Die Ohrn ist ein Gewässer zweiter Ordnung von etwa 32 Kilometern Länge im Nordosten Baden-Württembergs. Sie entspringt im Landkreis Schwäbisch Hall östlich von Bubenorbis, einem Teilort der Gemeinde Mainhardt, in etwa 470 m Höhe und mündet im Hohenlohekreis bei Ohrnberg, einem Stadtteil von Öhringen, auf etwa 176 m Höhe in den unteren Kocher. Ihre Stufenrandbucht in den Keuperbergen zwischen Waldenburger Bergen und Mainhardter Wald um das Dorf Untersteinbach wird Steinbacher Tal genannt.
Name Der Fluss wurde im Jahr 795 als „Oorana fluvius“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Flussname leitet sich vermutlich mit -ana- oder -ina-Suffix vom germanischen *aura- mit der Bedeutung „sandiger Boden, Kies im Sand“ ab. Möglich ist auch eine Eindeutung des römischen Ortsnamens Aurelia/Vicus Aurelianus.
Geographie Verlauf miniatur|links|Die Ohrn an ihrem Unterlauf zwischen Unterohrn und Ohrnberg Von ihrer Quelle ab fließt die Ohrn nach Nordwesten, kurz vor Schuppach erreicht sie mit der Pfedelbacher Gemarkung den Hohenlohekreis und zieht von dort bis Cappel durch ihren Steinbacher Tal genannten Talabschnitt. Hier fließt sie in Mäandern, inmitten breiter Wiesen, über denen die Hänge größtenteils von Weingärten und Obstkulturen bedeckt sind. Zwischen Stegmühle und Cappel überschreitet die Ohrn die Gemeindegrenze zu Öhringen. In Cappel wendet sie sich an einem Prallhang nach Westen. Durch die Stadt Öhringen fließt sie teilweise in einem künstlich geschaffenen Flussbett. Bis Unterohrn bleibt die Ohrn noch in den relativ weichen Schichten des Lettenkeupers. Von dort an bis zur Einmündung in den Kocher läuft sie im harten Oberen Muschelkalk in einem immer tiefer eingeschnittenen Mäandertal.
Zuflüsse Von der Quelle bis zur Mündung aufgeführt. Längen, Flächen und Einzugsgebiete bevorzugt nach den Datensätzen von , andernfalls auf der Hintergrundkarte abgemessen. Namen bevorzugt nach der Hintergrundkarte; Notnamen in Klammern. Höhen bevorzugt nach numerischen Angaben auf der Hintergrundkarte, sonst nach dem Höhenlinienbild abgeschätzt.
Quelle der Ohrn etwa 1,1 km östlich von Mainhardt-Bubenorbis in einer Geländedelle unterhalb der B 14 auf etwa .
(Bach aus der Tannenklinge), von rechts auf , ca. 0,4 kmLänge abgemessen auf der TK25. und ca. 0,4 km² Schärfenklingenbach, von links, 0,9 kmLänge nach LUBW-FG10 (Datensatzeintrag). und ca. 0,7 km² Kesselbächle, von rechts auf bei Blindheim, ca. 0,5 km und ca. 0,9 km² (Zufluss aus der Sandklinge), von links, ca. 0,6 km und ca. 0,3 km² Brunnenklingenbach, von links auf bei Maibach, 2,2 km und 1,4 km². (Bach aus der Hornklinge), von rechts bei Blindheim, 1,2 km und ca. 0,6 km² Unholdebach, von links, 0,7 km und ca. 0,2 km² (Bach aus der Kirschenklinge), von rechts, 1,2 km und 1,3 km². Altenbergbach, von links auf am Beginn der offenen Talflur, 0,8 km und ca. 0,2 km². Katzenbach, von rechts durch die Bergwaldsklinge, 1,6 km und 1,0 km². (Bach aus der Binsenklinge) von links auf unter unterhalb der Serpentine der Straße K 2360 Schuppach–Neunkirchen (Steige der Talstraße), 1,4 km und 0,9 km². → (Abgang des Kanals zum Schuppacher Mühlgrund), nach links auf Schupbach, von rechts aus der Köhlersklinge in Schuppach in die Ohrn selbst auf etwa , 4,7 km und 7,6 km². ← (Rückfluss des Schuppacher Mühlkanals), von links, ca. 0,3 km. Beerenklingenbächle, von links auf unter , 1,7 km und ca. 1,3 km². Kurz vor der Mündung liegen links des Zulaufs zwei Teiche von zusammen etwa 0,1 ha. Danach folgen einige sehr kurze Zuläufe von beiden Hängen. (Bach aus der Schleifsteinklinge), von links auf etwa gegenüber dem Pfedelbacher Kohlhof, 1,1 km und ca. 0,5 km². (Bach durch die Hausenklinge), von links auf etwa am Abzweig der Zufahrt zum Kohlhof von der Talstraße, 0,9 km und ca. 0,4 km². (Bach aus der Kropfklinge), von rechts an der Ohrnbrücke nach Ohnholz auf etwa , 1,5 km und ca. 0,8 km². Lohklingenbach, von links auf etwas unter an der Ohrnbrücke des Gemeindewegs zwischen Ohnholz und Floßholz, 2,6 km und 2,6 km². Entsteht auf etwas unter beim Weiler Neuwirtshaus im Gemeindeteil Geißelhardt von Mainhardt. (Zufluss aus der Schlagklinge), von rechts an der Ohrnbrücke unterhalb von Floßholz auf etwa , 1,1 km und ca. 0,6 km². → (Abgang des Mühlbachs), nach rechts auf etwa zur Bühler Mühle Hesseltbächle, von links auf etwa durch Bühl in die Ohrn selbst, 2,5 km und ca. 2,5 km². ← (Rückfluss des Mühlkanals), von rechts auf etwa , 0,7 km und ca. 0,3 km². Dürrenklingenbach, von rechts durch Untersteinbach an der Dorfkirche auf etwa , 1,9 km und ca. 1,3 km². → (Abgang des Mühlkanals der Fleinersmühle), nach links auf etwa . ← (Rücklauf des Mühlkanals der Fleinersmühle), von links auf etwa an der Ohrnbrücke zur Mühle, 0,2 km und unter 0,1 km². Steinbach, von rechts in Untersteinbach auf etwa , 5,6 km und 8,4 km². Kesselwiesengraben vom Hof Strohberg, von rechts bei Altrenzen an der Ohrnbrücke auf etwa , 1,2 km und ca. 0,4 km². Zuletzt Auengraben. Volkersbach, von links bei Renzen auf , 3,1 km und 2,6 km².
(Hangzufluss vom Rand des Heerhags), von links auf etwa , ca. 0,5 km. Steinbächle, von links durch Harsberg an der Talstraßenbrücke unterhalb von Heuholz auf etwa , 2,6 km.Von diesem Zufluss bis hin zu dem des Baierbachs laufen aus flacher Aue etliche unbeständig wasserführende Drainagegräben zu, die nicht eigens erwähnt werden. Elsgraben, von links vor Oberhöfen auf etwa , ca. 1,7 km. Unbeständiger Zulauf vom hohen Hang. → (Abgang des Rohrmühlengrabens), nach rechts zur Rohrmühle. Schmidshofgraben, von links bei Beingasse auf etwa in die Ohrn selbst, ca. 1,5 km. Unbeständiger Zulauf vom hohen Hang, Auenlauf unklar. ← (Rücklauf des Rohrmühlengrabens), 0,6 km. Hoffeldgraben, von links zwischen Unterhöfen und Baierbach auf etwa , 0,8 km. Baierbach, von links bei Baierbach auf , 2,3 km und 2,4 km². Michelbach, von rechts kurz vor Oberohrn, 8,3 km und 13,5 km². Söllbach, von rechts am Südostrand von Cappel auf ca. ,Ein Texteintrag „234“ in Schwarz an der Mündung auf der Hintergrundkarte der LUBW-FG10 passt nicht zum Höhenlinienbild. 5,7 km und 7,7 km². Epbach, von rechts in Cappel auf ca. , 16,7 km und 30,9 km². Hier Westknick des Laufs. Ströllerbach, von rechts und Nordnordosten auf ca. am Ostrand von Öhringen, 1,3 km und ca. 0,9 km². Pfedelbach, am Unterlauf Schleifbach, von links in Öhringen zwischen dem Schleifbachweg und der Altstadt auf ca. ,Höhenangabe sehr unsicher wegen unübersichtlichem und unbeschriftetem Höhenlinienbild in Mündungsumfeld. 6,6 km und 12,8 km². Hier Nordwestknick des Laufs. Maßholderbach, von rechts in Öhringen unmittelbar vor der Talbrücke der A 6 auf ca. , 5,8 km mit längerem Oberlauf Langwiesenbächle und 8,6 km². Westernbach, von rechts in Öhringen unmittelbar nach der Talbrücke der A 6 auf ca. , 4,2 km und 6,4 km². Lindbach (?), von links bei Öhringen-Lindich auf ca. , 0,4 km und ca. 0,4 km². Heßbach (oder Hessbach?), von links in der Stadtteilgemarkung von Öhringen-Baumerlenbach auf ca. gegenüber der Helenenquelle, 0,4 km und ca. 0,2 km².
Mündung der Ohrn in Öhringen-Ohrnberg auf etwa von links und Süden in den Kocher.
Natur, Umwelt und Schutzgebiete miniatur|hochkant|Das Ohrntal bei Schuppach miniatur|hochkant|Die historische Pfarrbrücke in Untersteinbach
Naturpark Die Ohrnquelle und der obere Verlauf der Ohrn liegen im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald.
FFH-Schutzgebiet Zum 1. Januar 2005 wurde der Ohrnverlauf auf seiner gesamten Länge nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie als Schutzgebiet gemeldet. Bei der Ohrn betrifft dies zwei FFH-Gebiete. Zwischen der Mündung bei Ohrnberg bis Untersteinbach ist dies das Gebiet mit der Nummer 6822-341 Ohrntal und Kochertal bei Sindringen, zwischen Untersteinbach und der Ohrnquelle das FFH-Gebiet 6823-341 Waldenburger Berge.
Besondere Tierarten im Ohrntal sind: (abgerufen am 13. April 2008)
Großer Feuerfalter Hirschkäfer Bachneunauge Bitterling Groppe Gelbbauchunke Großes Mausohr
In der Ohrn leben damit neben Forellen auch die unter strengem Naturschutz stehenden Neunaugen, die nur in Gewässern mit ausgezeichneter Qualität vorkommen.
Landschaftsschutzgebiete Das fast bis zuletzt bewaldete Tal der oberen Ohrn von der Quelle bei Bubenorbis bis zur Einmündung des Katzenbachs, in dem die Gemeindegebiete von Mainhardt und Michelfeld aneinanderstoßen, ist seit 2. September 1963 durch Verordnung des Landratsamts Schwäbisch Hall unter dem Namen Quellgebiet der Ohrn (mit Tannenklinge, Sandklinge und Mündung des Katzenbachs) mit einer Größe von 79 Hektar als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, es trägt die Schutzgebietsnummer 1.27.012.
Für den Abschnitt von der Katzenbachmündung bis zum Pfedelbacher Ortsteil Unterhöfen wurde – mit Ausnahme der Ortsgebiete selbst – am 16. April 1991 durch eine Verordnung des Landratsamtes Hohenlohekreis das Landschaftsschutzgebiet Steinbacher Tal mit Randgebieten (Oberes Ohrntal) eingerichtet. Das Schutzgebiet zieht sich über eine Landkreisgrenze hinweg. Sein größerer Teil liegt im Hohenlohekreis (Nr. 1.26.026) hat eine Fläche von 1.696 Hektar, eine kleinere Randzone im Landkreis Schwäbisch Hall auf der Gemarkung wiederum von Mainhardt bei Frohnfalls (Nr. 1.27.071) umfasst 103 Hektar am oberen Abfall der Keuperstufe.
Das untere Ohrntal flussabwärts von Unterohrn in den Öhringer Teilgemarkungen Schwöllbronn, Baumerlenbach, Ohrnberg und zwischendurch auch kurz der Westernbacher Teilgemarkung von Zweiflingen mit einer Fläche von zusammen 284 Hektar ist bereits seit dem 15. Januar 1963 unter dem Namen Ohrntal (Nr. 1.26.005) durch eine Verordnung des damaligen Landratsamtes Öhringen unter Schutz gestellt.
Ohrntalradweg Von der Stadt Öhringen wurde 2016 der 8,8 Kilometer lange Ohrntalradweg von Unterohrn im unteren Ohrntal bis nach Ohrnberg an der Mündung angelegt, größtenteils neu. Zu seiner Trassierung mussten zusätzlich zu den bereits bestehenden sieben Brücken über die Ohrn neu errichtet werden. Diese sind mit den Regenbogenfarben gekennzeichnet.
Hochwasserschutz
Ohrnkorrektion in Öhringen 1955/56 Die häufige Überflutung der Altstadt von Öhringen bei Hochwasser sowie städtebauliche Maßnahmen und die Entwässerung der Innenstadt waren die Gründe für eine Korrektion der Ohrn. Bis 1955 verlief die Ohrn auf dem Gelände des heutigen Sportstadions bis zur Allmand. Dort wurde sie an einem Wehr in zwei Arme geteilt: ein Arm verlief direkt an der Stadtmauer entlang, der zweite Arm wie heute durch den Hofgarten.
Die neue Ohrn verläuft am Cappelrain entlang durch den Hofgarten zur Heilbronner Straße. Der Hauptsammler für die Abwässer wurde im alten Bett der Ohrn entlang der Stadtmauer verlegt. Eine steinerne Bogenbrücke im Zuge des Sträßchens von der Hirschgasse in der alten Stadt zur Altstadt Öhringens, unter der heute aber nur noch ein Fußgängerweg passiert, zeigt sinnfällig den alten Lauf.
Das Luft- und Freibad an der ehemaligen Ohrn wurde im Zuge dieser Baumaßnahmen aufgegeben.
Ohrnkorrektion in Öhringen 1999/2000 Nach den schweren Hochwassern in Öhringen in den Jahren 1993 und 1996 wurden 1999 und 2000 erneut Korrekturen an der Ohrn und am Schleifbach in Öhringen vorgenommen. Die Brückendurchlässe und das Ohrnbett wurden erweitert. Zum Schutz der Altstadt wurde entlang der Ohrn ein dauerhafter Damm angelegt. Die Veranstaltungshalle Kultura wurde ebenfalls mit einer Dammanlage gesichert. Unterhalb der Kultura entstand die Ohrnterrasse, eine Plattform für Veranstaltungen.
Hochwasserrückhaltebecken bei Cappel/Oberohrn