Eva Hassmann, auch Eva Haßmann, (* 29. Dezember 1972 in Herford) ist eine deutsche Schauspielerin, Regisseurin, Autorin, Produzentin und Fotografin. Einem breiten Publikum wurde sie vor allem in ihrer Rolle der Melly in Terence Hills Westernkomödie Die Troublemaker und der attraktiven Agentin Sonja in der Kinokomödie Otto – Der Katastrofenfilm bekannt.
Leben Frühe Jahre und Ausbildung Eva Hassmann nahm im Alter von neun Jahren Ballett-, Stepptanz- und Gesangsunterricht in Oldenburg. Erste kleinere Schauspielrollen am Staatstheater Oldenburg erhielt sie durch ihre Mitwirkung in einer freien Theatergruppe. Nach dem Abitur zog sie nach Berlin und studierte Tanz, Gesang, Sprechen und Schauspiel u. a. am Lee Strasberg Theatre and Film Institute in Los Angeles, Ivana Chubbuck Studio sowie Regie an der UCLA.
Film, Fernsehen und Fotografie Ihr Filmdebüt gab Hassmann 1994 in dem Filmdrama Einfach nur Liebe unter der Regie von Peter Timm. International bekannt wurde sie im gleichen Jahr mit ihrer Rolle der Melly in Terence Hills Westernkomödie Die Troublemaker, die Hills letzte Zusammenarbeit mit Bud Spencer war. Seitdem wirkte sie in einer Vielzahl an Film- und Fernsehproduktionen. Große Aufmerksamkeit brachte ihr im Jahr 2000 die Hauptrolle der attraktiven Agentin Sonja in der Kinokomödie Otto – Der Katastrofenfilm. Danach spielte sie im deutsch-schweizerischen Episodenfilm Weihnachten (2002) von Marc-Andreas Bochert, in Oskar Roehlers Horrorfilm Fahr zur Hölle, Schwester! (2002), eine der Titelrollen in Manfred Stelzers Ein Engel und Paul oder in dem Doku-Drama Speer und Er (2004), wo sie Hitlers Geliebte Eva Braun darstellte. In der dreiteiligen ZDF-Fernsehreihe Pommery übernahm sie von 2002 bis 2006 die durchgehende Hauptrolle der Jasmin Fischbach.
Für den Kurzfilm Mad Lane (2006) schrieb Eva Hassmann das Drehbuch und war zugleich Produzentin, Regisseurin und Hauptdarstellerin. Mad Lane lief auf internationalen und nationalen Filmfestivals – unter anderem auf den Internationalen Hofer-Filmtagen (2006) und dem Filmfestival Max Ophüls (2007) – und bekam 2006 auf dem Sacramento International Film Festival den Kurzfilmpreis für die beste Regie. In Veit Helmers Kinderfilm Quatsch und die Nasenbärbande war sie 2014 als TV-Journalistin auf der Kinoleinwand zu sehen. Ihren ersten Spielfilm Willie and Me, in dem sie neben der Regie auch die Produktion, das Drehbuch und die Hauptrolle übernahm, stellte sie 2023 auf dem Internationalen Filmfest Oldenburg vor.
Zudem arbeitet Hassmann als freie Fotografin. Ihre ersten öffentlichen Arbeiten präsentierte sie 2013 in der Ausstellung Independence Day in Kooperation mit der argentinischen Künstlerin Flavia Da Rin, in den Bötzow-Hallen Berlin. Mittels Selbstauslöser inszenierte sie unterschiedliche Frauenrollen, an unterschiedlichen Orten der USA.
Privates Eva Hassmann lernte 1995 bei der deutschen Filmpremiere von Die Troublemaker den Komiker Otto Waalkes kennen und heiratete ihn am 4. September 2000 in Jork. Nachdem sie 2011 ihr Beziehungsende verkündeten, wurde die Ehe am 22. November 2012 rechtskräftig geschieden. Sie lebt in Los Angeles.
Filmografie Filme 1994: Einfach nur Liebe 1994: Die Troublemaker 1995: Wer Kollegen hat, braucht keine Feinde 1996: Unbeständig und kühl 1996: Der Tourist 1996: Der kalte Finger 1996: Alle haben geschwiegen 1996: Das erste Mal 1997: Trickser 1997: Der Coup 1998: Todfeinde – Die falsche Entscheidung 1999: Gierig 1999: Männer sind wie Schokolade 2000: Otto – Der Katastrofenfilm 2000: Blondine sucht Millionär fürs Leben 2001: Honolulu 2001: Das Glück sitzt auf dem Dach 2002: Detective Lovelorn und die Rache des Pharao 2002: Der Mann von nebenan 2002: Fahr zur Hölle, Schwester! 2002: Weihnachten 2003: Ein Engel und Paul 2004: Endlich Sex! 2004: Tödlicher Umweg 2005: Brautpaar auf Probe 2005: Speer und Er (Dreiteiler) 2006: Papa und Mama (Zweiteiler) 2006: Mad Lane (Kurzfilm, auch Buch und Regie) 2006: Meine bezaubernde Nanny 2006: Meine bezaubernde Feindin 2007: Vater auf der Flucht 2008: Immer Wirbel um Marie 2014: Quatsch und die Nasenbärbande 2023: Willie and Me (auch Drehbuch und Regie)
Fernsehserien und -reihen 1994: Ein Bayer auf Rügen (2 Folgen) 1994: Drei zum Verlieben (Folge 1x11 Armer reicher Mann) 1995: Tatort: Falsches Alibi (Fernsehreihe) 1996: Kommissar Rex (Folge 3x11 Mord à la carte) 1997: Einsatz Hamburg Süd (Folge 1x12 Willkommen im Club) 1998: Im Namen des Gesetzes (Folge 3x11 Der dritte Stich) 1998: Tatort: Gefallene Engel (Fernsehreihe) 1998: Ein Fall für zwei (Folge 18x10 Fahrt zur Hölle) 2002–2006: Pommery (Fernsehreihe, 3 Folgen) 2002: Pommery und Putenbrust 2005: Pommery und Hochzeitstorte 2006: Pommery und Leichenschmaus 2003: Sperling und der Mann im Abseits (Fernsehreihe, Folge 1x13) 2004: Zwei am großen See (Fernsehreihe, Folge 1x01) 2011: Stubbe – Von Fall zu Fall: Querschläger (Fernsehreihe, Folge 4x06) 2012: SOKO Stuttgart (Folge 3x17 Tödliches Idyll)
Literatur Manfred Hobsch, Ralf Krämer, Klaus Rathje: Filmszene D. Die 250 wichtigsten jungen deutschen Stars aus Kino und TV. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-511-2, S. 168 f.
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Einzelnachweise
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