mini|hochkant=1.8|Flughafen Teneriffa Nord, 2010
Der Flughafen Teneriffa Nord (, bis 1978 Aeropuerto Internacional de los Rodeos; , ) ist nach dem Flughafen Teneriffa Süd – Reina Sofia – der kleinere der beiden internationalen Verkehrsflughäfen auf der spanischen Insel Teneriffa. Das spanische Heer nutzt den Platz als Base de Los Rodeos als Stationierungsort des Batallón de Helicópteros de Canarias (BHELMA VI) seiner Heeresflieger Fuerzas Aeromóviles del Ejército de Tierra (FAMET) und die Luft- und Weltraumstreitkräfte als Aeródromo Militar de Tenerife Norte.El Ejército del Aire crea las bases de León, Pollensa y Lanzarote y modifica su estructura en Canarias y Melilla. Infodefensa.com, 20. März 2025
Geschichte Der Flughafen wurde im Jahr 1946 eröffnet. Im Laufe seiner Geschichte ereigneten sich mehrere schwere Unfälle, nicht zuletzt aufgrund seiner Lage, die häufig zu Scherwinden und dichtem Nebel führt. Hervorzuheben ist hier die Flugzeugkatastrophe von Teneriffa am 27. März 1977, die mit 583 Todesopfern den schwersten Unfall der Luftfahrtgeschichte ohne terroristischen Hintergrund und damit den zweitschwersten Unfall überhaupt darstellt.
Im Jahr 1978 wurde etwa 65 km entfernt bei El Médano der neue Flughafen Teneriffa Süd – Reina Sofia – eröffnet, der seither den größeren Teil des Flugverkehrs der Insel abwickelt; dabei wurde der hiesige Flughafen von „Los Rodeos“ in „Tenerife Norte“ umbenannt. Im Jahr 2024 wurden etwa 33 Prozent des Passagier- und 94 Prozent des Frachtverkehrs der Insel über Teneriffa Nord abgewickelt. Inzwischen ist er auch mit modernster Flugleittechnik ausgerüstet.
Lage und Verkehrsanbindung Der Flughafen liegt auf einem Hochplateau etwa 10 Kilometer westlich der Inselhauptstadt Santa Cruz de Tenerife in der Gemeinde La Laguna.
Flughafenanlagen Start- und Landebahn Der Flughafen Teneriffa Nord verfügt über eine Start- und Landebahn mit der Kennung 12/30, sie ist 3171 Meter lang, 45 Meter breit und hat eine Asphaltdecke.GCXO Tenerife Norte/C. De La Laguna Airport abgerufen am 30. Mai 2023
Passagierterminal Das Passagierterminal des Flughafens hat eine Kapazität von 6,5 Millionen Passagieren pro Jahr. Es verfügt über 16 Flugsteige und sechs Fluggastbrücken.
Fluggesellschaften und Ziele Teneriffa Nord wird aus dem deutschsprachigen Raum nicht direkt angeflogen. Umsteigeverbindungen bestehen u. a. über Madrid und über Gran Canaria.
Insgesamt werden 26 Ziele von 11 Fluggesellschaften angeflogen. Überwiegend werden Inlandsziele bedient, darunter auch die anderen Kanarischen Inseln.
Verkehrszahlen
+ Verkehrszahlen des Aeropuerto de Tenerife Norte 2000–2024 Jahr Fluggast-aufkommen Luftfracht(Tonnen) Flug-bewegungen 2024* 6.762.702 12.862 82.063 2023 6.120.505 11.561 75.199 2022 5.566.245 13.166 68.988 2021 3.840.160 11.884 54.581 2020 2.796.788 9.648 46.103 2019 5.839.638 12.596 75.388 2018 5.492.324 12.689 73.236 2017 4.706.827 13.233 61.102 2016 4.219.633 12.427 55.669 2015 3.815.316 12.819 53.260 2014 3.633.030 13.991 52.694 2013 3.524.470 13.494 49.289 2012 3.717.944 14.778 55.789 2011 4.095.103 15.745 62.604 2010 4.051.356 15.938 61.605 2009 4.054.147 18.305 62.776 2008 4.236.615 20.782 67.800 2007 4.125.131 25.169 65.843 2006 4.025.601 23.194 65.297 2005 3.754.513 22.163 60.235 2004 3.368.988 23.647 56.592 2003 2.919.087 23.842 53.718 2002 2.486.227 21.148 48.785 2001 2.511.277 21.060 49.132 2000 2.411.100 22.463 48.902 * 2024: Vorläufige Daten
Zwischenfälle Von 1956 bis Juni 2023 ereigneten sich auf dem Flughafen und in seiner Umgebung 13 Totalverluste von Flugzeugen. Dabei kamen 952 Menschen ums Leben. Vollständige Liste:
Am 29. September 1956 stürzte eine SNCASE Languedoc (Luftfahrzeugkennzeichen EC-AKV) der Aviaco auf einem Flug von Málaga bei der Landung in ein Haus in der Nähe des Flughafens. Alle 38 Flugzeuginsassen überlebten, jedoch wurde eine Person am Boden getötet.Unfallbericht Languedoc EC-AKV, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. Januar 2016.Air-Britain Archive: Casualty compendium part 68 (englisch), März 1998, S. 98/26.
Am 19. September 1962 wurde eine Douglas DC-3/C-47A-20-DK der spanischen Iberia (EC-AGO) auf dem Flughafen Teneriffa Nord irreparabel beschädigt. Über Personenschäden ist nichts bekannt.
Am 17. März 1964 wurde eine Douglas DC-3/C-47A-1-DK der Spanischen Luftstreitkräfte (T.3-1) gegen den Berg La Esperanza (Teneriffa) geflogen, rund 5 Kilometer vor dem Zielflughafen. Die Maschine befand sich bei schlechtem Wetter im Anflug auf den Flughafen Teneriffa Nord. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) überlebten alle 16 Passagiere, jedoch wurden vier der fünf Besatzungsmitglieder getötet.
Am 8. Februar 1965 verunglückte eine Douglas DC-7C der Scandinavian Airlines (SE-CCC) auf dem Flughafen Teneriffa-Los Rodeos beim Start zu einem Flug nach Kopenhagen. Nach dem Abheben sank die Maschine wieder zurück auf die Startbahn, weil das Fahrwerk zu früh eingefahren wurde. Das Flugzeug fing Feuer und wurde zerstört, jedoch konnten vorher alle 84 Passagiere und 7 Besatzungsmitglieder die Maschine verlassen.Unfallbericht DC-7C SE-CCC, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 26. August 2020.
Am 5. Mai 1965 verunglückte eine Lockheed L-1049G Super Constellation der Iberia (EC-AIN) aus Madrid kommend beim Landeanflug. Nach einem missglückten Landeversuch bei schlechtem Wetter kollidierte die Maschine beim Durchstarten 50 Meter neben der Landebahn mit einem Bulldozer und zerschellte auf einem Acker. 30 der 49 Menschen an Bord kamen dabei ums Leben.Unfallbericht L-1049 EC-AIN, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 21. Januar 2016.
Am 7. Dezember 1965 geriet eine Douglas DC-3 der Spantax (EC-ARZ) nach dem Start ins Trudeln und stürzte fast senkrecht ab. Alle 32 Insassen kamen ums Leben.Unfallbericht DC-3 EC-ARZ, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. Januar 2016.
Am 16. September 1966 musste eine von Spantax für Iberia betriebene Douglas DC-3/C-47 (EC-ACX) kurz nach dem Start wegen eines Triebwerkschadens im Meer notwassern. Von den 27 Personen an Bord konnten sich 26 aus der langsam sinkenden Maschine retten; ein Passagier weigerte sich, das Flugzeug zu verlassen (siehe auch Iberia-Flug 261).Unfallbericht DC-3 EC-ACX, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 21. Januar 2016.
Am 3. Dezember 1972 ereignete sich der schwerste Unfall mit einer Convair CV-990. Auf dem Flug nach München-Riem geriet die Spantax EC-BZR während des Starts bei nahezu Null Sicht in etwa 90 Metern Höhe außer Kontrolle, überschlug sich und zerschellte schließlich am Boden. Alle 148 Passagiere, überwiegend deutsche Urlauber, und sieben Besatzungsmitglieder starben (siehe Spantax-Flug 275).Unfallbericht CV-990 EC-BZR, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 20. Januar 2016.
Am 27. März 1977 starben bei einer Kollision zweier Boeing 747 „Jumbo Jets“ 583 Menschen, als eine ohne Startfreigabe gestartete Boeing 747 der KLM (PH-BUF) mit einer noch auf der Startbahn befindlichen Pan Am-Maschine desselben Typs (N736PA) zusammenstieß. Mitursächlich für die bisher schwerste Katastrophe in der Zivilluftfahrt ohne terroristischen Hintergrund waren unter anderem das damals fehlende Bodenradar bei dichtem Nebel sowie der irreguläre Start der KLM-Maschine aufgrund einer falsch interpretierten Funkmeldung durch den Tower seitens der KLM Besatzung (siehe auch Flugzeugkatastrophe von Teneriffa). mini|Die im Februar 1978 auf Teneriffa verunglückte Boeing 707 der Sabena
Am 15. Februar 1978 setzte eine Boeing 707 der Sabena (OO-SJE) vor der Landebahn auf, wobei das Bugfahrwerk kollabierte und das Flugzeug rund 1000 Meter über die Bahn rutschte, bis es seitlich davon abkam. Drei der 196 Insassen wurden leicht verletzt. Die Maschine brannte aus.707 Flight International, 25. Februar 1978, S. 484, (englisch), abgerufen am 13. September 2016.Unfallbericht B-707 OO-SJE, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 13. September 2016.
Am 25. April 1980 starben alle 146 Menschen an Bord, als eine aus Manchester kommende Boeing 727-46 der britischen Dan-Air (G-BDAN) beim Landeanflug auf den Flughafen Teneriffa/Los Rodeos gegen einen Berg geflogen wurde (CFIT, Controlled flight into terrain). Als Ursachen wurden Navigationsfehler seitens der Piloten und unklare Informationen seitens der Flugsicherung festgestellt. Alle 146 Insassen kamen ums Leben.Unfallbericht B-727-100 G-BDAN, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 6. Februar 2019.
Weblinks
Offizielle Website des Flughafens (deutsch, englisch, spanisch) Offizielle Website des Betreibers (englisch, spanisch)
Einzelnachweise
Teneriffa Nord Teneriffa Nord Teneriffa Nord Kategorie:Verkehrsbauwerk auf Teneriffa Kategorie:Erbaut 1946 Kategorie:San Cristóbal de La Laguna