Der Distrikt Muhanga () ist einer von acht Distrikten in der Südprovinz von Ruanda.
Geographie { "type": "ExternalData", "service": "geoshape", "ids": "Q2632789", "properties": { "fill-opacity": 0.1,"stroke": "#600000" } } mini|Blick über Muhanga|alt=Blick von einer Anhöhe hinunter auf eine belebte Straße mit einem zweistöckigen Gebäude und einer Tankstelle. Im Hintergrund ist ein mit Häusern bebauter Hügel der Stadt.
Der Distrikt hat eine Gesamtfläche von 647,7 km² und unterteilt sich in 12 Sektoren, 63 Zellen und 331 Dörfer. Die Sektoren sind Cyeza, Kabacuzi, Kibangu, Kiyumba, Muhanga, Mushishiro, Nyabinoni, Nyamabuye, Nyarusange, Rongi, Rugendabari und Shyogwe. Nachbardistrikte sind Gakenke im Norden, Kamonyi im Osten, Ruhango im Süden, Karongi im Südwesten und Ngororero im Westen.
Hauptstadt ist Muhanga (früher Gitarama). Die Westgrenze des Distrikts bildet der Fluss Nyabarongo und die Südgrenze der Biriganya.
Im Westen des Sektors Rongi befindet sich der etwa 152 Hektar große Busagawald. Dieser wird von BirdLife International als neueste der acht Important Bird Areas in Ruanda gelistet, nachdem dort im Jahr 2022 nistende Kappengeier (Necrosyrtes monachus) beobachtet wurden, die von der IUCN („Weltnaturschutzunion“) global als vom Aussterben bedroht eingestuft werden.
Der jährliche Gesamtniederschlag liegt bei rund 1200 mm.
Bevölkerung Nach der Volkszählung von 2022 beträgt die Einwohnerzahl 358.433 und die Anzahl der Haushalte 93.241 bei einer Durchschnittsgröße von 3,8 Personen. Der Bevölkerungstrend ist zunehmend.
+ Flächen und Entwicklung der Einwohnerzahlen Fläche [km²] 2002 2012 2022DistriktMuhanga 648,3 287.219 319.141358.433SektorCyeza 57,03 30.209 34.540Kabacuzi 75,78 25.440 28.192Kibangu 47,77 20.028 20.326Kiyumba 59,37 21.766 23.364Muhanga 62,12 25.819 28.700Mushishiro 53,06 20.200 21.071Nyabinoni 39,29 16.780 16.253Nyamabuye 29,71 44.645 59.961Nyarusange 61,74 25.712 28.308Rongi 81,98 26.851 29.389Rugendabari 42,75 16.920 17.363Shyogwe 36,02 44.771 50.966
Politik Bürgermeisterin ist Jacqueline Kayitare. 2021 wurde sie für eine weitere Amtszeit wiedergewählt.
Kultur und Geschichte mini|Kathedralbasilika Unserer Lieben Frau in Kabgayi|alt=Frontalansicht des aus Backstein gebauten Kirchengebäudes.
In Kabgayi südlich von Muhanga befindet sich die Kathedralbasilika Unserer Lieben Frau, die 1905 von der Ordensgemeinschaft der Weißen Väter errichtet wurde. Das Gebiet von Ruanda war damals Teil der Kolonie Deutsch-Ostafrika. Papst Johannes Paul II. besuchte die Kathedrale am 8. September 1990 und erhob sie am 22. Oktober 1992 in den Rang einer Basilica minor.
Unweit dieser befindet sich am Ort eines Massengrabes eine Gedenkstätte an den Völkermord in Ruanda von 1994. Nach dem Völkermord wurde bei Muhanga das Gefängnis Gitarama als eines von elf Gefängnissen des Landes mit Verdächtigen belegt.
Gesundheitswesen
Im Distrikt befinden sich zwei öffentliche Krankenhäuser: das Kabgayi Level Two Teaching Hospital im Sektor Nyamabuye und das Nyabikenke District Hospital im Sektor Kiyumba.
Wirtschaft und Verkehr mini|Nationalstraße 1 in Muhanga (2013)
Laut der Volkszählung von 2022 betreiben 79,5 % der Haushalte im Distrikt Landwirtschaft, mit 74 % Ackerbau sowie 67,1 % Viehhaltung. Angebaute Kulturpflanzen sind dabei in absteigender Häufigkeit unter anderem Süßkartoffeln, Maniok, Obst, Bohnen sowie Yams und Taro. An Vieh werden vor allem Kühe, Schweine, Ziegen und Hühner gehalten.
Durch den äußersten Süden des Distrikts verläuft in Ost-West-Richtung die Nationalstraße 15. Diese trifft im Osten im Ort Muhanga innerhalb des Sektors Nyamabuye auf die etwa in Südwest-Nordost-Richtung verlaufende Nationalstraße 1. Von der Nationalstraße 15 geht zudem Richtung Nordwesten die Nationalstraße 16 ab. Diese drei Nationalstraßen sind asphaltiert. Stand 2022 nicht asphaltiert ist dagegen die Nationalstraße 17, die von der Nationalstraße 1 abgehend in Nord-Süd-Richtung durch den Osten des Distrikts verläuft. Durch den Distrikt führen zudem mehrere, ebenfalls nicht asphaltierte District Roads.
Weblinks
Einzelnachweise
Muhanga