Die MaljowanzenAuch Malewanzen, Maljowanzü, Maljowanschtschina, Maljowannische Bewegung, Maljowantzi, Malevantsy u. a. (vgl. K. K. Grass: Die russischen Sekten, Bd. I, S. 524 ff. u. a.) ( / Maljowanzy, wiss. Transliteration ; / Maljowanzi, wiss. Transliteration ) sind eine russische bzw. ukrainische Glaubensgemeinschaft, die im Russischen Kaiserreich seit den 1880er Jahren in der Ukraine und Belarus ansässig war, seit etwa 1890 im Gouvernement Kiew nachweisbar.Raskólniken (Meyers 1905)

mini|Kondrati Maljowanny (in der Mitte) und Anhänger seiner Lehren

Einführung Ihr Stifter Kondrati Maljowanny, wiss. Transliteration (1844–1913), der sich selbst zum Christus erklärte, wurde 1844 im Gouvernement Kiew geboren. Er gehörte zunächst für mehrere Jahre den Stundisten an. Die christliche Gemeinschaft der Maljowanzen entstand Ende des 19. Jahrhunderts in der Ukraine. Sie hat viel gemeinsam mit den Chlysten, Pfingstlern, Baptisten. Sie kritisierten den Staat und die offizielle orthodoxe Kirche, und sie wurden verfolgt. Nach der Revolution von 1905–1907 schlossen sie sich den Tolstoianern an.gufo.me: Малеванцы

In einem Artikel des katholischen Allgemeines Literaturblatts aus dem Jahr 1905 wird ihr Glaube folgendermaßen beschrieben:

Der Gründer der Glaubensgemeinschaft wurde für psychisch krank erklärt und mehrfach in psychiatrische Kliniken eingewiesen.etnolog.ru: Малеванцы

Bei der Schilderung von Teilen ihres religiösen Lebens übernimmt der Psychiater Emil Kraepelin eine Schilderung von Iwan Sikorski (1842–1919):

Über die medizinische Prüfung der Psychiater Sikorski in Kiew und W. Bechterew in Kasan, bei denen sich der Begründer in Behandlung befand, urteilt Karl Konrad Grass (wobei seine Beurteilung der von Jassewitsch-Borodajewskajarussisch Варвара Ивановна Ясевич-Бородаевская folgt), dass sie „die Sache einseitig vom pathologischen Gesichtspunkt behandelt“ hätten: „Vieles, was sie bloss als Aeusserung religiösen Wahnsinns hinstellen, ist alte chlüstische Anschauung.“K. K. Grass, I, S. 526, Anm. 1

Siehe auch Liste christlicher Gemeinschaften in Russland

Literatur Karl Konrad Grass: Die russischen Sekten (I/II): Band I: Die Gottesleute oder Chlüsten nebst Skakunen, Maljowanzü, Panijaschkowzü u. a. Leipzig: Hinrichs 1907 S. 524 ff. (Die Schtundo-Chlüsten und Maljowanzü 524–561: a) Maljowannü 526–532 b) Die Ausbreitung der Maljowanschtschina 532–537 c) Ekstatische Zustände bei den Maljowanzü 538–552 d) Die Lehre der Maljowanzü 552–561) Paul Birukoff: Maljowanzy. Geschichte einer Sekte. 1905 (russisch) Olena Zaichenko: Protestant evangelical groups during the 1930–1940 repressions (The case of malyovanian sectarians from the Chornogorodka village in the Makarov district). December 2019. Ukrainian Religious Studies. (Abstract) Augustin Arndt: Die Sekten der russischen Kirche. Zeitschrift für katholische Theologie, Vol. 38, No. 4 (1914), pp. 723–778 (Online-Teilansicht) St.: Die Maljowantzi. Hefte zum Christlichen Orient. Orient Mission E.V. Vlg., Berlin 1904,

Peter Brock: Against the Draft: Essays on Conscientious Objection from the Radical Reformation to the Second World War. 2006 (Online-Teilansicht) Albert W. Wardin: On the Edge: Baptists and Other Free Church Evangelicals in Tsarist Russia, 1855–1917. 2013 (Online-Teilansicht)

Weblinks

Малеванщина – В. С. Булгаков (russisch) психиатрической больнице святого Николая Чудотворца (russisch) Малеванцы (russisch)

Einzelnachweise und Fußnoten

Kategorie:Christentum (Russisches Kaiserreich) Kategorie:Christentumsgeschichte (Ukraine) Kategorie:Freikirche