Tannenwalde ist ein verlassener Ort im Rajon Krasnosnamensk der russischen Oblast Kaliningrad.
Die Ortsstelle befindet sich vier Kilometer östlich von Pobedino (Schillehnen/Schillfelde), wobei sich der ehemalige Ortsteil Cziunken direkt an der Grenze zu Litauen an der Scheschuppe befindet.
Geschichte mini|Die Gemeinde Tannenwalde mit seinem Ortsteil Cziunken auf zwei Messtischblättern von 1927 und 1936 Der Ort Dannenwalde wurde 1770 gegründet.Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Tannenwalde Es handelte sich dabei um einen kölmischen Ort.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 26. In der Folge wurde dort ein Gut eingerichtet. 1874 wurde der Gutsbezirk Tannenwalde (zunächst auch noch Dannenwalde genannt) in den neu gebildeten Amtsbezirk Wisborienen im Kreis Pillkallen eingegliedert.Rolf Jehke, Amtsbezirk Grenzhöhe 1928 wurde der Gutsbezirk Tannenwalde mit dem Gutsbezirk Cziunken (s. u.) zur Landgemeinde Tannenwalde zusammengeschlossen. 1945 kam der Ort in Folge des Zweiten Weltkrieges mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Einen russischen Namen erhielt er nicht mehr.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 30 1871 44 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 60 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 35 davon 7 litauischsprachige 1910 56 1925Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, Band 67, 1927 66 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 98 einschließlich Cziunken 1939 99
Cziunken Der Ort wurde 1738 gegründet und zunächst mit Schunckern und Schuncken bezeichnet.Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Cziunken Um 1780 war Czunken ein kölmisches Dorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 25. In der Folge wurde auch hier ein Gut eingerichtet. 1874 kam auch der Gutsbezirk Cziunken in den Amtsbezirk Wisborienen. 1928 erfolgte dann die Eingliederung in die Landgemeinde Tannenwalde. Dort wurde ab 1938 der Name des Ortsteils nicht mehr verwendet.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867 41 1871 75 1885 88 davon 5 Juden 1905 45 davon 3 litauischsprachige 1910 38 1925 47
Kirche Tannenwalde und Cziunken gehörten zum evangelischen Kirchspiel Schillehnen. Die katholische Minderheit (1905 insgesamt 6 Bewohner) war bis 1930 in Bilderweitschen und dann in Schillehnen eingepfarrt.
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung im Rajon Krasnosnamensk