mini|Wappen der Stadt Zeitz als Mosaikrelief an der Stadtmauer Die Stadtbefestigung Zeitz bestand aus einer Stadtmauer mit einem historisch gewachsenen System von Stadttoren, Wehrtürmen und Wallanlagen. Sie schützte die Stadt Zeitz etwa vom 13. Jahrhundert bis zum fast vollständigen Abriss und der Überbauung im 19. Jahrhundert vor Angriffen und Belagerung. Die Stadtbefestigung (auch als Stadtmauer Zeitz bezeichnet) mit ihren erhaltenen Teilen ist Bestandteil des „Denkmalbereich Altstadt Zeitz“ und begrenzt diesen in weiten Teilen.

Der heutige noch sichtbare Verlauf der Stadtbefestigungsanlagen stammt aus der Zeit der Hussitenkriege von 1430/32. Die Mauern wurden im Dreißigjährigen Krieg mehrfach bezwungen und stark beschädigt bzw. teilweise zerstört; im 17. Jahrhundert zur Zeit der Herzöge jedoch wiederaufgebaut und modernisiert. Zum Teil sind Bruchsteine von Teilen der Stadtmauer heute in Wällen und Bewehrungsmauern an verschiedenen Stellen der Altstadt verbaut oder direkt mit den Begrenzungsmauern der Grundstücke verbunden.

Stadttore Seit 2004 weisen Metall-Tafeln an den vermutlich ehemaligen Standorten von sechs Toren auf die wechselvolle Geschichte der Zeitzer Stadtbefestigungsanlagen hin. Sie dienen hauptsächlich touristischen Zwecken im Rahmen von Stadtführungen.Anmerkung: siehe auch Broschüre "ZEITZ - Die Stadtbefestigung", hrsg. 2004 von Stadt Zeitz, erhältlich Tourist-Information Zeitz, Altmarkt 16 Website der Tourist-information Zeitz Die sechs Stadttore heißen:

(1) Kalktor im Südosten, Kalkstraße (2) Wendisches Tor im Osten, Schützenstraße (3) Wassertor im Norden, Wasserberg (4) Badstubentor im Norden, Nicolaistraße (5) Stephanstor im Westen, Stephanstraße (6) Steintor im Südwesten, Steinstraße

Allerdings zeigen die Geschichtsschreibung, die Eintragungen im Denkmalschutzregister und die bisher erschlossenen Quellen ein leicht verändertes Bild der Erbauung, des Verlaufs und der Veränderung sowie der Geschichte der Stadtbefestigung und deren Teilen von Zeitz auf. (Anm.: Nummerierung aus Broschüre übernommen.)

Geschichte mini|600px|zentriert|Ansicht von Zeitz um 1650 Im 13. Jahrhundert erhielten die geistlichen und weltlichen Machthaber vom Kaiser das Recht ihre Städte zu befestigen, so sind in Zeitz bereits um 1255 ein „steinernes Mühlentor“ (Anm.: wahrscheinlich „Steintor“) und um 1278 ein „Tor bei der Kapelle Maria Magdalena“ (Anm.: wahrscheinlich „Wendisches Tor“) überliefert. Die nachweislich ältesten erhaltenen Teile der Stadtmauer befinden sich heute im Bereich der Steinstraße. Ihre größte Ausdehnung erlangte die Stadtbefestigung zum Ende des 18. Jahrhunderts und besaß dabei eine Länge von etwa 2,2 km und eine Breite bis zu 1,5 m.

Die früheste Geschichte zeigt eine Zweiteilung der Stadt (bis zum 13. Jh.) in Unterstadt (mit Brühl und Dombezirk mit Schloss und Domfreiheit) und Oberstadt (Michaeliskirchhof mit Roßmarkt und Altmarkt) auf, was auch die höhere Anzahl der Stadttore erklärt. Dabei hatte vermutlich die Oberstadt im 12. Jh. ebenfalls eine frühe Befestigung, welche aber nicht nachweislich verzeichnet ist und die Lage der dort vorhandenen Tore nicht belegt werden kann. Eine Hauptrolle in der Unterstadt spielten dabei die inneren Mauern der ehemaligen Domfreiheit, welche neben zwei äußeren Toren (Peterstor und alteres Badstubentor) auch zwei innere Tore (Probsteitor und Herrenbäckertor) hatten, worüber bisher keine weiteren Aufzeichnungen gefunden wurden. Das Zusammenwachsen und damit die Erweiterung der Stadtbefestigung im 13./14. Jh. beruht höchstwahrscheinlich auf die Gründung und die Einflussnahme des Franziskanerklosters am Steinsgraben. Die durch die Hussitenkriege 1430/32 beschädigten und zerstörten Teile wurden bis zum Dreißigjährigen Krieg wiederaufgebaut, wurden jedoch währenddessen fast völlig zerstört und tw. abgetragen.

Unter den Herzögen Herzog Moritz von Sachsen-Zeitz (1619–1681) und Herzog Moritz Wilhelm von Sachsen-Zeitz (1664–1718) wurden neben dem Neubau des Schloß Moritzburg und der Erneuerung der Wallanlagen (heute Schloßpark Zeitz) auch die übrigen Stadtbefestigungsanlagen (Mauern und Türme) sowie die nunmehr 6 Tore (siehe Broschüre "ZEITZ - Die Stadtbefestigung, 2004) mit meist barocker Architektur wiederaufgebaut, erweitert und modernisiert.

Wobei allerdings die Domfreiheit samt der inneren Mauer und Tore in ihrer ursprünglichen Form im 17. Jh. schon nicht mehr bestand (z. B. älteres Badstubentor im 16. Jh. mit Mauer überbaut und 1539 jüngeres Badstubentor errichtet). Unklar ist bisher bis zu welchen Zeitpunkt das ursprüngliche Peterstor an der sog. „Mittelmühle“, heute Badstubenvorstadt 17/17a (ID: 09485145) bestand, da es auf der Zeichnung von Matthäus Merian um 1650 noch verzeichnet ist, danach aber ohne Erwähnung in der Stadtgeschichtsschreibung bleibt. Des Weiteren wird in älteren Beschreibungen am Standort des Stadtwacheturm (heute Parzellenstraße 1) am Ostende der Voigststraße, ein „Vogsttor“ verzeichnet, welches wahrscheinlich schon im 16. Jh. im Zuge der Erweiterung mit dem heute wiederaufgebauten Wohnturm überbaut wurde, da das Kalktor weiter südlich errichtet wurde. Auch konnte lt. Quellen ein Stadtmauerausgang oder Tor im Bereich des Klosters am mittleren oder oberen Steinsgraben/Ecke Schulstraße nicht nachgewiesen werden, was aber als wahrscheinlich gilt.

Die im 16./17. Jahrhundert neu gebauten oder modernisierten Tore wurden jeweils mit Turm und vorgelagerten Zwinger versehen. Im Zuge der Stadterweiterung, des Anwachsens der Bevölkerung und mit Beginn der Industrialisierung in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts (zwischen 1829 und 1866), waren die ehemaligen Tore und Verteidigungsanlagen überflüssig und es wurden alle Hauptbestandteile zurückgebaut, abgerissen und anschließend überbaut. Was einen heute kaum zu erkennenden Verlauf der Stadtbefestigung zur Folge hat und nur noch an den erhaltenen gebliebenen Resten und historischen Aufzeichnungen nachvollzogen werden kann.

Lage { "type": "FeatureCollection", "features": [

"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "attraction", "marker-color": "46ea5f", "marker-size": "medium", "title": "(A) An der Stadtmauer", "description": "An der Stadtmauer" }, "geometry":

"type": "Point", "coordinates": [12.13651, 51.05226]

},

"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "attraction", "marker-color": "46ea5f", "marker-size": "medium", "title": "(B) ehemalige Wallanlagen am Wendischen Berg", "description": "Wendischer Berg" }, "geometry":

"type": "Point", "coordinates": [12.13726, 51.05149]

},

"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "monument-JP", "marker-color": "46ea5f", "marker-size": "medium", "title": "(1) Ecke Neumarktstr./Schützenstr./Wendischer Berg - Standort ehem. Wendisches Tor", "description": "150px" }, "geometry":

"type": "Point", "coordinates": [12.13890, 51.05028]

},

"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "monument-JP", "marker-color": "46ea5f", "marker-size": "medium", "title": "(C) Wohnturm, Parzellenstraße 1 - ehem. Stadtturm", "description": "150px" }, "geometry":

"type": "Point", "coordinates": [12.13880, 51.04890]

},

"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "monument-JP", "marker-color": "46ea5f", "marker-size": "medium", "title": "(2) Voigstmauer - Standort ehem. Vogsttor (bis 16.Jh.)", "description": "150px" }, "geometry":

"type": "Point", "coordinates": [12.13859, 51.04872]

},

"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "building-alt1", "marker-color": "46ea5f", "marker-size": "medium", "title": "(3) Torhaus, Kalkstraße - Standort ehem. Kalktor", "description": "150px" }, "geometry":

"type": "Point", "coordinates": [12.13815, 51.04770]

},

"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "monument-JP", "marker-color": "46ea5f", "marker-size": "medium", "title": "(D) Wohnturm, Steinsgraben 41 - ehem. Stadtturm", "description": "150px" }, "geometry":

"type": "Point", "coordinates": [12.13727, 51.04733]

},

"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "building-alt1", "marker-color": "46ea5f", "marker-size": "medium", "title": "(E) Turmuntergeschoß, Freiheit 13", "description": "150px" }, "geometry":

"type": "Point", "coordinates": [12.13699, 51.04748]

},

"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "attraction", "marker-color": "46ea5f", "marker-size": "medium", "title": "(F) Freiheit - gut erhaltenes Stadtmauerstück", "description": "150px" }, "geometry":

"type": "Point", "coordinates": [12.13594, 51.04776]

},

"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "attraction", "marker-color": "46ea5f", "marker-size": "medium", "title": "(G) Rathausgarten - Stadtmauerreste mit rekonstruierter Wehrgang", "description": "150px" }, "geometry":

"type": "Point", "coordinates": [12.13457, 51.04824]

},

"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "attraction", "marker-color": "46ea5f", "marker-size": "medium", "title": "(H) Rothestr./Westseite Kloster - Stadt- und Klostermauerreste mit rekonstruierter Treppe", "description": "150px" }, "geometry":

"type": "Point", "coordinates": [12.13133, 51.04848]

},

"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "observation-tower", "marker-color": "46ea5f", "marker-size": "medium", "title": "(4) Steintorturm, Brühl/Steinstraße - Standort ehem. Steintor", "description": "150px" }, "geometry":

"type": "Point", "coordinates": [12.12996, 51.04823]

},

"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "attraction", "marker-color": "46ea5f", "marker-size": "medium", "title": "(I) Steinstraße (Wochenbett) - gut erhaltenes Stadtmauerstück", "description": "150px" }, "geometry":

"type": "Point", "coordinates": [12.12881, 51.04841]

},

"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "cemetery", "marker-color": "46ea5f", "marker-size": "medium", "title": "(5) Eingang Unterer Johannisfriedhof(neben)/Brühl 17 - Standort ehem. Stephanstor", "description": "150px" }, "geometry":

"type": "Point", "coordinates": [12.12719, 51.04934]

},

"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "bridge", "marker-color": "46ea5f", "marker-size": "medium", "title": "(J)-1 Schloss Moritzburg - rekonstruierter Wallgraben, Turm & Mauer (Ostseite)", "description": "150px" }, "geometry":

"type": "Point", "coordinates": [12.12769, 51.05032]

},

"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "bridge", "marker-color": "46ea5f", "marker-size": "medium", "title": "(J)-2 Schloss Moritzburg - rekonstruierte Wallgrabenanlage, Türme & Brücke (Westseite)", "description": "150px" }, "geometry":

"type": "Point", "coordinates": [12.12489, 51.05084]

},

"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "watermill", "marker-color": "46ea5f", "marker-size": "medium", "title": "(6) Mittelmühle - Standort ehem. Peterstor", "description": "150px" }, "geometry":

"type": "Point", "coordinates": [12.12857, 51.05132]

},

"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "attraction", "marker-color": "46ea5f", "marker-size": "medium", "title": "(K) Nordmauer - ehemalige Außenmauer Domfreiheit zwischen Peterstor und Badstubentor", "description": "150px" }, "geometry":

"type": "Point", "coordinates": [12.12897, 51.05093]

},

"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "attraction", "marker-color": "46ea5f", "marker-size": "medium", "title": "(7) Nicolaistr./Turmstr./Stiftsberg. - Standort ehem. Badstubentor", "description": "150px" }, "geometry":

"type": "Point", "coordinates": [12.12992, 51.05082]

},

"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "observation-tower", "marker-color": "46ea5f", "marker-size": "medium", "title": "(L) Wohnturm, Turmstraße 3 - ehem. Stadtmauerturm", "description": "150px" }, "geometry":

"type": "Point",