mini|Halles centrales de Paris. – Vue générale. — Dessin de (Dieudonné) Lancelot, abgedruckt im Magasin Pittoresque, Band 30, Januar 1862, S. 28 Pariser Markthallen () war der Name für die Halles centrales, einen Großhandelsmarkt für frische Lebensmittel, der sich im Herzen von Paris, im 1. Arrondissement, befand und dem umliegenden Viertel seinen Namen gab. Auf dem Höhepunkt seiner Aktivität zogen die Händler mit ihren Ständen aus Platzmangel sogar in die angrenzenden Straßen.
Sie bilden die Hauptkulisse für den Roman Der Bauch von Paris von Émile Zola.
An der Stelle des riesigen Marktes, der bis Anfang der 1970er Jahre existierte, befinden sich heute eine Grünfläche (der Jardin Nelson Mandela, früher Jardin des Halles), ein unterirdisches Einkaufszentrum (Forum des Halles) und zahlreiche Bereiche für Freizeitaktivitäten (Schwimmbad, Kino) und kulturelle Aktivitäten (Konservatorium, Bibliothek, Kulturzentrum). Der Bahnhof Châtelet - Les Halles, der sich unter dem Komplex befindet, ist der größte unterirdische Bahnhof der Welt und ermöglicht den Zugang aus dem gesamten Pariser Raum.
„Halles centrales“ Der Hauptmarkt von Paris hat mehrmals seinen Standort gewechselt, um mit der demografischen Entwicklung und dem schnellen Wachstum der Stadt Schritt zu halten. Der erste Markt befand sich auf der Île de la Cité, dann siedelte er sich bis zum Beginn des 12. Jahrhunderts auf der anderen Seite der Seine an, im Freien und auf Lehmboden, an der Place de Grève – die heutige Place de l’Hôtel de Ville – Esplanade de la Libération.
Um 1110 beschloss Ludwig VI. eine erneute Verlegung auf freies Feld, an den Ort ehemaliger Sümpfe. Diese waren trockengelegt und in Felder umgewandelt worden. Daher stammt der Name Campelli oder Champeaux, den man heute in der Rue des Petits-Champs wiederfindet. Mehr als acht Jahrhunderte lang blieb der Markt an diesem Ort, jetzt in Hallen, wobei diese ständig umgebaut wurden, um sich den wachsenden Bedürfnissen der Hauptstadt anzupassen.
Geschichte mini|hochkant|Der Pranger von Les Halles im Jahr 1782 Pranger von Les Halles Der Pranger (Pilori) des Königs in Les Halles war der einzige in Paris, da die Herren der Hochgerichte nur Anspruch auf einen Gerichtsplatz hatten. Der vorige Pranger, der an einer Kreuzung in der Nähe der Place de Grève aufgestellt worden war, war unter der Herrschaft von Ludwigx IX. nach Les Halles verlegt worden.
Er befand sich an der nordöstlichen Ecke des Fischmarkts, in der Nähe eines Brunnens und eines Kreuzes. Als er in Ruinen fiel, wurde er 1502 wiederhergestellt, 1516 von den Parisern niedergebrannt und 1542 neu gebaut.
Der Pranger in den Hallen war ein Turm mit einem bewohnbaren Erdgeschoss und einem sechseckigen Obergeschoss auf einem beweglichen Eisenrad, mit Platz für sechs Verurteilte. Die Wände waren mit Löchern versehen, durch die der Verurteilte seinen Kopf und seine Hände steckte. Diese Strafe der schmählichen öffentlichen Zurschaustellung an einem besonders belebten Ort wurde gegen Händler verhängt, die mit falschen Gewichten gehandelt hatten, gegen Bankräuber, falsche Zeugen, Zuhälter und Gotteslästerer, denen beim fünften Rückfall die Zunge herausgeschnitten wurde. Er wurde 1789 abgeschafft.Jacques Hillairet: Gibets, piloris et cachots du vieux Paris. Paris, Éditions de Minuit, 1956, S. 48–50.
Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts mini|Paris um 1300/1330, mit den Hallen mittig in der oberen Hälfte 1137: Ludwig VI. ordnete die Verlegung der beiden Märkte (der Marché Palu auf der Île de la Cité und der Zentralmarkt auf der Place de Grève, die angesichts des Wachstums der Stadt nicht mehr ausreichten) nach Les Champeaux an, einem ehemaligen Sumpfgebiet außerhalb der Stadtmauern, und ließ dort eine große Markthalle an der strategischen Kreuzung von drei wichtigen Straßen, der Rue Saint-Denis, der Rue Montmartre und der Rue Saint-Honoré, errichten.Les Halles. Le Moyen Âge (paris-atlas-historique.fr, abgerufen am 30. Januar 2019). Ende 1137 befreite der König Ludwig VII. Adelente Gente von allen Abgaben auf ein Haus und einen Ofen, die sie auf dem neuen Markt von Champeaux hatte errichten lassen, der den Namen Fief de la Rapée erhielt und bis zur Revolution bestehen blieb. 1181–1183: Philipp II. kaufte 1183Eugène Pottet: Histoire de Saint-Lazare (1122–1912). Société française d’imprimerie et de librairie, 1. Ausgabe, 1912, S. 12 (gallica.bn.fr). oder 1181Félix Lazare, Louis Lazare: Dictionnaire administratif et historique des rues de Paris et de ses monuments. 1844–1849, S. 367 f. (gallica.bn.fr). den Jahrmarkt Saint-Ladre oder Saint-Lazare, der sich in den nördlichen Vororten der Stadt befand und von der Leprakolonie im Enclos Saint-Lazare abhängig war, und verlegte ihn an die Stelle der späteren Hallen. Dieser Kauf ermöglichte es ihm, das Aquädukt, das Wasser aus den Quellen von Le Pré-Saint-Gervais zum Priorat Saint-Lazare brachte, bis zu den Hallen zu verlängern, wo der erste öffentliche Brunnen von Paris errichtet wurde.Philippe Lorentz, Dany Sandron: Atlas de Paris au Moyen-Âge. Parigramme, Oktober 2006, ISBN 2-84096-402-3), S. 219. Zur Entwässerung des neuen Marktes wurden 1183 zwei überdachte Gebäude errichtet. Zudem regelte der König selbst den Handel mit den wichtigsten Lebensmitteln: Fleisch, Brot und Wein. Einige Jahre später erwarb er von Adam, dem Archidiakon von Paris und später Bischof von Thérouanne, die Grundstücke des Fief de Thérouanne, indem er dem Bistum Paris eine Gebühr zahlte. Es handelte sich jetzt um einen Markt, auf dem auf speziellen Plätzen Lebensmittel, Textilien, Schuhe und Kurzwaren (Mercerie) verkauft wurden. Die Händler ließen sich in besonderen Unterständen in der Nähe der Häuser nieder, in denen sich die festen Geschäfte der Hersteller befanden. So kam es, dass die Rue de la Grande Friperie ihren Namen von der Altkleidergeschäften (Friperie) erhielt. Nach und nach ließen sich weitere Händler um die Händler herum nieder, die bereits ihren Platz hier hatten.
Angesichts des zunehmenden Handels ließ Philipp II. die ersten Markthallen für Tuchhändler und Weber bauen, doch der Markt wuchs weiter, so dass 1269 Ludwig IX. drei neue Markthallen bauen ließ (der Ort wurde im Mittelalter weiterhin meist la Halle genannt, in Anlehnung an die Markthalle von 1137): Zwei Märkte wurden den Tuchhändlern zugewiesen, der dritte den Kurzwarenhändlern und den Rauchwarenzurichtern (Corroyeurs). Ab dem 16. Jahrhundert wurde über eine Neuorganisation und die Verbreiterung der Wege nachgedacht. Der Fischgroßhandel in den Pariser Markthallen wurde nicht freihändig zwischen Verkäufern und Käufern abgewickelt, sondern über Versteigerungen und durch öffentliche Beamte.Reynald Abad, Aux origines du suicide de Vatel : les difficultés de l’approvisionnement en marée au temps de Louis XIV, in: Dix-septième siècle, Band 4, 2002, Nr. 217, S. 631–641. 1543: Mit einem Edikt beschloss Franz I. den 29 Jahre dauernden Wiederaufbau der Markthallen, und ging dabei so vor, dass Paris und die Staatskasse davon profitierten. In einem Edikt vom 20. September befahl er die „Versteigerung der leeren Plätze der Markthallen“ und kündigte damit an, dass er auf das Recht zum Rückkauf dieser Plätze verzichten würde. Im Gegenzug mussten die Käufer innerhalb einer bestimmten Frist bestehende Gebäude abreißen und „bequeme Häuser und Herrenhäuser“ wieder aufbauen. Bis 1572 wurden Häuser gebaut, die im Erdgeschoss meist überdachte Kolonnaden oder Galerien hatten, die als Piliers des Halles bekannt wurden und erst mit dem Bau der Baltard-Pavillons verschwanden. In der Mitte dieser Arkadengalerien befand sich der Carreau, der Markt für Brot, Butter, Käse und Eier.
Ausweitung der Märkte, vom Ende des 18. Jahrhunderts bis in die 1820er Jahre Die Markthallen blieben bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts an ihrem mittelalterlichen Standort auf einer begrenzten Fläche, die beim Umbau im 16. Jahrhundert nur geringfügig vergrößert worden war und nicht mehr mit dem Bevölkerungswachstum Schritt hielt. Außerdem wurden die meisten Waren im Freien auf Flächen ausgestellt, auf denen sich der Müll ansammelte, mit Ausnahme einiger Teile, die durch Hallen geschützt waren, darunter die Fischmarkthallen. In dieser Zeit änderte sich das Konzept der Stadtverwaltung, was zu Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen wie der Verlegung der städtischen Friedhöfe an den Stadtrand und zur Verbesserung der Versorgungslage führte.
Die nach den Plänen von Nicolas Le Camus de Mézières errichtete Halle aux blés (Weizenhalle) wurde 1763 eröffnet. Die bisherige Weizenhalle wurde zur Fleischhalle, die ihrerseits 1818 auf den Marché des Prouvaires verlegt wurde. Ihre durch einen Brand zerstörte Kuppel wurde 1812 von François-Joseph Bélanger wieder aufgebaut.
Der Marché des Innocents, ein Blumen-, Obst- und Gemüsemarkt in der Nähe zwischen der Rue Saint-Denis, der Rue de la Lingerie, der Rue de la Ferronnerie und der Rue aux Fers (der heutigen Rue Berger), wurde am 24. Februar 1789 an der Stelle des ehemaligen Friedhofs Cimetière des Innocents eröffnet, wodurch sich die Fläche von Les Halles verdoppelte.
Napoleon I. regelte das Schlachten der Tiere durch die Einrichtung von fünf Schlachthöfen am Stadtrand und begann mit einer konsequenten Neuorganisation der Markthallen. Er plante 1811, eine zentrale Markthalle zwischen dem Marché des Innocents und der Halle aux blés errichten zu lassen.
Der Fall des Kaiserreichs im Jahr 1815 verzögerte die Weiterführung dieses Projekts, das jedoch mit der Schaffung des Marché des Prouvaires einen Anfang machte. Dieser Markt wurde 1818 auf einem Rechteck westlich des Standorts des Hallenbereichs der 1850er und 1860er Jahre eröffnet. Der Fleischmarkt, der sich am ursprünglichen Standort der Weizenhalle befand, wurde dorthin verlegt. An der Stelle dieser ehemaligen Fleischhalle wurde ein Kräutermarkt eingerichtet.Jules Vigneau: Les Halles centrales aujourd’hui et autrefois. S. 5 f.
Eine Fischhalle wurde 1822 an der Stelle des alten Fischmarkts (La Marée) errichtet, eine Butter-, Eier- und Käsehalle 1823 in der Nähe.Jules Vigneau: Les Halles centrales aujourd’hui et autrefois. S. 6. In den Jahren 1823 und 1824 wurde eine neue Halle gebaut.
Bis etwa 1840 erfolgte die Versorgung auf dem Wasserweg (Seine, Marne, Oise und Kanäle) und mit den Karren der Gemüse- und Butterproduzenten über eine maximale Entfernung von 100 bis 120 Kilometern, mit Ausnahme von Fisch, der in beschleunigten Konvois aus den Häfen des Ärmelkanals durch die enge Straßen der Stadt in die Markthallen gebracht wurde.
Baltard-Pavillons Da die Bevölkerung von Paris seit der letzten Erweiterung der Märkte im Jahr 1818 weiter gewachsen war, wurde eine Neugestaltung der Hallen notwendig. Daher gründete der Präfekt Rambuteau die Commission des Halles, die untersuchen sollte, ob die Halles an ihrem Standort bleiben oder verlegt werden sollten.
Zwischen 1841 und 1851 wurden mehrere Projekte vorgelegt, darunter das von Hector Horeau, der 1845 die Verlegung des Marktes auf eine rechteckige Fläche zwischen der Seine und dem Marché der Innocents vorschlug.Pierre Pinon: Atlas du Paris hausmannien, Paris, Parigramme, September 2016, ISBN 978-2-37395-008-3, S. 100Halles centrales. Projet Horeau. Projet de l'administration (gallica.bnf.fr) Eine Verordnung vom 17. Januar 1847 legte den Umfang der zentralen Markthallen von Paris fest.Plan d'ensemble des halles centrales de Paris tracé conformément au plan annexé à l'ordonnance royale du 17 janvier 1847 (gallica.bnf.fr) Im Jahr 1848 wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, den Victor Baltard zusammen mit Félix Callet gewann.
Zunächst sah das von der Verwaltung bestätigte Projekt einen Steinbau mit fast geschlossenen Räumen vor.Garnier, S. 6 Ein erster Steinpavillon wurde dann ab September 1851 gegenüber der Kirche Saint-Eustache errichtet. Aufgrund seines massiven Charakters erhielt er schnell den Spitznamen Fort de la Halle und wurde in den folgenden Jahren immer weiter ausgebaut.