannte Sports Dynamic Pack (SDP) optional angeboten, das eine massive Verbesserung darstellte und mit nur 94 verkauften Fahrzeugen extrem selten ist. Die wichtigsten Änderungen gegenüber dem Standardfahrzeug betrafen das Fahrwerk/die Aufhängung und die Bremsen. Der vordere Achsschenkel und die Radaufhängung wurden stärker und steifer gemacht, mit kürzeren Federn (Tieferlegung um 5 mm) und überarbeiteten Dämpfern. Auch die Lenkung wurde verbessert und reagierte nun 20 % schneller als zuvor. Die vorderen Bremsscheiben wurden auf einen Durchmesser von 378 mm vergrößert (statt 355), zusammen mit einem sechskolbigen Bremssattel, der die vierkolbigen ersetzt. Der Durchmesser der hinteren Bremsscheiben blieb mit 330 mm unverändert, obwohl sie 2 mm dicker waren als zuvor. Die neuen Bremsscheiben hatten ein elliptisches Rillenmuster. Weiters enthielt das Sports Dynamic Pack die leichten 9-Speichen-Räder (30 % leichter als die 12-Speichen-Räder). Der V12 Vanquish mit Sports Dynamic Pack war nur wenige Monate erhältlich, bevor er im September 2004 durch den ähnlichen, aber stärkeren V12 Vanquish S ersetzt wurde, bei dem diese Änderungen Standard waren.https://astonmartins.com/car/vanquish-sports-dynamic-pack/; https://supercarnostalgia.com/blog/aston-martin-v12-vanquish Das Sports Dynamic Pack kostet heute knapp 20.000 Euro und kann auch nachgerüstet werden, bestehend aus Aufhängung, Bremsen und Felgen.https://astonmartinparts.net/Merchandise/Accessories/V12-Vanquish-Up-To-2007-MY/Suspension-Brake-Upgrade-Kit-S-Pack/3075; https://www.mlperformanceusa.com/products/aston-martin-3075-suspension-brake-upgrade-kit-s-pack
Vanquish S In Paris wurde 2004 auf der Mondial de l’Automobile der leistungsstärkere V12 Vanquish S vorgestellt. Die äußeren Veränderungen waren recht subtil: ein Splitter an der Front zur Verbesserung der aerodynamischen Stabilität, ein abgerundeter und offener Kühlergrill für eine bessere Kühlung und ein neu gestalteter Kofferraumdeckel (mit höherem Spoiler, ähnlich dem Unterschied des DB7 zum DB7 GT(A)), um den Abtrieb zu erhöhen. Der angegebene Luftwiderstandsbeiwert wurde dadurch leicht von 0,33 auf 0,32 verbessert.https://astonmartins.com/car/vanquish-sports-dynamic-pack/ Nicht ganz so subtil war die Leistungssteigerung von auf (460 bhp auf 520 bhp) und die damit verbundene Höchstgeschwindigkeit von 200 mph (= 321 km/h), was ihn zum schnellsten straßentauglichen Aston Martin aller Zeiten machte. Erst der One-77 und der V12 Vantage S waren schneller.https://astonmartins.com/car/vanquish-s/
Ultimate Edition Die Ultimate Edition, die 50 letzten Vanquish S V12, hatten eine einzigartige Farbkombination und Innenausstattung. Die Lackierung wird als Ultimate Black bezeichnet und als Schwarz mit Sprenkeln von rot und blau beschrieben. Diese Farbe gab es nur bei der Ultimate Edition. Die Innenausstattung war in Semi-Anilinleder mit Kontrastnaht ausgestattet. Die seitlichen Lüftungsschlitze an der Außenseite enthielten den Schriftzug „Ultimate“.https://astonmartins.com/car/vanquish-s-ultimate-edition/; https://www.goodcarbadcar.net/aston-martin-vanquish-sales-figures/ Diese letzten 50 Modelle waren ohne Aufpreis zum damals aktuellen Preis von £ 182.095 erhältlich.https://astonmartins.com/car/vanquish-s-ultimate-edition/
Im lief die Produktion nach 2578 (nach anderer Quelle 2589https://astonmartins.com/car-category/v12-vanquish-2/) hergestellten Fahrzeugen mit dem Sondermodell V12 Vanquish S Ultimate Edition aus. Von den 2589 Fahrzeugen waren 1503 Standardmodelle und 1086 V12 Vanquish S.https://astonmartins.com/car-category/v12-vanquish-2/ Wie viele davon mit Links- oder Rechtslenkung waren, wird nicht angegeben.
Aston Martin Vanquish 25 by Callum/R-Reforged 2019 überarbeitete der ursprüngliche Designer des Vanquish, Ian Callum, nachdem er in diesem Jahr bei Jaguar in Pension ging, seinen Entwurf mit dem Segen von Aston Martin nochmals. Daraus entstanden 25 Exemplare zu einem Preis von £ 550.000. Der „Aston Martin Callum“ weist 350 Technik-, Material- und Design-Änderungen auf. Die britische Spezialfirma R-Reforged zerlegt den Vanquish komplett, überholt einzelne Teile und baut ihn wieder zusammen. Callums Änderungen finden sich im Detail: Neue LED-Scheinwerfer, neuer Grill, neue Stoßfänger, Kohlefaser-Einfassungen für die Seitenfenster, Kohlefaser-Kiemen in den Seitenschwellern und neue in den Heckdiffusor integrierte Endrohre frischen die Optik auf. Die Nebelscheinwerfer sind zugunsten von Luftöffnungen für die Bremsen verschwunden und auch die alten Außenspiegelkappen im Boxhandschuh-Design hat Callum neu gezeichnet. Durch eine neue Motorsteuerungs-Software, neue Nockenwellen, ein Karbon-Luftsammlersystem und eine neue Edelstahl-Abgasanlage steigt die Leistung auf bis zu . Außerdem bekommt der Kunde neue Optionen zur originalen elektrohydraulischen Halbautomatik. Wahlweise wird ein Sechsgang-Handschaltgetriebe oder eine neue Sechsstufen-Automatik verbaut. Neue Karbon-Bremsen steuert Aston Martin bei, hinzu kommen andere 20-Zöller von Michelin. Das Fahrwerk wurde mit voll einstellbaren Bilstein-Dämpfern, härteren Stabilisatoren und einer Zehn-Millimeter-Tieferlegung sowie einer um mehr als 60 Millimeter verbreiterten Spur neu abgestimmt. So soll sich der Vanquish 25 jetzt wie ein aktueller Sportwagen fahren.https://www.auto-motor-und-sport.de/neuheiten/aston-martin-vanquish-25-callum-2019/; https://www.evo.co.uk/aston-martin/vanquish/205274/aston-martin-callum-vanquish-25-by-r-reforged-2022-review
Plattform
Der Vanquish V12 wurde im Unterschied zum DB7, der auf einer Jaguar-Plattform basiert, auf eine komplett neue Plattform gestellt und läutete die Entwicklung der sogenannten modernen „Aston Martin VH-Era“ in der neuen Produktionsstätte Gaydon ein, welche die nächsten 20 Jahre im Programm blieb.https://www.nicholasmee.co.uk/news/everything-you-need-to-know-about-the-aston-martin-vanquish/
Karosserie Das Fahrzeug war als reiner Zweisitzer, oder auf Wunsch als 2+2-Sitzer, bestellbar.
Das von Ian Callum gestaltete Design orientiert sich an dem des Konzeptfahrzeugs Project Vantage, jedoch wurde nur das Dach beibehalten.
Bei den V12-Vanquish-S-Fahrzeugen durch den rundlicheren Kühlergrill wurde die Öffnung vergrößert, um die Kühlung zu verbessern. Des Weiteren sorgt eine Spoilerlippe am vorderen Stoßfänger für höheren Anpressdruck, die neugestaltete Heckpartie erzeugt bei hohen Geschwindigkeiten mehr Abtrieb.
Ausstattung Der Wagen war serienmäßig mit Volllederausstattung, Navigationssystem und weiteren Komfortmerkmalen ausgestattet und folgt damit der Firmenphilosophie, luxuriöse Sportwagen zu bauen. Auf Wunsch wurde das Fahrzeug mit einer Widmungsplakette für den Besitzer versehen, auch war die Lackfarbe individuell aus mehreren tausend möglichen Farbtönen wählbar.
Obwohl der Vanquish deutlich höher angesiedelt war (siehe Marktpositionierung) als der gleichzeitig erhältliche Jaguar XK und XKR teilt er sich sehr viele Interior-Teile mit diesem (beide kamen zu dieser Zeit aus dem Ford-Konzern und waren Sparmaßnahmen unterworfen). Türgriffe, Scheibenbedienelemente, Resetknopf für Weglänge, Klimaanlagenbedienung, DSC-Control, Tank- und Kofferraumknopf, Blinker- und Scheibenwischerhebel. Erst späte S-Modelle erhielten eine neue Mittelkonsole, die auch neue Bedienelemente aufwies. Ab der Modellversion 2006 war die Mittelkonsole nach dem Vorbild des DB9 gestaltet. Der neue 6,5-Zoll-Farbbildschirm des Satellitennavigationssystems rückte in den Vordergrund, während der Startknopf und die Gangwahlschalter nach unten verschoben wurden. Das Soundsystem im Auto war nun ein 900-Watt-Alpine-Electronics-System (allerdings unter der Marke Aston Martin), welches das frühere Linn-System ersetzt hat. Die Uhr ist in die unterste Zeile der Mittelkonsole gewandert und ist für den Fahrer während der Fahrt kaum ablesbar. Auch der Becherhalter wurde überarbeitet und das Auto hatte ein Bluetooth-Telefonsystem.https://astonmartins.com/car/vanquish-s/ Die Bedienelemente, die nicht in der Mittelkonsole enthalten waren, wie z. B. die Hebel etc. blieben hingegen bis zum Laufzeitende unverändert.
Alle Vanquish-S-Modelle – auch jene mit der „alten“ Mittelkonsole – hatten neue einteilige Schalensitze (ohne separate Kopfstützte).
Antrieb