Ada Hirsch-Elias, geborene Hirsch, (* 28. April 1885 in Proßnitz, Markgrafschaft Mähren, Österreich-UngarnLaut Personalmeldebogen der Stadt München wurde Ada Hirsch in Wien geboren, laut einer Internetseite zur Stammbaumforschung ist der Geburtsort Prag – so Autenrieth in ihrer Dissertation zu Ada Hirsch.; † 7. April 1975 in New York City, USA) war eine österreichische Kinderärztin, Mitbegründerin der „Organisation der Ärztinnen Wiens“ und Verfolgte des Naziregimes.

Leben Ada Hirsch war die Tochter des Buchhalters und später leitendem Verwaltungsrat der Prager Papierfabrik A.G., Emil Hirsch, und dessen Ehefrau Katharina Hirsch geb. Eckstein, die aus Wien stammte.Matriken der IKG Wien, Geburtsbuch 1885, Hirsch Ada. Ada Hirsch absolvierte den gymnasialen Zweig des Deutschen Mädchenlyzeums in Prag und begann nach der Matura 1904 mit dem Studium der Medizin an der deutschen Karl-Ferdinands-Universität und setzte dieses in Wien fort. Die Promotion in Wien erfolgte im Jahr 1910. 1913 nahm sie, gemeinsam mit der Ärztin Gertrud Bien, als Referentin an der „Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte“ in Wien teil.Medizinische Klinik, 7.9.1913, S. 2049. 1914 arbeitete sie für kurze Zeit als Volontärin am Dr. von Hauner’schen Kinderspital in München.Andrea Autenrieth (2012): Ärztinnen und Ärzte am Dr. von Hauner’schen Kinderspital, die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung wurden. Dissertation Medizinische Fakultät Ludwig-Maximilians-Universität München. 3.1.3, S. 26. Dissertation Autenrieth Ab 1915 war sie Ärztin am „Karolinen Kinderspital“ und betrieb zeitgleich eine eigene Praxis als Kinderfachärztin in Wien 9, Spitalgasse. Sie wurde Mitglied der „Gesellschaft für Innere Medizin und Kinderheilkunde“ in Wien. Im Ersten Weltkrieg war sie freiwillig als Ärztin nordöstlich von Lemberg in Beresteczko (heute Berestetschko/Ukraine) im Sanitätsdienst eines Epidemiespitals tätig.Walter Mentzel (2023): Aus den medizinhistorischen Beständen der UB MedUni Wien: Ada Hirsch-Elias – Kinder- und Jugendärztin am Jugendamt der Gemeinde Wien, NS-Verfolgte. Digitalisat Dafür wurde sie als erste Ärztin im Juli 1916 mit dem Ritterkreuz des Franz-Josephs-Ordens ausgezeichnet. 1919 wurde ihr das Heimat- und Bürgerrecht der Stadt Wien verliehen. Ebenfalls 1919 war Ada Hirsch Mitbegründerin der „Organisation der Ärztinnen Wiens“. Vorsitzende waren Dora Brücke-Teleky, Alfreda Seidl und Pauline Feldmann. Ada Hirsch wurde Schriftführerin.Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 14, 1919, Sp. 714–715. 1925 wurde sie Leiterin im Bezirksamt Leopoldstadt, Jugendamt II, gemeinsam mit dem Kinderarzt August Reuss. Ada Hirsch war zuständig für Säuglingsberatung. Daneben erteilte sie auch Säuglingspflegekurse in der „Allgemeinen Poliklinik“ in Wien. Ab Mitte der 1920er Jahre übernahm sie zusätzlich den schulärztlichen Dienst am Mädchen-Realgymnasium in Wien.Jahresbericht des Vereines für realgymnasialen Mädchenunterricht Wien 8, Albertgasse, Wien 1927, S. 6 1926 publizierte sie an der 1. Medizinischen Klinik der Deutschen Universität in Prag zum Thema „Die Wirkung der parenteralen Einverleibung von Proteinkörpern auf das neutrophile Kernbild“.Wiener Archiv für innere Medizin, Hauptteil Teil 1, 1926, S. 453–468. Im Jahr 1936 ehelichte Ada Hirsch den Internisten und Professor der Medizinischen Fakultät Universität Wien, Herbert Elias. Sie war seine zweite Ehefrau. Nach dem „Anschluss Österreichs“ an das nationalsozialistische Deutsche Reich 1938 flüchtete das Ehepaar über Antwerpen nach Frankreich. Von hier aus gelang die Flucht mit der „SS Washington“ nach New York City. Während des Zweiten Weltkriegs unterstützte Ada Hirsch-Elias die „Organisation österreichischer Sozialisten in den USA“.

Publikationen 1912: mit Richard Bauer: Beitrag zum Wesen der Wassermannschen Reaktion. 1913: Die physiologische Ikterusbereitschaft des Neugeborenen. (Ergebnisse einer Studie, durchgeführt an der Kinderklinik unter Clemens von Pirquet und an der 1. Frauenklinik unter Friedrich Schauta, am Allgemeinen Krankenhaus Wien.)

Literatur Andrea Autenrieth (2012): Ärztinnen und Ärzte am Dr. von Hauner’schen Kinderspital, die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung wurden. Dissertation Medizinische Fakultät Ludwig-Maximilians-Universität München. 3.1.3, S. 26. Dissertation Autenrieth Walter Mentzel (2023): Aus den medizinhistorischen Beständen der UB MedUni Wien: Ada Hirsch-Elias – Kinder- und Jugendärztin am Jugendamt der Gemeinde Wien, NS-Verfolgte. Digitalisat

Auszeichnung Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens mit Kriegsdekoration (Juli 1916)Prager Abendblatt, 27.7.1916, S. 4; Teplitz-Schönauer Anzeiger, 29.7.1916, S. 3.

Anmerkungen

Weblinks Frauen in Bewegung 1848–1938: Organisation der Wiener Ärztinnen. Digitalisat, abgerufen am 27. Juli 2023 MedUniWienePub: Hirsch, Ada Hirsch, Ada

Einzelnachweise

Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Pädiater Kategorie:Sozialmediziner Kategorie:Frauenrechtler (Österreich) Kategorie:Absolvent der Universität Wien Kategorie:Träger des Franz-Joseph-Ordens (Ritter) Kategorie:Person (Österreich-Ungarn) Kategorie:Österreichischer Emigrant zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Österreichischer Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1885 Kategorie:Gestorben 1975 Kategorie:Frau