mini|hochkant=1.2|Gründungsmitglieder und Professoren des Ukrainischen Wissenschaftlichen Instituts in Berlin. 1. Reihe (von links nach rechts): V. Korostovets, O. Skoropys-Yoltukhovsky, Gen. Groener,Wilhelm Groener (1867–1939), deutscher Militär und Politiker, württembergischer Generalleutnant, 1918 als Erster Generalquartiermeister faktisch der Chef der Obersten Heeresleitung, Reichswehrminister sowie am 8. Oktober 1931 zusätzlich auch noch kommissarischer Reichsminister des Innern (vgl. Buchhandelslink: Herbst-Auktionen, Detmold, Deutschland). Vasmerg, D. Doroschenko, Keller; 2. Reihe: Wladimir Sas-Zaloziecky, V. Lypinsky, I. Mirtschukukrainisch Мірчук Іван, 1927

Das Ukrainische Wissenschaftliche Institut in Berlin (UWI; ) wurde am 10. November 1926 in Berlin auf Initiative von Hetman Pawlo Skoropadskyj (1873–1945) unter Leitung des Historikers und ehemaligen Außenministers der Hetman-Ukraine, Dmytro Doroschenko (1882–1951), mit Unterstützung des deutschen Militärs und Politikers Wilhelm Groener (1867–1939) gegründet. Nach der Besetzung Berlins durch die Rote Armee im Jahr 1945 hörte das Institut auf zu existieren und seine Bibliothek ging zugrunde.

Geschichte Das Institut hatte den Zweck, „die ukrainische Intelligenz mit dem deutschen Geistesleben bekannt zu machen und zu verhindern, dass sie panslawistisch (Prag) oder deutschfeindlich (Krakau) unterrichtet würde“.Nazarii Gutsul: Der Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg und seine Tätigkeit in der Ukraine (1941–1944). Diss. phil. Universität Gießen 2013 (online), S. 56 (Anm. 147) Zu seinen weiteren Aufgaben zählten ferner die Förderung der Ukraine-Forschungen auf den Gebieten der Geschichte, der Politik, der Kunst und der Kultur. Ivan Mirtschukvgl. Ivan Mirtschuk übernahm die Leitung 1931. Deutsche Dienststellen, von deren finanzieller Förderung der ukrainische Trägerverein abhing, förderten das existentielle Gegeneinander der beteiligten ukrainischen Exilgruppen, und setzten einer wissenschaftlichen Ausrichtung des UWI schon 1932 ein Ende. Trotz der Machtergreifung der Nationalsozialisten fand wegen divergierender Interessen der Ministerien und Parteiströmungen keine Gleichschaltung statt. Das UWI war im Kampf der ukrainischen Parteiungen auf finanzielle und programmatische Förderung angewiesen und zeigte sich bereit, opportunistisch mit dem NS-Regime zu kollaborieren.Carsten Kumke: Das Ukrainische Wissenschaftliche Institut in Berlin Zwischen Politik und Wissenschaft. Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, Franz Steiner Verlag, 1995, Neue Folge, Bd. 43, H. 2, S. 253.

1939 wurde Georg Gerullis zum Kurator bestellt. Er kontrollierte dessen Arbeit politisch und koordinierte die Auftragsarbeiten. Zu den Dienstleistungen gehörten im Wesentlichen kriegsbedingte Veröffentlichungen. Dazu gehörte auch das Deutsche und Ukrainische Militärwörterbuch, Militärgeographische Angaben über das europäische Rußland. Ukraine. Ortschaftsverzeichnis. und eine ethnographische Karte.Carsten Kumke: Das Ukrainische Wissenschaftliche Institut in Berlin Zwischen Politik und Wissenschaft. S. 249.

Das Institut veröffentlichte unter anderem die Reihen Abhandlungen des Ukrainischen Wissenschaftlichen Institutes in Berlin und Mitteilungen des Ukrainischen Wissenschaftlichen Institutes in Berlin.

Publikationen (Auswahl) Abhandlungen Mitteilungen Ukrainisch-deutsches Wörterbuch. Im Auftrag des Ukrainischen Wissenschaftlichen Instituts in Berlin bearb. von Zeno Kuzela u. Jaroslau Rudnyćkyj.ukrainisch Рудницький Ярослав-Богдан Антонович Unter Mitw. von Karl H. Meyer. 1943 Lehrbuch der ukrainischen Sprache. Im Auftrage des Ukrainischen Wissenschaftlichen Instituts in Berlin. Rudnyćkyj, Jaroslau. Leipzig: Harrassowitz (3. verb Aufl), 1943 Handbuch der Ukraine. Im Auftrag des Ukrainischen Wissenschaftlichen Instituts in Berlin. J. Mirtschuk (Hrsg.) Leipzig, Harrassowitz, 1941 Geschichte der Ukraine von den Anfängen bis zum Jahre 1920. Krupnyckyj, Borysukrainisch Крупницький Борис Дмитрович. Im Auftrag des Ukrainischen Wissenschaftlichen Instituts in Berlin verfaßt. Mit 4 Karten im Text. 2., durchgesehene Auflage. Otto Harrassowitz, Leipzig, 1943

Siehe auch Liste ukrainischer Historiker Organisation Ukrainischer Nationalisten (Die OUN bis zum Zweiten Weltkrieg)

Literatur Carsten Kumke: Das Ukrainische Wissenschaftliche Institut in Berlin: zwischen Politik und Wissenschaft. In: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, Bd. 43, 2, Wiesbaden, 1995, S. 218–253 (Online-Teilansicht) Basil Kerski, Andrzej Stanisław Kowalczyk (Hrsg.): Ein ukrainischer Kosmopolit mit Berliner Adresse. Gespräche mit Bohdan Osadczuk (Alexander Korab). Fibre, Osnabrück 2004, ISBN 3-929759-77-2 Katrin Boeckh: Stalinismus in der Ukraine: die Rekonstruktion des sowjetischen Systems nach dem Zweiten Weltkrieg. 2007 (Online-Teilansicht) Markus Wolf: Žid – Kritik einer Wortverbannung. Imagologie Israels zwischen staatspolitischem Kalkül und künstlerischer Verfremdung. (= Peter Rehder (Hrsg.): Sagners Slavistische Sammlung 30) Kubon und Sagner, München 2005, ISBN 3-87690-905-8 (Online-Teilansicht)

Weblinks Ukrainian Scientific Institute in Berlin Ukrainische Geschichte in Berlin Ukrainisches Wissenschaftliches Institut (Berlin)

Einzelnachweise und Fußnoten

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