Die 9. Flieger-Division war ein Großverband der Luftwaffe der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.
Geschichte Die 9. Flieger-Division wurde am 1. Februar 1940 in Jever gebildet und dem Oberbefehlshaber der Luftwaffe unterstellt. Sie nahm am Westfeldzug und unter dem Kommando der Luftflotte 2 an der Luftschlacht um England teil. Dazu standen der Division am 7. September mindestens 150 Flugzeuge zur Verfügung, bestehend aus 150 Kampfflugzeuge, sowie eine unbekannte Anzahl von See- und Aufklärungsflugzeugen.Leo Niehorster: 9th Air Division, 2nd Air Fleet, German Air Force, 7 September 1940 , abgerufen am 6. November 2023. Die Hauptaufgabe der ihr unterstellten fliegenden Verbände war die Verminung der wichtigsten britischen und französischen Häfen und Flussmündungen. Der erste größere Mineneinsatz fand am 17. April 1940 statt, als 10 He 115 der 3./Küstenfliegergruppe 506 und 8 He 111 der Kampfgruppe 126 24 Seeminen in den Downs und im Edinburgh-Kanal abwarfen. Auf diesen Minen sanken am 20. April die britischen Frachter Hawnby (5380 BRT) und Mersey (1937 BRT). Nachdem am 22. April weitere 34 Minen vor Harwich und in den Downs abwarfen, sanken in den folgenden Tagen die norwegische Bravore (1458 BRT), sowie die britischen Lolworth (1969 BRT), Rydal Force (1101 BRT), Stokesley (1149 BRT) und Margam Abbey (2470 BRT) und der Minensucher Dunoon. (710 ts) In der ersten Maihälfte lag der Schwerpunkt der Mineneinsätze auf den Kanalhäfen Dünkirchen, Calais und Boulogne, sowie der Scheldemündung und vor Ostende. Anschließend wurden wieder britische Gewässer vermint. Eines der Opfer war der britische Minenleger Princess Victoria (2197 BRT) der am 18. Mai vor der Humbermündung sank. Im September wurden insgesamt 184 Minen in die Themsemündung, in die Gewässer vor Scapa Flow, im Moray-Firth, vor Aberdeen, Newcastle und Middlesbrough gelegt. Dabei sanken die Minensuchtrawler Royalo, der Fischdampfer Dervish (346 BRT) der Tanker Gothic (2444 BRT) und der Minensuchtrawler Loch Inver (356 BRT). Während des Oktobers fallen insgesamt 715 Minen überwiegend in die Themsemündung, die Humbermündung, die Teesmündung, vor Liverpool und im Firth of Forth. Es sanken der Minensuchtrawler Sea King, der Marinetrawler Resolvo die Motoryacht Astrid, der Tonnenleger Reculver (683 BRT) der Minensucher Dundalk der Minensuchtrawler Waveflower, die Schnellboote MTB 106 und MTB 16 und der Zerstörer Venetia. Der Zerstörer Jersey wurde schwer beschädigt.
Am 16. Oktober wurde die 9. Flieger-Division in das IX. Flieger-Korps umgewandelt.
Personen Divisionskommandeur Dienstgrad Name Datum Generalmajor Joachim Coeler 1. Februar 1940 bis 16. Oktober 1940
Erster Generalstabsoffizier Dienstgrad Name Datum Oberstleutnant Hans-Armin Czech 1. Februar 1940 bis 16. Oktober 1940
Unterstellung Unterstellung von bis Oberbefehlshaber der Luftwaffe 1. Februar 1940 23. Mai 1940 Luftflotte 2 23. Mai 1940 16. Oktober 1940
Unterstellte Verbände Verbände am 10. Mai 1940Leo Niehorster: Battle of France, German Airforce, Order of Battle 10 May 1940, abgerufen am 25. Juli 2023.Bedeutung der Abkürzungen, siehe Organisation der Geschwader Flugzeuge Flugzeugtypen Liegeplatz Lage IstIststärke (die tatsächlich in der Einheit vorhandenen Flugzeuge) EinsatzbereitEinsatzbereit (abflugbereite Flugzeuge)Kampfgruppe 1263737Heinkel He 111HMarxHenry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–45 Germany (1937 Borders), S. 432–433, abgerufen am 25. Juli 2023.3./Küstenfliegergruppe 5061217 Heinkel He 115CNorderneyHenry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–45 Germany (1937 Borders), S. 487–488, abgerufen am 25. Juli 2023.3./Küstenfliegergruppe 906126Heinkel He 111BInsgesamt6260 Verbände am 7. September 1940 Flugzeuge Flugzeugtypen Liegeplatz Lage Ist EinsatzbereitStab/Kampfgeschwader 455Heinkel He 111PSoesterbergHenry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–1945, the Netherlands, S. 19–21, abgerufen am 25. Juli 2023.I./Kampfgeschwader 43737 Heinkel He 111H-4II./Kampfgeschwader 43737Heinkel He 111PEindhovenHenry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–1945, the Netherlands, S. 10–11, abgerufen am 25. Juli 2023.III./Kampfgeschwader 43730Junkers Ju 88A-1Amsterdam SchipholHenry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–1945, the Netherlands, S. 3–5, abgerufen am 25. Juli 2023.Stab/Kampfgeschwader 4011Junkers Ju 88ABordeaux-MerignacHenry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935-45 France (with Corsica and Channel Islands), S. 57–59, abgerufen am 25. Juli 2023.I./Kampfgeschwader 40377Focke-Wulf Fw 200C-11./Küstenfliegergruppe 10612?Heinkel He 115Amsterdam SchellingwoudeHenry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–1945, the Netherlands, S. 2–3, abgerufen am 25. Juli 2023.2./Küstenfliegergruppe 10612?Norderney3./Küstenfliegergruppe 10612?Dornier Do 18CherbourgHenry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935-45 France (with Corsica and Channel Islands), S. 104–105, abgerufen am 25. Juli 2023.Kampfgruppe 1263733Heinkel He 111HNantesHenry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935-45 France (with Corsica and Channel Islands), S. 263–265, abgerufen am 25. Juli 2023.3./Fernaufklärungsgruppe 12312?Junkers Ju 88, Heinkel He 111Amsterdam-SchipholInsgesamt240150+
Anmerkungen
Literatur Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945, Vierzehnter Band, Die Landstreitkräfte: Namensverbände/Die Luftstreitkräfte (Fliegende Verbände)/Flakeinsatz im Reich 1943–1945, Biblio Verlag Osnabrück 1980, ISBN 3-7648-1111-0
Einzelnachweise
Flieger #:9 #1940 Kategorie:Gegründet 1940 Kategorie:Aufgelöst 1940