Die österreichische Orgelbauerfamilie Billich prägte im 19. Jahrhundert über mehrere Generationen den Orgelbau in der Steiermark und in der ehemaligen Untersteiermark (der Stajerska im heutigen Slowenien) mit.

Familienangehörige Bartholomäus Billich (Pillich) (* 30. Juli 1808 in Dornbüchl/(Unter)Steiermark (heute: Trnovlje pri Celju/Slowenien); † 4. September 1862 in St. Martin bei Windischgrätz) war ein österreichisch-steirischer Orgelbauer. B. Billich lebte in der Untersteiermark (ab 1837) in Marburg, Unterkötting bei Cilli (Spodnja Hudinja)/Slowenien (ca. 1842), eventuell in Gutenstein (Ravne na Koroškem) und St. Margarethen bei Cilli (Šmarjeta pri Celju), wo er spätestens ab 1838 Orgeln baute. Am 6. Februar 1842 heiratete er Maria Billich.

Karl (Carl) Billich (* 29. Oktober 1842 in Cilli; † 17. Oktober 1890 in Gospitsch/Kroatien) war ein österreichisch-steirischer Orgelbauer. Carl Billich übernahm den Orgelbaubetrieb seines Vaters und war als Orgelbauer noch 1864/65 in Windischgrätz nachweisbar. Ab 1872 war er als Orgelbauer in Graz, Marschallgasse 22, nachweislich tätig. 1874 betrieb er den Orgelbau gemeinsam mit Josef Bracher und arbeitete u. a. an der Orgel der ehemaligen Stiftskirche Pöllau. 1882 wurde er für den Umbau der Orgel im Grazer Dom herangezogen und in weiterer Folge von Karl Radler und Ludwig Carl Seidler öffentlich empfohlen. Seine letzten Arbeiten betrafen 1888 Orgeln für die Steiermark und das Kärntner Lavanttal. Seine Orgeln weisen noch mechanische Trakturen auf, wobei der Pleno-Tritt als Besonderheit anzuführen ist, den er selbst bei kleineren Orgeln baute. Am 3. Juni 1867 heiratete er in St. Marein Helena Jantschge, die am 22. Jänner 1906 in Graz als „Armenbeteilte“ starb.

Franz (Ferenc) Billich (* 9. Jänner 1871 in Sankt Margarethen im Lavanttal; † 3. November 1906 in Ungarisch-Altenburg) war ein österreichisch-steirischer Orgel- und Klavierbauer. Um das Jahr 1892 ist er als Orgel- und Klavierbauer in Cilli nachweisbar. 1896/97 trat er bei musikalischen Veranstaltungen von Grazer Vereinen als Klavierbegleiter in Erscheinung. Franz Billich befand sich öfters in finanziellen Nöten, sodass er mehrmals wegen Veruntreuung zu Haftstrafen verurteilt wurde. F. Billich war mit Josefa Voith verheiratet.

Werkliste

Bartholomäus Billich (1808–1862) Jahr Ort Gebäude Bild Manuale Register Bemerkungen 1838 Laziše Kirche in Laziše I/P 8 Slowenien 1840 Studenice Kirche in Studenice I/P 9 Slowenien 1842 St. Michael ob Prassberg Pfarrkirche I/P 7 Slowenien 1846 Oberlosnitz Kirche in Oberlosnitz I/P 9 Slowenien und weitere Orgeln in Slowenien als der ehemaligen Untersteiermark

Karl (Carl) Billich (1842–1890) Jahr Ort Gebäude Bild Manuale Register Bemerkungen 1875 Laßnitz bei Murau Pfarrkirche Laßnitz bei Murau hl. Nikolaus zentriert|160x160px I/P 8 1876 Wiel Pfarrkirche Wiel zentriert|160x160px I/P 8 https://organindex.de/index.php?title=Wies/Wielfresen,_Pfarrkirche_St._Katharina_an_der_Wiel 1880 Olbendorf Pfarrkirche Olbendorf zentriert|160x160px I/P 9 1880 Murau Pfarrkirche Steirisch Laßnitz zentriert|160x160px I/P 8 1880 von Carl Billich restauriert 1884 Pöls-Oberkurzheim Pfarrkirche Allerheiligen bei Pöls I/P 8 1884 Gaishorn am See Evangelische Pfarrkirche Gaishorn I/P 6 1885 Sankt Johann-Köppling Pfarrkirche Sankt Johann ob Hohenburg zentriert|160x160px II/P 14 Wurde 1993 in die Erdberger Pfarrkirche übertragen. 1887 Gratkorn Pfarrkirche Gratkorn zentriert|160x160px II/P 12 1887 Kumberg Pfarrkirche Kumberg zentriert|160x160px II/P 12 1886/87 von Carl Billich umgebaut 1887 Sankt Lorenzen bei Scheifling Pfarrkirche St. Lorenzen bei Scheifling I/P 9 Diese Orgel wurde 1970 aus Neumarkt hierher übertragen 1888 Stanz im Mürztal Filialkirche St. Ulrich zentriert|160x160px I/P 7 1888 Aich Pfarrkirche Assach I/P 1888 Dobl-Zwaring Pfarrkirche Dobl I/P 8 im Jahre 2009 saniert

Literatur

Weblinks

Organ index: Carl Billich

Einzelnachweise

Kategorie:Orgelbauunternehmen (Österreich) Kategorie:Orgelbauerfamilie Kategorie:Österreichische Unternehmerfamilie