Horst Gottfried Erwin Morgenstern (* 19. Mai 1921 in Freiberg; † 5. März 1993 ebenda) war ein deutscher Maler und Grafiker mit regionaler Bedeutung im sächsischen Erzgebirge.

Leben und Werk Der Vater Morgensterns, Erwin Morgenstern, war Bautechniker. Er kam im April 1945 als Angehöriger einer Volkssturm-Einheit um. Die Familie wohnte in der Freiberger Bahnhofstraße 16.Adressbuch 1921 Schon als Kind zeichnete Morgenstern unter dem Arbeitstisch seines Vaters. Er wollte Architekt werden, aber sein Zeichenlehrer an der Oberschule riet zu einer künstlerischen Laufbahn, und Morgenstern studierte nach dem Besuch der Oberschule ab 1938 fünf Semester an der Staatliche Akademie für Kunstgewerbe in Dresden. 1940 wurde er zur Wehrmacht einberufen, und er nahm am Zweiten Weltkrieg teil.

Nach der Rückkehr aus der US-amerikanischen Kriegsgefangenschaft arbeitete er von 1945 bis 1951 als Kunsterzieher in Freiberg an der Oberschule „Geschwister Scholl“ und als Dozent an der Volkshochschule. Von 1948 bis 1976 war er als freischaffender Maler und Grafiker in Freiberg tätig. 1948 war er einer der Mitbegründer der Künstlergruppe „Die Kaue“. Um 1956 gehörte er zu einer Gruppe von Künstlern, die Kunstwerke zur Ausstattung der neu erbauten heutigen Oberschule Halsbrücke schufen. Er erhielt das Angebot einer Dozentur an der Kunsthochschule Dresden, das er aber aus gesundheitlichen Gründen ablehnte.

Morgenstern malte Landschaften, Porträts und Figürliches. Bekannt wurde er vor allem durch seine Plakate. Er unterhielt im Sinne der Aufforderung, als Künstler zu den Arbeitern in die Betriebe zu gehen, um deren Leben kennenzulernen, enge Verbindung zu Betrieben und Institutionen wie dem VEB Papiermaschinenwerk Freiberg, dem VEB Kombinat Holzspielwaren VERO Olbernhau und der Bergakademie Freiberg.

1976 wurde Morgenstern invalidisiert.

Morgenstern war mit Erika, geb. Braun, verheiratet.

Werkbeispiele

Tafelbilder Junge Pioniere an der See (vor 1957; Öl, 140 × 100 cm; vor 1957)

Nationalpreisträger Kegel in der Versuchsabteilung (Öl, 145 × 175; auf der Dritten Deutsche Kunstausstellung)

Entwurf für architekturbezogenes Werk

Verwertung der Brennstoffe (1968; Fassadengestaltung, 5 Metallmontagen, dreifarbig eloxiertes Aluminium, je 1,80 × 2,20 m; technische Ausführung durch Institut für NE-Metalle Freiberg; Freiberg, Halsbrücker Straße, Außenfassade an den Treppenaufgängen des Gebäudes des Deutschen Brennstoffinstituts)Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 3, Karl-Marx-Stadt, Gera, Erfurt, Suhl. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, S. 28/29

Ausstellungen (unvollständig)

1946, 1947 und 1948: Freiberg, Stadt- und Bergbaumuseum(1. bis 3. "Ausstellung Erzgebirgischer Künstler") 1948: Freiberg, Naturkundliches Museum Freiberg („Die Kaue. 1. Ausstellung des Freiberger Künstlerkreises“) 1953: Dresden, Dritte Deutsche Kunstausstellung der DDR 1956: Freiberg, Stadt- und Bergbaumuseum („Freiberger Künstler schaffen für die neue Schule in Halsbrücke“) 1979: Karl-Marx-Stadt, Bezirkskunstausstellung 1984/1985 Karl-Marx-Stadt, Städtisches Museum am Theaterplatz („Retrospektive 1945 – 1984. Bildende Kunst im Bezirk Karl-Marx-Stadt“)

Literatur

Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. 200 Horst Morgenstern. In: Mitteilungen des Freiberger Altertumsvereins, 92. Heft 2003, S. 183–185

Weblinks Bildindex der Kunst und Architektur Porträtkopf

Einzelnachweise

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