Traffic evaporation (wörtlich übersetzt Verkehrsverdunstung, alltäglich auch fälschlich Verkehrsverpuffung) beschreibt den Effekt der Verringerung des Kraftfahrzeugaufkommens bei der Einführung von Verkehrsberuhigung in benachbarten Straßen.
Das oftmals anstelle einer Verkehrsverlagerung in benachbarte Straßen beobachtete Phänomen ist durch
die Wahl von näherliegenden Zielen, die Vermeidung von Autofahrten, die Verteilung auf zahlreiche alternative Routen sowie den Umstieg auf andere Verkehrsmittel
zu erklären. Die Folge können selbstverstärkende Effekte sein, sodass die Einführung lokaler Verkehrsberuhigung auch in benachbarten Gebieten positive Auswirkungen auf die Flächennutzung, öffentliche Gesundheit, Klimaschutz und Verkehrsfluss haben kann.
Verschiedenen Übersichtsstudien zufolge reduziert sich das Verkehrsaufkommen in der Nachbarschaft von verkehrsberuhigten Straßen oder Quartieren bis in mittlere zweistellige Prozentbereiche, während es an direkt angrenzenden Straßen allenfalls zu niedrigem einstelligen, statistisch meist nicht signifikantem, Mehraufkommen kommt. Der Effekt wird auch bei der Simulation sogenannter Superblocks beobachtet. + Veränderungen im motorisierten Verkehrsaufkommen nach Verkehrsberuhigung in der Umgebung Art der Verkehrsberuhigung Minimalwert MaximalwertStraßenzug - 4 % - 52 %(Wohn-)Quartier - 15 % - 28 %Gesamte Innenstadt - 25 % - 69 % Da die durch Verkehrsberuhigung erzielte Verkehrsverpuffung nicht immer deckungsgleich mit Vorteilen aller Stakeholder sei, wird in den Wissenschaften eine integrierte Bewertung und Abwägung entsprechender Maßnahmen diskutiert.
Siehe auch
Braess-Paradoxon Downs-Thomson-Paradoxon Induzierte Nachfrage Superblocks Verkehrsverlagerung
Einzelnachweise
Kategorie:Paradoxon Kategorie:Straßenverkehr Kategorie:Verkehrsplanung