{| class="float-right" style="border: 1px solid #808080; background: #EFEFEF; font-size: 85%; margin-top: 0" cellspacing="2" cellpadding="2" |- |colspan="2" style="text-align:center; background:#D3D3D3"| 25px|verweis=Regenbogentrikot Straßenradsport-Weltmeisterschaften 2024 |- |colspan="2" style="text-align:center"| |- | Veranstalter | Union Cycliste Internationale |- | Sportart | Straßenradsport |- | Gastgeber | Zürich |- | Datum | 22.–29. September 2024
| Wettbewerbe | 13 |- | Offizielle Website | zurich2024.com |- |style="text-align:left; background:#D3D3D3"| ← Glasgow 2023 |style="text-align:right; background:#D3D3D3"| Kigali 2025 → |} mini|Eröffnungsfeier auf dem Sechseläutenplatz Die Strassenradsport-Weltmeisterschaften 2024 fanden vom 21. bis 29. September 2024 um und in Zürich im Rahmen der 2024 UCI Road and Para-cycling Road World Championships statt. Die Strassen-Weltmeisterschaften bestanden aus 11 Entscheidungen mit 13 Medaillenvergaben. Für die Qualifikation galten die üblichen Kriterien.
Parallel wurden am selben Ort die Paracycling-Strassenweltmeisterschaften 2024 als integraler Bestandteil der Championships ausgetragen, was ein Novum darstellte. Die 2024 UCI Road and Para-cycling Road World Championships waren der grösste Sportanlass in der Schweiz seit der Fussball-Europameisterschaft 2008.
Beim Strassenrennen der Juniorinnen am 26. September starb die 18-jährige Schweizerin Muriel Furrer nach einem Sturz.
Auswirkungen vor Ort mini|alt=Ein Bild eines Traktors mit einem Anhänger voller Heuballen. In den Heuballen stecken Schuhe und Fahrradteile, als ob sie mit hoher Geschwindigkeit hineingefahren wären. Darüber ein Transparent mit der Aufschrift «Wenn das UCI schlecht informiert».|Protest von Anrainern Wegen der Routenführung und der dadurch entstehenden Behinderungen (Strassensperrungen von fünf Uhr morgens bis 19 Uhr abends) gab es im Vorfeld viel Kritik. Gegen das Verkehrskonzept gab es allein in der Stadt Zürich Dutzende von Einsprachen von Spitalleitungen und Gewerbetreibenden. Das Kinderspital und einige Personen legten Rekurs ein, nachdem der Stadtrat im Juli 2023 die Einsprachen abgelehnt hatte. Anfang Oktober 2023 konnte eine Einigung mit dem Kinderspital und der Mehrheit der übrigen Rekurrenten erzielt werden. Das öV-Konzept wurde nachgebessert.
Für die WM mussten 40 Fußgängerinseln ab- und wiederaufgebaut werden. Rund 1800 freiwillige Helfer waren an der Durchführung der insgesamt 53 Rennen beteiligt. Das Budget betrug rund 22 Millionen Schweizer Franken. Gemäss den Organisatoren beliefen sich die Einnahmen auf rund 19 Millionen Schweizer Franken, die Ausgaben jedoch auf 23,5 Millionen Schweizer Franken. Für das Defizit von rund 4,5 Millionen Schweizer Franken sollen nun die Stadt Zürich und der Kanton Zürich aufkommen.
Bezüglich des Zuschauerzuspruchs waren die 2024 UCI Road and Para-cycling Road World Championships der grösste Sportanlass in der Schweiz seit der Fussball-Europameisterschaft 2008: Nachdem im Vorfeld 850.000 Zuschauer erwartet worden waren, sollen es schließlich geschätzt 1,2 Millionen Menschen gewesen sein, die die Rennen live vor Ort verfolgten.
Nach der WM war das Fazit von Gewerbe und Gastronomie in Zürich und den Gemeinden am See eher negativ: Gewerbetreibende meldeten Umsatzverluste, manche Geschäfte schlossen, da sie während der WM nicht erreichbar waren, ganz. Die Hotellerie wiederum konnte von der WM kaum profitieren, so Michael Böhler, Präsident des Zürcher Hotellerie Vereins. Der Stadtzürcher Sportvorsteher Filippo Leutenegger (FDP) zog eine durchwachsene Bilanz: «Der Anlass war hervorragend organisiert, aber er dauerte zu lange.» Die ausländischen Teams seien allerdings von der tadellosen Organisation in Zürich angetan gewesen.
Die Gemeinden Erlenbach und Zumikon haben dem Organisationskomitee im Dezember 2024 Rechnungen über zusammen ca. 75'000 Franken geschickt für ungedeckte Aufwendungen vor allem im Sicherheitsbereich. Das Organisationskomitee wies diese Forderungen mangels Rechtsgrundlage zurück.
Tödlicher Unfall mini|Gedenkstätte für Muriel Furrer in Zürich Beim Strassenrennen der Juniorinnen am 26. September erlitt die 18-jährige Schweizerin Muriel Furrer durch einen Sturz bei Starkregen auf der Schmalzgruebstrasse im Wald von Küsnacht ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und erlag am Tag darauf ihren Verletzungen. Ein Schweizer Rennfahrer hatte die kurvenreiche Abfahrt der Schmalzgrueb-Passage zuvor als abgelegenste des ganzen Circuit bezeichnet. Erst im Jahr zuvor war der 26-jährige Schweizer Fahrer Gino Mäder während der Tour de Suisse nach einem Sturz gestorben.
Olivier Senn, Sportlicher Leiter der WM: «Es hat in letzter Zeit definitiv zu viele Todesfälle gegeben.» Man habe der UCI mitgeteilt, dass sich in Sachen Sicherheit etwas bewegen müsse. So habe man keinen Zugriff auf die GPS-Daten der Fahrerinnen und Fahrer gehabt. Muriel Furrer habe nach ihrem Sturz lange verletzt unentdeckt abseits der Strecke gelegen; für solche Fälle sei GPS-Tracking eine Lösung. Bei der Tour de Suisse 2025 kamen erstmals Tracker zum Einsatz, wofür aufwändige neue Systeme entwickelt wurden.
Die Statsanwaltschaft geht von einem Selbstunfall aus. Den Organisatoren des Anlasses könne kein strafrechtlich relevantes Verhalten vorgeworfen werden, weshalb die Untersuchungen Ende März 2026 eingestellt wurden.
Kurs Das Wettbewerbsprogramm war gegenüber den Vorjahren unverändert. In den sechs Kategorien Elite, U23 und Junioren (jeweils Männer und Frauen) gab es Strassenrennen und Einzelzeitfahren. Bei den Frauen starteten wie schon im Vorjahr die Fahrerinnen der Elite und der U23 jeweils gemeinsam, die U23-Fahrerinnen nahmen dabei an der Elite-Wertung und zusätzlich an einer gesonderten U23-Wertung teil. Ausserdem gab es eine Mixed-Staffel.
Die Höhenprofile der Strecken wurden am Rande der Strassenradsport-Weltmeisterschaften 2023 bekanntgegeben, die genauen Streckenpläne im März 2024.
mini|Werbeplakate für die Weltmeisterschaft entlang der Zielgeraden am Sechseläutenplatz in Zürich im September 2023 Alle Rennen endeten am Bellevue/Sechseläutenplatz in Zürichs Innenstadt. Die Strecken verliefen mehrheitlich im Südosten von Zürich im Pfannenstielgebiet und Zürcher Oberland. Das Gebiet war schon von der Meisterschaft von Zürich und anderen Rennen bekannt.
Startorte waren der Sechseläutenplatz, Uster, Gossau, Winterthur und die offene Rennbahn in Zürich-Oerlikon.
Strassenrennen
Herzstück der Strassenrennen war der Rundkurs (siehe unten), der zum Schluss befahren wurde, je nach Kategorie unterschiedlich oft.
Männer Elite Das Eliterennen der Herren wurde in Winterthur gestartet. Nach einer Runde durchs Weinland (ca. 40 Kilometer und 400 Höhenmeter) folgte eine Überführung nach Zürich mit einem sehr steilen Anstieg nach Kyburg (150 Meter auf weniger als 1400 Meter; durchschnittlich 12 %, maximal 16 % Steigung) und einem Anstieg von Maur nach Binz (). Danach folgten sieben Passagen des Rundkurses. Mit 274 Kilometern war es die längste Strecke an Weltmeisterschaften seit 1982 respektive seit 1981, wenn man noch den neutralisierten Start hinzuzählte.
Übrige Strassenrennen Die anderen Strassenrennen begannen in Uster und umrundeten ein- oder zweimal den Greifensee. Von Maur ging es die Pfannenstiel-Kette nach Binz hoch, wo auf den Rundkurs eingebogen wurde.
Rundkurs mini|Die australischen Fahrer beim Mixed Team-Zeitfahren auf dem Limmatquai zu Beginn des Rundkurses mini|Kurzer steiler Anstieg nach der Tobelmüli Der Rundkurs, von den Organisatoren City Circuit genannt, wurde bei allen Strassenrennen genutzt. Er wies ein unruhiges Profil auf mit vielen, teilweise steilen Anstiegen, schnellen Abfahrten, zahlreichen Richtungswechseln und teilweise engen Strässchen. Vom Ziel am Bellevue führte sie über die Quaibrücke, das Stadthausquai und die Münsterbrücke zum Limmatquai, über Mühlegasse und Seilergraben zum Kunsthaus. Darauf folgte ein steiler Anstieg die Zürichbergstrasse hoch (80 Meter auf 1200 Metern; durchschnittlich 8 % und maximal 15 % Steigung) nach Fluntern. Über die Bergstrasse ging es zum Klusplatz hinab, wo der lange Anstieg die Schlyfi hoch nach Witikon folgte (165 Höhenmeter auf vier Kilometern; in den steilen zwei Kilometern durchschnittlich 5,7 % und maximal 9 % Steigung). In Binz folgte ein weiterer, 650 Meter langer Anstieg (35 Höhenmeter). Über den Sennhof führte die Strecke nach Zumikon, wo es bis auf hoch ging. Es folgt eine erste Abfahrt zur Tobelmüli im Küsnachter Tobel, der kurze Aufstieg zur Schmalzgrueb auf dem Küsnachter Berg mit 18 % Steigung und die steile Abfahrt nach Küsnacht. Nach einem weiteren langgezogenen Anstieg ins Zentrum von Zollikon (50 Höhenmeter) ging es nach Tiefenbrunnen hinab und auf der Seestrasse zurück zum Ziel. Der Rundkurs ist 27 Kilometer lang und hat ca. 385 Höhenmeter. mini|ohne|alt=Karte der Schlussrunde|Schlussrunde
Einzelzeitfahren mini|Renngebiet Zürcher Oberland: Pfannenstiel von Gossau aus gesehenDas Zeitfahren der Herrenelite führte von Oerlikon und Dübendorf am Greifensee entlang nach Mönchaltorf. Nach den ersten 20 flachen Kilometern begann kurz nach Mönchaltorf der Anstieg: Über Oetwil am See geht es bei Oberchrüzlen () über die Pfannenstiel-Kette (7,5 Kilometer, 210 Höhenmeter). Nach einer schnellen Abfahrt von 140 Höhenmetern stieg die Strecke nochmals an nach Bergmeilen (1,4 Kilometer, 72 Höhenmeter). Dann ging es in Feldmeilen extrem steil zum Zürichsee hinab (125 Meter auf 1100 Meter). Die letzten zwölf Kilometer führten flach dem See entlang nach Zürich.
Die Zeitfahren der Frauen und der Männer U23 begannen in Gossau und zweigten in Mönchaltorf auf die Route der Elite Männer ein. Die Zeitfahren der Junioren bzw. Juniorinnen begannen am Sechseläutenplatz und führten dem See entlang bis Feldmeilen respektive Erlenbach und wieder zurück.
Mixed-Staffel
Die Mixed-Staffel wurde auf dem Rundkurs der Strassenrennen ausgetragen, der von den Männern wie von den Frauen je einmal durchfahren wurde.
Zeitplan
Das detaillierte Programm wurde im März 2024 bekanntgegeben. Die folgenden Angaben basieren auf den Angaben der Organisatoren.
+ Elite Datum Zeit (MESZ) Wettbewerb Distanz Strecke Höhenmeter Sonntag, 22. September 12:00 Einzelzeitfahren Frauen Elite 29,9 km Gossau – Mönchaltorf – Oetwil a.S. – Oberchrüzlen – Feldmeilen – Küsnacht – Zürich 327 m Sonntag, 22. September 14:45 Einzelzeitfahren Männer Elite 46,1 km Rennbahn Oerlikon – Dübendorf – Maur – Mönchaltorf – Oetwil a.S. – Oberchrüzlen – Feldmeilen – Küsnacht – Zürich 413 m Mittwoch, 25. September 14:00 Mixed-Team-Staffel (Team-Zeitfahren) 53,7 km 2 Mal Rundkurs 948 m Samstag, 28. September 12:45 Straßenrennen Frauen Elite 154,1 km Uster – Maur – Uster – Maur – Binz – Zumikon – Küsnacht – Zürich – 4 Mal Rundkurs 2384 m Sonntag, 29. September 10:30 Straßenrennen Männer Elite 273,9 km Winterthur – Oberwinterthur (Rennfreigabe, km 0) – Seuzach – Hettlingen – Henggart – Flaach – Buch – Neftenbach – Winterthur – Seen – Kyburg – Agasul – Illnau – Gutenswil – Fällanden – Maur – Binz – Zumikon – Küsnacht – Zürich – 7 Mal Rundkurs 4470 m