hochkant=1.2|mini|Rolf Otto Lahr (rechts) mit Jacobus Gijsbertus de Beus Rolf Otto Lahr (* 6. November 1908 in Marienwerder (Westpreußen); † 14. September 1985 in Bonn) war ein deutscher Diplomat.
Leben Nach dem Abitur am Arndt-Gymnasium Dahlem studierte Lahr Rechtswissenschaften in Berlin, Gießen und Freiburg und wurde 1934 Gerichtsassessor im Reichswirtschaftsministerium. Während des Studiums wurde er Mitglied der Corps Guestphalia Berlin (1927) und Teutonia Gießen.Kösener Corpslisten 1996, 46, 345; 167 Lahr trat zum 1. Mai 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.637.673)Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/24511287 und wurde 1933 auch Mitglied der SA. Nach der Teilnahme am Zweiten Weltkrieg als Soldat und verschiedenen Tätigkeiten trat er 1949 zunächst in die Handelsabteilung des Bundeswirtschaftsministeriums ein. 1953 kam er in das Auswärtige Amt nach Bonn.
mini|hochkant=0.5|links|Grabstätte 1955 hatte er als Leiter der Delegation für die deutsch-französischen Saarverhandlungen wesentlichen Anteil an den Verhandlungen über die Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik Deutschland. 1957/58 war er Verhandlungsleiter bei den Verhandlungen über den ersten Handels- und Konsularvertrag mit der UdSSR und die Rückführung der deutschen Staatsangehörigen in der Sowjetunion. Nach einer kurzzeitigen Verwendung als Botschafter bei der EWG/EURATOM (1961) wurde er im gleichen Jahr zum Staatssekretär im Auswärtigen Amt ernannt. In dieser Funktion war er involviert in die Bemühungen, geplante Vorträge des Historikers Fritz Fischer in den USA zu verhindern.Eckart Conze; Norbert Frei; Peter Hayes; Mosche Zimmermann: Das Amt und die Vergangenheit - deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik, München 2010, ISBN 978-3-89667-430-2, 618.
1969 wurde Lahr deutscher Botschafter in Rom. Diesen Posten bekleidete er bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand im Januar 1974. Noch bis Ende dieses Jahres blieb er zudem deutscher Vertreter bei der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO).
Seine letzte Ruhestätte fand Rolf Lahr auf dem St.-Annen-Kirchhof in Berlin-Dahlem.
Autobiografie Zeuge von Fall und Aufstieg – Private Briefe 1934–1974. Knaus, Hamburg 1981, ISBN 3-8135-1831-0
Literatur Eckart Conze, Norbert Frei, Peter Hayes und Moshe Zimmermann: Das Amt und die Vergangenheit. Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik. Karl Blessing Verlag, München 2010, ISBN 978-3-89667-430-2. Hansheinrich Friedländer: Corpstafel des Corps Teutonia Gießen 1839–1999. Gießen 1999, S. 366 Andrea Wiegeshoff: „Wir müssen alle etwas umlernen“ – zur Internationalisierung des Auswärtigen Dienstes der Bundesrepublik Deutschland (1945/51–1969). Wallstein, Göttingen 2013, ISBN 978-3-8353-1257-9, S. 430.
Weblinks
Eintrag In: Gerhard Köbler: Wer war wer im deutschen Recht (Online-Version)
Einzelnachweise
Kategorie:Jurist (Nationalsozialismus) Kategorie:Jurist im auswärtigen Dienst Kategorie:Deutscher Botschafter in Italien Kategorie:Deutscher Botschafter bei der Europäischen Union Kategorie:Beamteter Staatssekretär (Bundesrepublik Deutschland) Kategorie:Person der deutschen Außenpolitik 1933–1945 Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:SA-Mitglied Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Kategorie:Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Großkreuz) Kategorie:Träger des portugiesischen Christusordens (Großkreuz) Kategorie:Träger des Falkenordens (Großkreuz) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1908 Kategorie:Gestorben 1985 Kategorie:Mann Kategorie:Ministerialbeamter (NS-Staat) Kategorie:Ständiger Vertreter bei der FAO