Die Saison 2008/09 des SV Darmstadt 98 war die 111. Saison in der Vereinsgeschichte. Darmstadt 98 trat nach dem Aufstieg aus der viertklassigen Fußball-Oberliga Hessen 2007/08 in der (aufgrund der Einführung der 3. Fußball-Liga 2008/09 nun viertklassigen) Fußball-Regionalliga 2008/09 an.

Im DFB-Pokal 2008/09 erreichten die Lilien die erste Runde, erreichten im Hessenpokal 2008/09 das Finale und gewannen den Regionalpokal 2008/09 sowie den Kreispokal 2008/09.

Verlauf der Saison Personalveränderungen und Saisonvorbereitung Der Neuanfang in der Fußball-Oberliga Hessen 2007/08 hatte dem Verein spürbar gut getan. So blieb auch der Großteil der Oberliga-Erfolgsmannschaft dem Kader in der Regionalliga erhalten, einzig Torhüter Bastian Becker (zum SSV Jahn Regensburg) und Top-Torjäger Sebastian Glasner (zum FC Erzgebirge Aue) konnten nicht gehalten werden und wechselten in die 3. Fußball-Liga 2008/09. Genau andersherum verhielt es sich mit dem erfahrenen Mittelfeldspieler Michael Aničić, dem trotz seiner Siegtreffer im Hessenpokalfinale 2007/08 und klarem Bekenntnis kein neuer Vertrag beim SV Darmstadt 98 angeboten wurde, da man zukunftsorientiert jüngere und kostengünstigere Spieler fördern wollte. Vielversprechende Neuzugänge waren die Mittelfeldspieler Sebastian Szikal und Christoph Weber vom 1. FC Nürnberg, die sich dort in der Fußball-Bundesliga 2007/08 nicht durchsetzen konnten. Auch holte man einige der besten Oberliga-Spieler der Konkurrenten der vergangenen Saison wie die Verteidiger Markus Brüdigam von Viktoria Aschaffenburg oder Marco Betz von Germania Ober-Roden. Neuer Stammtorwart wurde Rainer Adolf vom 1. FSV Mainz 05 II, die Kapitänsbinde übernahm Innenverteidiger Daniel Rasch, U19-Talent Christopher Nguyen bekam einen Vertrag für die erste Mannschaft und die bisherigen Stürmer Elia Soriano, Rudi Hübner und Fabio Eidelwein wurden durch Andreas Baufeldt vom TSV 1860 München II ergänzt.

Im Rahmen der Saisonvorbereitung stellte man ein Tagesturnier im Stadion am Böllenfalltor namens „Hessen-Cup“ auf die Beine, an dem neben dem SV Darmstadt 98 auch die damals höherklassigen Vereine Kickers Offenbach, FSV Frankfurt und SV Wehen Wiesbaden teilnahmen. Das ursprünglich für mehrere Saisons angedachte Event wurde jedoch aufgrund des unterwältigenden Interesses nur einmalig ausgetragen. Neben Freundschaftsspielen gegen Erstligist Bayer 04 Leverkusen (1:4) oder dem internationalen Gegner Hapoel Ramat Gan (2:1) erzielte man beim Zehntligisten TSV Nieder-Ramstadt mit 22:0 ein ungewöhnlich hohes Ergebnis. Im Tagesturnier beim KSV Hessen Kassel erreichte man das Finale gegen den Gastgeber und gewann dort im Elfmeterschießen, indem alle drei Darmstädter Schüsse im Tor landeten, Kassel jedoch mit allen drei Elfmetern am Darmstädter Torhüter Rainer Adolf scheiterte.

Hinrunde Am 10. August 2008 bestritten die Lilien ihr Erstrundenspiel im DFB-Pokal 2008/09, für welches sie sich durch den Gewinn des Hessenpokals 2007/08 qualifiziert hatten. Gegen den Zweitligisten SV Wehen Wiesbaden verlor man mit 0:2. Auch der Ligastart verlief holprig, nach einem Unentschieden gegen den SC Pfullendorf konnte erst im sechsten Spiel, gegen FC Eintracht Bamberg, gewonnen werden. Die Form der Darmstädter besserte sich aber im Laufe der Hinrunde, die mit Siegen gegen die SpVgg Unterhaching II (3:1) und den Karlsruher SC II (2:0) abgeschlossen wurde. Im letzten Spiel für die Lilien von Fabio Eidelwein, dessen Wintertransfer zurück in die Oberliga Hessen zum TSV Eintracht Stadtallendorf bereits feststand, erzielte dieser zum Abschied gegen den Karlsruher SC II in der 90. Minute den 2:0-Endstand. Auch Sebastian Heß, Davide Faga und Christoph Weber konnten sich in der Regionalliga nicht durchsetzen und verließen den Verein.

Rückrunde Wichtigster Winterzugang war Mittelfeldspieler Sven Sökler vom SSV Reutlingen 05, der die Mannschaft verstärkte. Auch Emmanuel Peterson, der bei der U23-Mannschaft SV Darmstadt 98 II in der sechstklassigen Verbandsliga Hessen Süd mit vielen Toren und guten Leistungen auf sich aufmerksam machte, wurde in die Regionalligamannschaft geholt, konnte seine Leistungen dort jedoch nicht abrufen. Zum Heimspiel gegen den SSV Ulm 1846 mobilisierten die Fans möglichst viele Zuschauer zu einem „Rekordspiel“, um den Rekord der höchsten Zuschauerzahl in der vierten Liga zu brechen. So kamen am 7. März 2009 insgesamt 11.100 Zuschauer ins Stadion am Böllenfalltor, die Zeuge davon wurden, wie der SV Darmstadt 98 mit 0:4 gegen Ulm verlor und somit keine ideale Werbung für die laufende Saison machte.

Trainer Gerhard Kleppinger hatte bereits in der Winterpause angekündigt, zur Saison 2009/10 zum Zweitligisten FSV Frankfurt zu wechseln und dort den Posten als Co-Trainer zu übernehmen. Neuer Cheftrainer ab der Saison 2009/10 sollte Živojin Juškić werden, der von 2000 bis 2007 für den SV Darmstadt 98 spielte und seit 2007 als Co-Trainer mit Kleppinger zusammenarbeitete. Als die Lilien nach 7 Spielen in der Rückrunde nur einen Sieg, ein Unentschieden und fünf Niederlagen verbuchen konnten, wurde der Trainerwechsel vorgezogen und am 21. April 2009 Živojin Juškić als neuer Cheftrainer im Amt bestätigt. Der Einstand gegen den Rivalen SV Waldhof Mannheim ging mit 1:1 unentschieden aus. In den 9 Spielen bis zum Saisonende konnte Juškić mit zwei Siegen, drei Unentschieden und vier Niederlagen die Regionalligasaison 2008/09 auf Platz 15 mit 37 Punkten abschließen, womit die Klasse gehalten wurde; Unabhängig davon, dass sowohl Viktoria Aschaffenburg als auch der TSV Großbardorf beide keine erneute Regionalligalizenz beantragten und den Zwangsabstieg in die fünftklassige Oberliga wählten. Vor dem einzigen sportlichen Abstiegsplatz 18, den die SpVgg Unterhaching II mit 17 Punkten belegte, hatte Darmstadt dementsprechend 20 Punkte Vorsprung.

Brisanter war zum Saisonende hin der Hessenpokal 2008/09, da sich wie immer nur der Sieger dieses Wettbewerbs am DFB-Pokal des Folgejahres qualifizierte. Hatte in den Vorjahren 2006, 2007 und 2008 stets der SV Darmstadt 98 den Hessenpokal gewonnen und am DFB-Pokal teilgenommen, so traf man in dieser Saison im Finale auf den Drittligisten Kickers Offenbach, der nach seinem Abstieg aus der 2. Bundesliga ebenfalls am Hessenpokal teilnehmen musste. Statt auf neutralem Boden wurde das Hessenpokalfinale am 27. Mai 2009 beim klassenhöheren Offenbach im Stadion am Bieberer Berg ausgetragen. Überraschend kam dabei Christian Wiesner zum Einsatz, der bereits in der Vorsaison nach einer gegnerischen Grätsche am 4. April 2008 beim Oberligaspiel gegen den 1. FC Schwalmstadt so schwer mit Schien- und Wadenbeinbrüchen verletzt wurde, dass er seither ausfiel und über die gesamte Saison 2008/09 auch nicht berücksichtigt wurde. Trainer Juškić hielt die Genesung nach 13 Monaten zunächst geheim und berücksichtigte Wiesner auch in der Regionalliga nicht, um im wichtigen Hessenpokal eine „Geheimwaffe“ zu haben. Tatsächlich machte Überraschungs-Rückkehrer Christian Wiesner ein überragendes Spiel, welches jedoch dennoch beim Drittligisten Offenbach mit 0:1 verloren wurde, weswegen sich die Darmstädter nicht für den DFB-Pokal 2009/10 qualifizierten.

Personalien Sportliche Leitung und Vereinsführung Name Funktion Trainer- und Betreuerstab Gerhard Kleppinger(bis 20.04.2009)Cheftrainer Živojin Juškić(ab 21.04.2009) Ferenc RottTorwart-Trainer Tom EilersSportmanager Michael WeingartMannschaftsarzt Helmut KochBetreuer Präsidium Hans KesslerPräsident Helmut ZeitträgerVize-Präsident Peter Haas Albert FilbertFinanzen Wolfgang ArnoldAmateurabteilungen

Kader Kader Saison 2008/09 Nr. Spieler Nat. Geburtsdatum vorheriger Verein Ligaspiele Ligatore Torhüter1 Rainer Adolf 13.12.1984 1. FSV Mainz 05 32 021 Dennis Fromm 21.05.1987 Rot-Weiß Frankfurt 2 0 Abwehr2 Patrick Neumann 26.03.1976 SSV Ulm 1846 26 13 Michael Bodnar 02.01.1982 SV Waldhof Mannheim 25 04 Marco Betz 11.08.1986 Germania Ober-Roden 8 015 Daniel Rasch 06.04.1981 RSV Würges 12 118 Christian Wiesner 22.09.1981 SpVgg Bayreuth 0 022 Pascal Pellowski 18.12.1988 SC Viktoria Griesheim 28 033 Christian Remmers 19.02.1984 MSV Duisburg 28 061 George Worcester 28.02.1991 Eigene Jugend 1 0 Mittelfeld5 Krisztián Szollár 30.08.1980 Preußen Münster 28 16 Davide Faga 24.11.1987 Eintracht Frankfurt 0 07 Sebastian Heß 21.10.1987 TuS Mechtersheim 1 07 Sven Sökler 09.11.1984 SSV Reutlingen 14 210 David Kienast 01.04.1989 VfB Stuttgart 18 211 Nikola Jovanovic 19.11.1973 FSV Frankfurt 28 616 Simon Schmidt 14.01.1984 Viktoria Aschaffenburg 25 219 Sebastian Szikal 17.11.1986 1. FC Nürnberg 29 326 Christoph Weber 26.08.1986 1. FC Nürnberg 7 045 Blerton Muca 11.02.1990 Eigene Jugend 4 034 Christopher Nguyen 13.01.1988 Eigene Jugend 25 139 Silas Rauschmayr 25.05.1987 Kickers Offenbach 7 047 Muharrem Reka 16.03.1990 TSV Nieder-Ramstadt 1 0 Angriff9 Fabio Eidelwein 13.06.1975 SC Waldgirmes 14 113 Elia Soriano 26.06.1989 TSG 1846 Darmstadt 29 1214 Rudi Hübner 15.06.1986 Viktoria Griesheim 30 420 Alvano Kröh 11.07.1985 SV Erzhausen 13 123 Andreas Baufeldt 15.03.1984 TSV 1860 München 31 635 Emmanuel Peterson 31.03.1986 VfL Schwerte 4 046 Ali Kandemir 11.04.1990 Eigene Jugend 3 0

Transfers Transfers Winter 2008/09 Zugänge Winter 2008/09 Abgänge Winter 2008/09 Emmanuel Peterson SV Darmstadt 98 II Sven Sökler SSV Reutlingen 05 Fabio Eidelwein TSV Eintracht Stadtallendorf Davide Faga Jacksonville Northsiders FC Sebastian Heß Rot-Weiss Frankfurt Christoph Weber SpVgg Greuther Fürth II

Transfers Sommer 2008 Zugänge Sommer 2008 Abgänge Sommer 2008 Rainer Adolf 1. FSV Mainz 05 II Andreas Baufeldt TSV 1860 München II Marco Betz Germania Ober-Roden Dennis Fromm KSV Baunatal David Kienast VfB Stuttgart U19 Patrick Neumann SSV Ulm 1846 Christopher Nguyen SV Darmstadt 98 U19 Sebastian Szikal 1. FC Nürnberg Christoph Weber 1. FC Nürnberg Michael Aničić Wormatia Worms Faouzi Atmani Vereinslos Bastian Becker SSV Jahn Regensburg Christian Eckerlin Vereinslos Sebastian Glasner FC Erzgebirge Aue Abdelkader Jellouli Viktoria Urberach Ahmet Sahinler SV Darmstadt 98 II Christoph Stahl FSV Hollenbach Jörg Staniczek SV Sandhausen

Spiele Regionalliga Süd

Die Tabelle listet alle Spiele des Vereins in der Fußball-Regionalliga 2008/09 auf. Siege sind grün, Unentschieden sind gelb und Niederlagen sind rot hinterlegt.