Stuart Christopher John Broad, CBE (* 24. Juni 1986 in Nottingham, Vereinigtes Königreich) ist ein englischer Cricketspieler, der zwischen 2007 und 2023 für die englische Nationalmannschaft spielte.

Kindheit und Ausbildung Broads Vater Chris Broad war selbst Test-Cricketspieler für das englische Team und später internationaler Umpire. Er war Teil des englischen U19-Teams.

Aktive Karriere Anfänge in der Nationalmannschaft Im Sommer 2005 gab er sein First-Class-Debüt für Leicestershire, bevor er im Februar 2006 für die A-Nationalmannschaft des englischen Teams bei der Tour in Indien nominiert wurde. Sein Debüt in der Nationalmannschaft folgte dann bei der Tour gegen Pakistan im August 2006. Dort absolvierte er sein erstes Twenty20 und ODI. Im dritten ODI der Serie gelangen ihm 3 Wickets für 57 Runs. Daraufhin wurde er vom Cricket Writers’ Club als junger Spieler des Jahres ausgezeichnet. Er fand dann keine Aufnahme in das Team für die Ashes im folgenden Winter und auch für den Cricket World Cup 2007 blieb er unberücksichtigt. Es sollte ein Jahr dauern, bis er wieder im Team stand. Gegen die West Indies gelangen ihm dort 3 Wickets für 20 Runs im zweiten ODI. Daraufhin wurde er für die ICC World Twenty20 2007 nominiert und konnte dort mit 3 Wickets für 37 Runs gegen den Gastgeber Südafrika in der Super-8-Runde, die jedoch nicht zum Sieg ausreichten. Das englische Team schied dann in der Runde sieglos aus. Nachdem er in der folgenden ODI-Serie gegen Indien 4 Wickets für 51 Runs erzielte und als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde, etablierte er sich fest im Nationalteam. Nach der Saison wechselte er in der County Championship zu Nottinghamshire.

Die Saison 2007/08 begann er bei einer ODI-Serie in Sri Lanka, bei dem ihm nach vier Spielen mit jeweils zwei Wickets im abschließenden ODI 3 Wickets für 36 Runs gelangen. Beim zweiten Spiel der dazugehörigen Test-Serie folgte dann sein Test-Debüt. Daraufhin reiste er nach Neuseeland weiter. Hier eröffnete er die ODI-Serie mit drei Wickets (3/32) und auf im dritten Test gelangen ihm 3 Wickets für 54 Runs. Der Sommer 2008 begann dann mit dem Gegenbesuch der neuseeländischen Mannschaft. Hier gelang ihm im dritten Test sein erstes internationales Fifty über 64 Runs. Dem folgte Südafrika, wo er dann zwei Fifties (76 und 67* Runs) in den ersten beiden Tests erzielte und im dritten drei Wickets (3/44) erreichte. In der ODI-Serie gelang ihm dann sein erstes Five-for (5/23), wofür er als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde.

Twenty20-Weltmeister und Etablierung im Team Im November reiste er nach Indien, wo er in den ODIs vier Wickets (4/55) erzielte. In den West Indies, wo das Team ab dem Februar 2009 verweilte, begann er die Test-Serie mit einem Fife-for (5/85). Im weiteren Verlauf der Serie gelangen ihm dann noch zwei Mal drei Wickets (3/69 und 3/67). Auch in der zugehörigen ODI-Serie folgten dann zwei Mal drei Wickets (3/41 und 3/62). Zurück in England trafen sie erneut auf die West indies und Broad konnte neben zwei Mal drei Wickets in den Tests (3/64 und 3/62) vier Wickets (4/46) in den ODIs erreichen. Es folgte der ICC World Twenty20 2009, bei dem er gegen Pakistan 3 Wickets für 17 Runs erzielte und so das überstehen der Vorrunde sicherte. Nach dem Turnier verblieb Australien für die Ashes Tour 2009 in England und Broad gelangen im vierten Test sechs Wickets (6/91). Jedoch verlor England das Spiel und so kam es zum Entscheidungsspiel im Oval. Dort konnte er mir fünf Wickets (5/37) den Sieg einleiten, wofür er als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde.

Die Saison 2009/10 begann dann mit der ICC Champions Trophy 2009 in Südafrika. Hier erzielte er jeweils drei Wickets gegen Sri Lanka (3/49) und den Gastgeber (3/67), bevor ihm vier Wickets gegen Neuseeland gelangen. Das Team verblieb in Südafrika für eine Tour und Broad hatte mit einer Schulterverletzung zu kämpfen. Die ODI-Serie begann er dann mit 4 Wickets für 71 Runs. In der Test-Serie gelangen ihm dann ein Mal vier (4/43) und ein Mal drei (3/83) Wickets. Im Mai 2010 gelangen ihm bei der ICC World Twenty20 2010 in allen drei Spielen der Super-8-Runde jeweils zwei Wickets. Im Halbfinale gegen Sri Lanka wurde er für 2 Wickets für 21 Runs als Spieler des Spiels ausgezeichnet. Im Finale setzte sich England dann gegen Australien durch und gewann die Weltmeisterschaft. In einer ODI-Serie gegen Australien im Sommer konnte er zwei Mal vier Wickets (4/44 und 4/64) erreichen und wurde dafür ein Mal ausgezeichnet. Gegen Pakistan konnte er im zweiten Test 4 Wickets für 38 Runs erreichen. Im vierten Test verlor England zahlreiche frühe Wickets und es war dann Broad, der sich an der Seite von Jonathan Trott als neunter Schlagmann etablieren konnte. Zusammen gelang ihnen eine Partnerschaft über 332 Runs, bevor Broad dann nach einem Century über 169 Runs aus 297 Bällen sein Wicket verlor und das Spiel drehte. Dafür wurde er als Spieler des Spiels ausgezeichnet. In der ODI-Serie gelang ihm dann noch ein Mal vier (4/81) und ein Mal drei (3/25) Wickets.

Aufstieg zum Twenty20-Kapitän mini|Broad nach Spieler des Spiels Auszeichnung gegen Pakistan (2010) Bei der Ashes Tour 2010/11 riss er sich im zweiten Test einen Bauchmuskel und musste die Tour abbrechen. Seine Genesung schritt voran, so dass er für den Cricket World Cup 2011 wieder im Team stand. Dort konnte er jedoch nur drei Spiele, nachdem er nach 4 Wickets für 15 Runs gegen Südafrika auf Grund einer Muskelverletzung aus dem Turnier ausscheiden musste. Daraufhin verpasste er auch seinen Einsatz bei der Indian Premier League 2011, wo er von den Kings XI Punjab gedraftet war. Im Mai 2011 war er wieder für die Test-Serie gegen Sri Lanka im Team und ihm gelang ein Fifty über 54 Runs im zweiten Spiel. Im Twenty20 der Tour wurde er erstmals als Kapitän eingesetzt. Jedoch schwächelte er als Bowler während der Tour und erhielt eine Geldstrafe für offenes zeigen für Unstimmigkeiten gegenüber dem Umpire. Daraufhin folgte eine weitere Serie gegen Indien. Dort musste er um seinen Platz im Kader gegen Tim Bresnan kämpfen, wobei er sich durchsetzen konnte. Daraufhin erreichte er imm ersten Test sieben Wicket (4/37 und 3/57) und ein Fifty (74* Runs), womit den Sieg einleitete. Im zweiten Test folgten dann neben einem weiteren Fifty (64 Runs) 6 Wickets für 46 Runs im ersten innings, wofür er als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde. Nachdem er im dritten Test dann noch ein Mal vier Wickets (4/53) erreichte, wurde er als Spieler der Serie ausgezeichnet. Im Januar 2012 gelang ihm gegen Pakistan ein Fifty über 58* Runs und zwei Mal vier Wickets (4/47 und 4/36). In der ODI-Serie konnte er noch ein Mal 3 Wickets für 42 Runs erreichen. Die weitere Saison war von Verletzungen geprägt und er verpasste auf Grund einer Wadenverletzung erneut die Indian Premier League.

Der Sommer 2012 begann mit einer Zour gegen die West Indies, bei dem ihm insgesamt 11 Wickets (7/72 und 4/93) im ersten Test gelangen, wofür er als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde. Gegen Südafrika konnte er im zweiten Test insgesamt acht Wickets (3/96 und 5/69) erreichen. Daraufhin führte er das Team zum ICC World Twenty20 2012. Im letzten Spiel der Super-8-Runde erreichte er 3 Wickets für 32 Runs gegen Sri lanka, was jedoch nicht zum Sieg reichte, womit England aus dem Turnier ausschied. Nach einer Fersenverletzung die immer wieder aufbrach, konnte er nur bedingt bei der Tour in Indien eingesetzt werden. Im Februar konnte er dann wieder in Neuseeland eingesetzt werden. In den twenty20s gelangen ihm 3 Wickets für 32 Runs und 4 Wickets für 24 Runs, womit er half den Seriensieg zu sichern. In den Tests gelangen ihm drei Wickets (3/118) im ersten und sechs Wickets (6/51) im zweiten Test. Zurück in England kam Neuseeland zum Gegenbesuch und Broad gelangen im ersten Test 7 Wickets für 44 Runs, wofür er als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde.

Konzentration auf Test-Cricket mini|Broad beim Bowling bei der Champions Trophy (2013) Bei der ICC Champions Trophy 2013 zeigte er seine beste Leistung im Halbfinale gegen Südafrika, als er 3 Wickets für 50 Runs erzielte. Damit konnte England das Finale erreichen, wo sie gegen Indien unterlagen. Bei der folgenden Ashes-Serie konnte er nach einem Fifty im ersten Spiel (65 Runs) im vierten Test mit insgesamt 11 Wickets (5/71 und 6/50) den entscheidenden Sieg zum Seriengewinn ermöglichen und wurde dafür als Spieler des Spiels ausgezeichnet. Im abschließenden Test folgten dann noch ein Mal 4 Wickets für 43 Runs. Die Saison 2013/14 war dann von der Ashes Tour 2013/14 in Australien geprägt. Hier begann er mit 6 Wickets für 81 Runs im ersten Test, bevor dann in den folgenden drei Spielen je ein Mal drei Wickets (3/98, 3/100, 3/45) folgten. In der ODI-Serie (3/31) und Twenty20-Serie konnte er nochmal jeweils ein Mal drei Wickets erreichen. Bei der folgenden ODI-Serie in den West Indies war er bei allen drei Spielen Kapitän. Als solcher reiste er auch mit dem Twenty20-Team nach Bangladesch. Dort hatte die Mannschaft beim ICC World Twenty20 2014 einen schlechten Auftritt. Broad erreichte im letzten Gruppenspiel gegen die Niederlande 3 wickets für 24 Runs, was jedoch nicht zum Sieg reichte. Auch schied England vorzeitig in der Super-10-Runde aus. Daraufhin wurde seine Position als Kapitän und sein Platz im Twenty20-Team generell in Frage gestellt und es sollte das letzte Spiel in diesem Format für ihn gewesen sein.

Im Sommer 2014 erreichte er in der Test-Serie gegen Sri Lanka zwei Mal drei Wickets. Gegen Indien erreichte er drei Wickets (3/66) im dritten Test, bevor er im vierten mit 6 Wickets für 25 Runs als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde, als er den Innings-Sieg ermöglichte. Nach der Tour unterzog er sich einer Knieoperation, woraufhin er mehrere Monate ausfiel. Für die Vorbereitung auf den Cricket World Cup 2015 war er wieder fit. Bei einem Drei-Nationen-Turnier in Australien erzielte er gegen den Gastgeber 3 Wickets für 55 Runs, hatte ansonsten jedoch eher schwache Leistungen gezeigt. Bei der Weltmeisterschaft selbst war seine beste Leistung 2 Wickets für 66 Runs im ersten Spiel gegen Australien, aber ansonsten blieb er glanzlos. Dies stellte seine Form generell in Frage, da es vor allem die Geschwindigkeit, mit der er bowlte, war, die nicht an die Erwartungen heranreichte. Darum wurde er in der Folge aus dem ODI-Team gestrichen.

Broad und Anderson dominieren das englische Test-Bowling Nach der Weltmeisterschaft reiste das englische Team in die West Indies, wo Broad im zweiten Test 4 Wickets für 61 Runs erzielte. Der Sommer begann dann mit dem Besuch der neuseeländischen Mannschaft. Im ersten Test gelangen ihm insgesamt sechs Wickets (3/77 und 3/50) und im zweiten ein Five-for (5/109). Bei den folgenden Ashes erzielte er in den ersten beiden Tests drei (3/39) und vier (4/83) Wickets, bevor er im vierten Spiel 8 Wickets für 15 Runs erzielte und als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde. Zu Beginn der Saison 2015/16 traf er auf Pakistan, wo ihm im dritten Test drei wickets (3/44) gelangen. Im Dezember reiste er weiter nach Südafrika, wo er vier Wickets (4/25) im ersten und 6 Wickets für 17 Runs im dritten Test erreichte, wofür er als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde und den Seriensieg ermöglichte. Dabei erreichte er erstmals den ersten Platz der Test-Bowler-Weltranliste des Weltverbandes. Auch wurde er noch ein Mal in den ODI-Kader berufen, doch, als er dort keinen Einfluss nehmen konnte, waren es die letzten Spiele in diesem Format für ihn.