mini|Ehrengrab Knieriems als Obelisk auf dem Alten Friedhof Limmer
Johann Claus KnieriemTorsten Bachmann: Linden. Streifzüge durch die Geschichte, Sutton, Erfurt 2012, ISBN 978-3-95400-112-5, S. 46–47; Vorschau über Google-Bücher oder Johann KnierimKarl Heinz Jahnke et al. (Hrsg.): Gegen Reaktion und Ausbeutung, in dies.: Geschichte der Freien Deutschen Jugend, 2., durchgesehene Auflage, hrsg. im Auftrag des Zentralrats der FDJ, Berlin: Verlag Neues Leben, 1983, S. 9ff.; hier: S. 16; Vorschau über Google-Bücher (geboren 3. Juni 1857 in Hitzerode; gestorben 29. Oktober 1884 in Hannover) war ein deutscher Fabrikarbeiter und politischo. V.: Knieriem, Johann in der Datenbank Niedersächsische Personen (Neueingabe erforderlich) der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 27. Juli 2023 in der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP) engagiert.Abweichend wurde Knieriem als „einer der führenden Jungen Sozialisten“ bezeichnet; ein Hinweis auf die spätere Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), die aber unter diesem Namen erst ab 1890 so genannt wurde; vergleiche Karin van Schwartzenberg (Verantw.), Stephanus Fischer (Text): (als PDF-Dokument), Faltblatt mit Service-Telefon-Nummern, hrsg. von der Landeshauptstadt Hannover – der Oberbürgermeister, Fachbereich Umwelt und Stadtgrün, Bereich Städtische Friedhöfe, Sachgebiet Verwaltung und Kundendienst, 2010 Er kam als Verfolgter der frühen Arbeiterbewegung im Zuge der Sozialistengesetze ums Leben.
Leben Johann Knieriem wurde zur Zeit des Königreichs Hannover in dem ländlich geprägten Hitzerode im heutigen Kreis Eschwege als Sohn des Schlachters Georg Knieriem und dessen Ehefrau Anna Catharine Walter geboren.Helmut Zimmermann: „Er wollte Friede, Freiheit, Recht...“, in ders.: Hannöversche Porträts. Lebensbilder aus sieben Jahrhunderten. Illustriert von Rainer Ossi Osswald. Harenberg, Hannover 1983, S. 94f.
Im Zuge der Industrialisierung fand er Arbeit in einer Fabrik in Limmer vor Hannover. Noch jung und unverheiratet engagierte er sich in der frühen Arbeiterbewegung und erwarb sich den Ruf als „einer der führenden Jungen Sozialisten“.Karin van Schwartzenberg (Verantw.), Stephanus Fischer (Text): (als PDF-Dokument), Faltblatt mit Service-Telefon-Nummern, hrsg. von der Landeshauptstadt Hannover – der Oberbürgermeister, Fachbereich Umwelt und Stadtgrün, Bereich Städtische Friedhöfe, Sachgebiet Verwaltung und Kundendienst, 2010
Nachdem die SAP am 28. Oktober 1884 erstmals „einen beachtlichen Erfolg“ bei der Reichstagswahl 1884 errungen hatte – für den sich Knieriem „bei Tag und Nacht“ eingesetzt hatte – sollte es für den Wahlkreis Hannover-Linden, in dem die Stadt und das Amt Hannover sowie der Ort Linden zusammengefasst waren, am 12. November 1884 zu einer Stichwahl zwischen dem sozialdemokratischen Zigarrenarbeiter Heinrich Meister und dem für die Deutsch-Hannoversche Partei (DHP) kandidierenden Geheimen Regierungsrat Ludwig Brüel kommen. Bei diesen Wahlkampf-Vorbereitungen engagierte sich Knieriem für den SAP-Kandidaten Heinrich Meister. Dies, obwohl durch das Sozialistengesetz von 1878 sozialdemokratische Aktivitäten verboten worden waren, „um größere Mitspracherechte der Arbeiter zu verhindern.“
Aufgrund seines Engagements für die Sozialdemokraten wurde Knieriem von Gendarmen verfolgt. Die genauen Umstände, die zu seinem Tode führten, gingen in der Folge verloren, zumal später das alte hannoversche Gewerkschaftshaus des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes 1933 als erste Einrichtung dieser Art in Deutschland von den Nationalsozialisten überfallen und besetzt worden war.Helmut Knocke: Gewerkschaftshaus des ADGB, heutiger „Tiedthof“. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 221.
So ist bis in jüngste Zeit lediglich überliefert, dass Knieriem Ende Oktober 1884 von Gendarmen im Zuge der Sozialistenverfolgung in „das kalte Wasser der Leine“ gejagt wurde. Dabei zog er sich eine Unterkühlung mit Gehirnentzündung zu, an deren Folgen er schon am Folgetag im Alter von 27 Jahren verstarb.
Knieriem wurde auf dem alten Friedhof in Limmer beigesetzt. Rund „2000 Freunde und Genossen“ versammelten sich ihm zu Ehren für sein letztes Geleit.
Ehrengrab
mini|Inschrift „Er wollte Friede, Freiheit, Recht ... gewidmet von seinen Freunden und Parteigenossen“
Johann Knieriem erhielt auf dem Stadtfriedhof Limmer ein Ehrengrab.Ehrengräber der Landeshauptstadt Hannover auf e-government.hannover-stadt.de, abgerufen am 6. August 2023.
An seiner Grabstätte wurde ein schlanker Obelisk auf niedrigem Sockel aufgestellt; eine der beiden Inschriften nennt den Verstorben „Johann Knierim“ und weist auf die Trauer der „Braut“ (des noch Unverheirateten) und seine Verwandten hin.Inschrift Hier ruht ... Zudem wurde ihm der Obelisk „gewidmet von seinen Freunden und Parteigenossen“Inschrift "Er wollte Friede ..." mit der folgenden Inschrift:
Später wurde Knieriems letzte Ruhestätte zum Ehrengrab erklärt. Es wird von der Landeshauptstadt Hannover als solches entsprechend gepflegt.
Literatur Helmut Zimmermann: Hannöversche Porträts. Lebensbilder aus sieben Jahrhunderten, illustriert von Rainer „Ossi“ Osswald, Hannover: Harenberg 1983, ISBN 3-89042-002-8, S. 94ff.
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Anmerkungen
Einzelnachweise
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