Carl Hjalmar Lauritzen (* 4. April 1879 in Kopenhagen; † 18. April 1940 ebenda) war ein dänischer Theater- und Stummfilm-Schauspieler, ein gut beschäftigter Haupt- und Nebendarsteller des heimischen Kinos der 1910er und frühen 1920er Jahre.

Leben und Wirken Anfänge am Theater Lauritzen erhielt noch vor der Jahrhundertwende seine künstlerische Ausbildung vom Schauspielkollegen Valdemar Colding und gab am 5. September 1899 am Theater von Kalundborg mit der Rolle des Poul Flemming in dem Stück „Elverhøj“ sein Bühnendebüt. Er gehörte bis 1902 der Theatertruppe Carl Henrikens an und spielte anschließend an zahlreichen dänischen Theatern wie dem Casino in Kopenhagen (1903–1905) und dem Stadttheater von Odense (von 1911 bis 1912, von 1915 bis 1917 und von 1927 bis 1939). Zwischenzeitlich war er an den städtischen Spielstätten von Frederiksberg (von 1912 bis 1921) und Aarhus (von 1923 bis 1927) tätig.

Beim Film Seit 1911, als Dänemarks wichtigste Produktionsfirma Nordisk Film ihn verpflichtete, besaß der Stummfilm, der Lauritzen etwa 90 Rollen bescherte, überragende Bedeutung in seinem Berufsleben. Carl Lauritzen wirkte in seiner zehnjährigen Filmlaufbahn mit zum Teil tragenden Nebenrollen in einer Reihe von bedeutenden Produktionen des frühen dänischen Kinos mit. Man sah ihn beispielsweise 1913 als Kollege und Freund des Protagonisten Friedrich von Kammacher, Dr. Schmidt, in der groß angelegten, nahezu zwei Stunden langen Hauptmann-Verfilmung Atlantis von August Blom und unmittelbar darauf als betrogenen Ehemann Fabrikant Schroll, der in der zweiten ambitionierten Literaturverfilmung desselben Jahres, Liebelei, im Duell den jungen Leutnant Fritz Lobheimer tötet und damit ein großes Unglück auslöst. Zu Lauritzens wichtigsten Filmpartnern jener frühen Jahre zählten die Topstars Valdemar Psilander und Olaf Fønss.

1914 übernahm der Kopenhagener Künstler den eher kleinen Part des Kriegsministers Knobelauch in der eine eindeutige Friedensbotschaft postulierenden Bertha-von-Suttner-Verfilmung Die Waffen nieder!. Inmitten des Ersten Weltkriegs spielte Carl Lauritzen die zweite Hauptrolle des Minenverwalters West in dem ungewöhnlichen dänischen Science-Fiction-Film Das jüngste Gericht, erneut unter Bloms Regie. Sein Filmpartner war nach Atlantis wiederum der Kollege Olaf Fønss. Während seiner kurzzeitigen, aber intensiven Filmaktivitäten arbeitete Carl Lauritzen mit zentralen Regisseuren wie Robert Dinesen, Holger-Madsen und A. W. Sandberg zusammen. Mit dem Lord Windermear in dem vierteiligen Drama Japhet, der sich einen Vater sucht beendete er 1922 seine Filmtätigkeit. Seitdem konzentrierte sich Lauritzen wieder ganz auf die Bühnenarbeit.

Privates Carl Lauritzen war ab 1901 mit der Schauspielerin Henny Lauritzen (1871–1938) verheiratet. Sein Sohn Torkil Lauritzen (1901–1979) war ebenfalls als Schauspieler tätig. Er starb 61-jährig, nur zwei Wochen nach der Besetzung seiner Heimat durch die deutsche Wehrmacht, und ist auf dem Solbjerg Parkfriedhof von Frederiksberg (Großraum Kopenhagen) begraben.

Filmografie 1911: Ein Liebesleben (Kærlighedens Styrke) 1911: Die Todesflucht (Dødsflugten) 1912: Ein Kind der Sünde (Jernbanens Datter) 1912: Dr. Gar el Hamas Flucht (Dr. Gar el Hamas Flugt) 1912: Der Arzt seiner Ehre (Den glade Løjtnant) 1912: Du hast mich besiegt (Den Stærkeste) 1912: Zwischen Himmel und Wasser (Shanghai'et) 1913: Der schwarze Tod (Mens Pesten raser) 1913: Gekreuzte Klingen (Vennerne fra Officersskolen) 1913: Der letzte Wunsch des Stahlkönigs (Staalkongens Villie) 1913: Spekulanten (Den store Operation) 1913: En Hofintrige 1913: Troløs 1913: Wenn Blütenträume reifen (Skæbnens Veje) 1913: Zufall des Glücks (Guldmønten) 1913: Atlantis 1913: Liebelei (Elskovsleg) 1913: Die Mutter (Moderen) 1914: Aus Liebe (Af Elskovs Naade) 1914: Grev Zarkas Bande 1914: Et Kærlighedsoffer 1914: Expressens Mysterium 1914: Carl Alstrup som Soldat 1914: Uden Fædreland 1914: Die Waffen nieder! (Ned med Vaabnene!) 1915: Brandmandens Datter 1915: Kampen om Barnet 1915: Fräulein Chauffeur (Den lille Chauffør) 1915: Den sidste Nat 1916: Das jüngste Gericht (Verdens Undergang) 1916: Der Retter des Vaterlandes (Pro Patria) 1916: Bladkongen 1916: Plimsolleren 1916: Børsens Offer 1916: Voksdamen 1916: Das Meer gibt seine Toten wieder (En Kærlighedsprøve) 1917: Mand mod Mand 1917: Pax aeterna (Den evige fred / Pax æterna) 1917: Herregaards-Mysteriet 1917: Studenterkammeraterne 1917: Das Buch der Tränen (Brændte Vinger) 1918: Der gleitende Schatten (Avisdrengen) 1918: Glædens Dag 1918: Lykketyven 1918: Das Klubmädchen (Pigen fra Klubben) 1918: Söhne des Volkes (Folkets Ven) 1919: Die Lieblingsfrau des Maharadscha. Zweiter Teil (Maharadjaens Yndlingshustru II) 1919: Konkurrencen 1919: Die Geheimnisse der Themse (Vor fælles Ven) 1920: Die Tat des Andern (Manden, der sejrede) 1920: Der fliegende Holländer, Teil 1 und 2 (Den flyvende Hollænder) 1920: Die Flucht vor dem Leben (Har jeg Ret til at tage mit eget Liv?) 1920: Hans gode Genius 1921–1922: Japhet, der sich einen Vater sucht, vier Teile (Jafet, der søger sig en Fader, I-IV)

Weblinks Carl Lauritzen im Dänischen Filminstitut Carl Lauritzen auf danskefilm.dk Carl Lauritzen in der schwedischen Filmdatenbank

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