Breydin ist eine amtsangehörige Gemeinde im Landkreis Barnim in Brandenburg. Sie wird vom Amt Biesenthal-Barnim verwaltet.

Gemeindegliederung Die Gemeinde Breydin umfasst die Ortsteile Trampe und Tuchen-Klobbicke. Hinzu kommen die Wohnplätze Karlshof, Klobbicke, Mittelmühle, Neue Mühle und Tuchen.

Geschichte Burg Breydin (Breden) wurde 1308 als Hof in den schriftlichen Urkunden erstmals erwähnt. Zu dieser bäuerlichen Ansiedlung gehörten 16 Hufen Wirtschaftsland. Im Landbuch Karls IV. werden die Orte Trampe, Tuchen Klobbicke, die heute zur Gemeinde Breydin (1998 gegründet) gehören, erstmals gemeinsam 1375 in der Liste der Burgen geführt. Der Name Breden bedeutet nach Aussage des Brandenburger Namenbuches „Ort an einem Übergang (Furt)“ oder „Übergang an einem Fluss“. Besitzer waren die Kleinadligen von Wulkow und ab 1412 die von Sparr. Die Burg lag 6 km südlich der landesherrlichen Ebersburg in Eberswalde. Letztmals wurde Burg Breydin 1527 genannt. Überreste der Ruine aus dem 13. Jahrhundert wurden im Gutspark Trampe ergraben.Website Burg Breydin und Schlosspark Trampe e. V.

mini|Gutshaus Trampe

Das Gut Trampe gehörte von 1412 bis 1771 der Familie von Sparr, danach folgte Friedrich Wilhelm von Wartenberg und von 1802 bis zur Bodenreform 1945 die Familie von der Schulenburg. Das 1657 errichtete Gutshaus wurde 1773 unter Friedrich Wilhelm von Wartenberg im Barockstil umgebaut und hat durch Überformungen in den 1960er Jahren seine heutige Form erhalten. Im 18. Jahrhundert war der zugehörige Garten eine regelmäßig geometrisch gestaltete Anlage, deren Hauptachse vom Herrenhaus in den westlich gelegenen Tiergarten führte. Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts entstand mit der Umgestaltung des alten Gartens und der Neugestaltung eines wesentlich größeren Areals der landschaftlich gestaltete Gutspark, der sich in seinen Grundzügen in wesentlichen Teilen bis in die heutige Zeit erhalten hat.

Trampe, Tuchen und Klobbicke gehörten seit 1817 zum Kreis Oberbarnim in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Eberswalde im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder). Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Barnim.

Die Gemeinde Breydin entstand am 27. September 1998 aus dem Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Trampe und Tuchen-Klobbicke.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998 Letztere wiederum entstand aus einem Zusammenschluss der Orte Tuchen und Klobbicke 1973, beurkundet am 19. Mai 1974.Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt

Bevölkerungsentwicklung Jahr Trampe Tuchen-Klobbicke Jahr Breydin Jahr Breydin1981 438 359 1998 827 2021 8031990 435 307 2000 817 2022 8301995 441 352 2005 860 2023 8221997 451 358 2010 820 2024 807 2015 781 2025 812 2020 801 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel (PDF) S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember). Ab 2011 auf Basis des Zensus 2011. Ab 2022 auf Basis des Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Breydin besteht aus zehn Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 77,6 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Pro Breydin – – 50,0 % 5 Interessengemeinschaft Breydin 33,6 % 3 28,3 % 3 SPD 19,5 % 2 15,9 % 2 FDP – – 5,9 % – Bauernverband Barnim 46,9 % 5 – – Insgesamt 100 % 10 100 % 10

Bürgermeister 1998–2003: Herbert Wagner (parteilos) 2003–2008: Roland Gottschalk (PDS)Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 22. 2008–2019: Peter Schmidt (SPD)Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 28.09.2008. Bürgermeisterwahlen, S. 8. 2019: Dietmar Schmidt 2020–2024: Petra Lietzau (SPD) seit 2024: Thomas Höhns (Pro Breydin)

Dietmar Schmidt wurde am 26. Mai 2019 ohne Gegenkandidat mit 81,0 Prozent der gültigen Stimmen gewählt. Er trat im November 2019 von seinem Amt zurück. Petra Lietzau wurde von der Gemeindevertretung am 16. März 2020 zu seiner Nachfolgerin gewählt.

Höhns wurde am 9. September 2024 mit 59,5 % der gültigen Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Breydin Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)

Sehenswürdigkeiten hochkant|mini|Kirche Tuchen Fachwerkkirche Tuchen ist entwidmet und gehört der Gemeinde Breydin, sie wird auch Hochzeitskirche genannt und wird für Gottesdienste, öffentliche Konzerte und sonstige Feierlichkeiten der Gemeinde genutzt.Nachrichten aus den Ortsteilen. In: Amtsblatt für die Gemeinde Wandlitz. 11. September 2010, S. 42. Eiche in Trampe mit einem Brusthöhenumfang von 8,02 m (2016).

Die Liste der Baudenkmale in Breydin und die Liste der Bodendenkmale in Breydin enthalten die geschützten Kulturdenkmäler aus der Denkmalliste des Landes Brandenburg.

Verkehr Breydin liegt mit seinem Ortsteil Trampe an der B 168 etwa 7 km südlich der Kreisstadt Eberswalde.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Georg Friedrich von Tempelhoff (1737–1807), Militärwissenschaftler, geboren auf Gut Trampe

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten Friedrich Wilhelm von Wartenberg (1725–1807), preußischer Generalleutnant, gestorben auf Gut Trampe

Siehe auch Liste der Flurnamen in Breydin

Weblinks

Gemeinde Breydin beim Amt Biesenthal-Barnim

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1308 Kategorie:Gemeindegründung 1998